Lena Meyer-Landrut im TNI Promi-Talk

„Ich hatte eine Krise“

Lena Meyer-Landrut im TNI Promi-Talk

Lena Meyer-Landrut hat Millionen Follower auf ihren Social-Medien-Kanälen. Letztes Jahr verordnete sich die Eurovision-Song-Contest-Gewinnerin von 2010 („Satellite“) eine strikte Online-Diät, um ihr fünftes Album in Ruhe fertig stellen zu können. Nun ist es da, hört auf den Namen „Only Love, L“ – im Juni folgt nun die Tour dazu. Die gebürtige Hannoveranerin hat eine persönliche Krise in tanzbare Rhythmen mit positiven Botschaften verwandelt. Die Songs handeln von Selbsterkenntnis, Stärke und Selbstliebe. Lenas Botschaft: Man kann nicht die ganze Welt verändern, aber man kann bei sich selbst anfangen.

THE NEW INSIDER: „Only Love, L“ ist dein fünftes Album. Hast du das Gefühl, dass du dich als Künstlerin zu 100 Prozent verwirklichen kannst?

Lena: Ich würde nicht sagen, dass dieses Album alles umfasst, aber ich kann mich damit für den Moment zu 100 Prozent identifizieren.

Worauf hast du beim neuen Album besonderen Wert gelegt?

Ich habe schon vor dreieinhalb Jahren angefangen, an dem Album zu schreiben. Als es fast fertig war, habe ich es weggeschmissen, weil ich mich damit nicht wohl gefühlt habe. Ich hatte die eine oder andere persönliche Krise und das Album hatte auf einmal keinen authentischen Boden mehr. Nach einer Auszeit habe ich wieder angefangen, und es wurde mir klarer, worum es in dem Album gehen soll.

Worum denn?

Um meine Geschichte und meine Gefühle. Ich habe gemerkt, dass es für mich wichtig ist, zu mir selbst zurückzufinden und authentisch handeln zu können. Ich habe dann über Themen geschrieben, über die ich noch nie geschrieben habe.

Welche Themen sind das?

Zum Beispiel über Autobiografisches und über echte, tiefe Gefühle. Über Veränderungen, die ich durchmache und sehr private Gedanken.

Du singst jetzt über Liebe, Aufrichtigkeit und Verständnis – anderen und vor allem sich selbst gegenüber. Fühlst du dich als Künstlerin verstanden?

Ich wurde durch eine Castingshow in die Branche hineingeworfen. Und jetzt habe ich mich gefragt, welches die Daseinsberechtigung für dieses Album ist. Wer bin ich und womit bin ich glücklich? Nach ein bisschen Abstand von allem habe ich gespürt, dass mir die Musik noch immer sehr viel Energie gibt. Es ist für mich kein Beruf, sondern Berufung.

Welches ist das größte Missverständnis, das in der Öffentlichkeit über dich existiert?

Da gibt es so einige. Am meisten berührt mich die Voreingenommenheit, dass ich zickig und arrogant sei. Das habe ich aber gar nicht in mir! Ich habe mir in letzter Zeit viele Gedanken darüber gemacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich mich in der Vergangenheit wahrscheinlich so verhalten habe.

Warum hast du das getan?

Lena: Die ganze Resonanz ist mir irgendwann über den Kopf gewachsen. Dieses ständige Feedback hat mich so sehr berührt, dass ich einen Schutzmechanismus aufgebaut habe. Diese Wand um mich herum sollte mich davor schützen, dass ich mir das ganze Feedback zu Herzen nehme. Diese Wand hat mich aber auch von anderen Menschen energetisch abgeschottet, weshalb ich manchmal kühl, genervt und gereizt war.

Das ganze Interview findet ihr in der Print-Ausgabe an über 1.000 Verteilerstellen oder als E-Paper hier

Fotos: Hendrik Schneider / Universal Music GmbH, Magdalena aka Sirius.Film / Universal Music GmbH