Fashion-Bloggerin Jana Wind: „Ich mach’s nicht fürs Geld“

„Ich mach’s nicht fürs Geld.“

Jana Winds Fashion-Blog „bekleidet.net“ ist nicht nur ihr Hobby, sondern auch ihr Beruf. Wir haben mit der Modeliebhaberin gesprochen, die in Haste Freiraumplanung studiert hat.

THE NEW INSIDER: „Blogger since 09“ – was genau unterscheidet deiner Meinung nach den „altmodischen“ Blogger von dem heutigen Instagram-Influencer?

Jana Wind: Ich mach’s nicht für’s Geld. Zu den Zeiten, in denen ich begonnen habe, ein eigenes Onlinemedium zu erstellen, war es noch gar nicht bekannt, dass man damit einmal Geld verdienen könnte. Mir ist zum Beispiel wichtig, dass der Anteil an Kooperationen nur einen kleinen Teil meiner Arbeit ausmacht und dass eine Zusammenarbeit niemals meine persönliche Meinung und Texte beeinflusst. Ich nehme auch keine Rücksicht darauf, dass meine teilweise doch sehr direkten Posts potentielle Kunden abschrecken könnten. Vielleicht hätte ich doppelt so viele Follower und doppelt so viel Geld, aber wäre nur noch halb so glücklich und nur noch halb so viel Ich.

Wie lange sitzt du an einem Foto und welche Schritte musst du machen bevor du es tatsächlich hochladest?

Mit Fotomontagen zu arbeiten ist ein bisschen kniffliger, weil ich mich nicht mehr einfach nur in eine Ecke stelle und ein Foto vor einer schönen Wand mache. Ein Bild, in dem ich einfach nur die Perspektive ändere, kann ich in 15 Minuten gepostet haben, an anderen saß ich schon mal 5 Stunden, hatte am Ende 10 Versionen und war mit keiner einzigen zufrieden.

Was verbindest du mit der unserer Friedensstadt Osnabrück? Welcher Ort gefällt dir am meisten?

Ich habe in Haste Freiraumplanung studiert und bin davon überzeugt, dass das einer der schönsten Studienorte in ganz Deutschland ist. Die großen Wiesen, auf denen man im Sommer liegen kann, die exotischen Pflanzen, der Staudengarten mit dem schönen Bachlauf… Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass ich das als junge Studentin gar nicht genug zu schätzen wusste.

Kannst du dir vorstellen nur von Instagram zu leben?

Auf Instagram kann man viel ausdrücken und teilen, aber es hat gerade was Texte angeht schon seine Grenzen. Ich bin deshalb froh, noch ein ganz eigenes Medium, meinen Blog, zu besitzen, der nicht abhängig ist von den Entscheidungen und Änderungen völlig fremder Leute. Wenn Instagram von heute auf morgen gelöscht oder komplett geändert wird, kann ich nichts dagegen tun. Nur von Instagram zu leben ist vielleicht für eine Weile ok, aber nicht unbedingt für immer.

Wenn du ein Tag jemand anderes sein könntest, wer wärst du?

Donald Trump. Ich kann mir diesen Menschen einfach nicht erklären, vielleicht wäre ich danach schlauer?