Schaden in Millionenhöhe

Nach dem Brand: TNI-Interview mit FMO-Sprecher

Bei dem Großbrand im Parkhaus A am Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) am 14. Oktober brannten auf den betroffenen Ebenen 1 und 2 über 40 Fahrzeuge aus, weitere wurden beschädigt. Wer zahlt den Schaden und wie geht es überhaupt weiter mit dem Parkhaus? Diese und weitere Fragen beantwortete uns FMO-Sprecher Andrés Heinemann im TNI-Interview.

TNI: Herr Heinemann, auf welchem Weg haben Sie am Abend des 14. Oktober selbst von dem Brand im Parkhaus des FMO erfahren?

Andrés Heinemann: Wir haben am Flughafen eine Notfallalarmierung, die bei besonderen Ereignissen eine automatische Alarmierungskette in Gang setzt. Die Nachricht habe ich demnach zu Hause über mein Mobiltelefon erhalten. Das Ausmaß des Brandes war mir zu Beginn nicht bekannt. Daraufhin habe ich mit unserer Verkehrszentrale telefoniert, die bereits kurze Zeit später von mehreren brennenden Fahrzeugen sprach.

Wie sah es auf den betroffenen Ebenen 1 und 2 des Parkhauses A aktuell aus?

Man sah erstens, dass sich eine Menge Rus an den Wänden und Decken gebildet hat. Im Kern des Brandes standen die ausgebrannten Wracks. Durch den Brand ist zudem die Parkhausstruktur beschädigt worden, sodass umfangreiche Abstützmaßnahmen stattgefunden haben und zusätzliche Säulen eingebaut werden mussten. Diese sollten dafür sorgen, dass k

eine Teile von der Decke fallen, die jemanden verletzt hätte können. Glücklicherweise können wir sagen, dass es zu keinem Personenschaden gekommen ist. Das ist bei dem immensen Ausmaß, Temperaturen jenseits der 1.000 °C und der Rauchentwicklung, beinahe ein Wunder.

Ist das Parkhaus noch zu retten?

Davon gehen wir momentan aus. Für ein Statement ist es jedoch aktuell zu früh. Die Gutachter sind weiterhin tätig und untersuchen Säule für Säule, bis ein genaues Schadensbild dokumentiert und ein Sanierungsplan aufgestellt werden kann.

Wie groß ist der Schaden?

Es ist alleine am Gebäude mit Sicherheit ein Schaden in Millionenhöhe entstanden, obgleich noch keine konkrete Zahl feststeht.

Wie müssen Betroffene weiterhin vorgehen?

Wir haben von allen Fahrzeugen eine Liste erarbeitet, die in den Ebenen 1 und 2 geparkt hatten. Diese wurde als Online-Datei hinterlegt, sodass betroffene Fluggäste ihr Autokennzeichen eingeben können und erfahren, ob ihr Fahrzeug vermerkt ist. Geschädigte sollten zunächst ihre eigene Versicherung informieren, die in der Regel den Brandschaden übernimmt. Wenn es den Behörden gelingt einen Verursacher festzustellen, gehen die Ansprüche natürlich auf die Haftpflichtversicherung des betroffenen Fahrzeughalters über.

Ist denn davon auszugehen, dass die Ermittlungen noch länger andauern werden?

Zeitlich lässt sich das kaum abschätzen, da von den Polizeibehörden ein Institut beauftragt wurde, das sich um den Fall kümmert. Solche Untersuchungen benötigen meist ihre Zeit, insofern würden wir eher von Wochen als von Tagen sprechen.

War das für Sie als Sprecher mit die größte Herausforderung, die Sie bisher stemmen mussten?

Das mediale Interesse war in der Tat riesengroß. Wir haben sogar Presseanfragen aus München und Berlin bekommen, ganz zu Schweigen die vielen Anfragen aus der Region. Es gab für mich aber auch andere Ereignisse, die ein großes Medienecho mit sich trugen, wie zum Beispiel die Insolvenz der Germania.