COMEDIENNE TAHNEE im TNI PROMI-TALK

„In 2020 muss das egal sein“

Feuerrote Haarmähne, sicheres Auftreten und eine große Klappe – die 27-jährige Stand Up-Comedienne und Moderatorin Tahnee nimmt kein Blatt vor den Mund und bereichert die Szene mit ihrer sympathischen und frechen Art. Als Frau, die Frauen liebt, begeistert sie das Publikum mit Anekdoten aus ihrem Alltag. Von klassischem Stand-up, Sketch- und Radio-Comedy, über Parodien bekannter und unbekannter Persönlichkeiten bis hin zu vielfältigen Gesangs- und Rapeinlagen beweist sie immer wieder ihr herausragendes Können. Am 14. Februar kommt Tahnee mit ihrem Programm „Vulvarine“ in die Stadthalle Rheine. Wir haben ihr vorab ein paar Fragen gestellt!  

THE NEW INSIDER: Hey Tahnee! Dein Solo-Programm heißt „Vulvarine“ und bei deinen Auftritten machst du viele derbe Witze. Was sagt deine Familie dazu?

Tahnee: Das ist mir A egal und B sieht meine Family das alles sehr entspannt. Ich bin ja auch ‘ne erwachsene Frau. (lacht)

 

Erklär in drei Worten, was die Zuschauer von deiner Show erwarten können. 

Lustig, kritisch und anders.

Du sprichst auf der Bühne offen über deine Homosexualität. Wie ist die Resonanz von den Zuschauern und deinen Kollegen?

Für mich ist das Thema eigentlich schon abgeschlossen, da ich mich bereits 2014 bei „TV Total“ geoutet habe. Damals gab es noch Kollegen, die total krass fanden, dass ich damit so offen umgehe. Die Reaktion im Netz war dabei teilweise so unterirdisch und idiotisch, davon musste ich mich einfach frei machen. Für mich war es aber das absolut Richtige im Nachhinein, weil viele super dankbar waren und durch mich die Kraft bekommen haben sich selber zu outen.

Wird man in der Comedy-Branche denn generell als Frau noch anders behandelt?

Unter Kollegen ist es sehr entspannt. Aber bei Formaten wie der „Ladies Night“ im WDR, habe ich schon noch das Gefühl, dass Frauen ihr eigenes Klischee nachspielen, was ich ein bisschen schade finde. Ich habe bei Nightwash das „Naughty Girl“-Special mit abgeschafft, weil ich das nicht mehr zeitgemäß finde. Ich finde, in 2020 muss es egal sein ob Frauen oder Männer auf der Bühne stehen. Aber es stimmt schon, dass man immer noch anders bewertet wird – besonders vom Publikum.

Stehst du lieber auf der Bühne oder vor der Kamera?

Es ist total geil, wenn man vom Publikum direkt eine Reaktion bekommt. Es ist aber auch super spannend, wenn ich vor der Kamera Sketche drehe oder bestimmte Rollen einnehmen darf. Es hat beides seinen Reiz, aber Live-Shows kann nichts toppen.

Stell dir vor, Comedy wird morgen abgeschafft und du müsstest dir einen Job suchen – was würdest du machen?

Ich würde wahrscheinlich auf dem Wochenmarkt stehen und Marktschreier werden und da meine Witze reißen. (lacht) Ich hab direkt nach dem Abi mit Comedy angefangen, obwohl ich eigentlich Musical oder Schauspiel studieren wollte.

Und wie bist du zur Comedy gekommen?

Meine Mutter hat 2011 im Teletext vom 1. Comedy Grandprix gelesen. Da habe ich mich beworben und so hat dann alles angefangen.

Deine Comedy-Kollegin Enissa Amani ist selbst in den USA mittlerweile erfolgreich – könntest du dir ebenfalls vorstellen noch international durchzustarten?

Ne, ich glaube nicht. Ich finde Comedy in der Muttersprache schon sehr anspruchsvoll. Mich zieht es ehrlich gesagt nicht in die Staaten, obwohl ich gerne mal meine Show in Englisch führen würde, um zu sehen wie sich das anfühlt.

Wer ist deiner Meinung nach aktuell der angesagteste Comedian in Deutschland?

Mit der führst du in diesem Moment das Interview. (lacht) Nein Spaß, es gibt viele richtig coole Kollegen, die es echt draufhaben. Aber um einen kommt man aktuell nicht herum: Felix, the hype is real, Lobrecht.

Wenn du dir einen Comedian aussuchen dürftest, mit dem du ab morgen spontan auf Tour gehst: Wer wäre das?

Das ist eine schwierige Frage, zumal ich ja auch viel Zeit privat mit ihm verbringen müsste. Özcan Cosar wäre bestimmt eine gute Wahl. Das ist so ein entspannter Typ und ein Herzensmensch, mit dem ich sehr gut auskomme.

Was war dein letzter Fehlkauf?

Eine Salatschleuder, die viel zu schnell kaputt gegangen ist. Ein Tipp von mir an alle Leser: Investiert euer Geld in gute Salatschleudern.

Wenn du eine Sache an der deutschen Comedy-Szene ändern könntest, welche wäre das?

Die klassische Selbstüberschätzung. Es gibt so viele, bei denen ich denke: „Boah Leute, fahrt doch mal einen Gang runter!“ Und alte Denkmuster. Denn, mal ganz ehrlich: Müssen wir immer noch über den Unterschied von Männern und Frauen sprechen?