„Ernährung spielt die größte Rolle.“

Insider des Monats: Pascal Niermann, Osnabrücker Personal Trainer

THE NEW INSIDER: Hey Pascal! Wann hast du festgestellt, dass Sport und Fitness für dich mehr als ein Hobby sind?

Pascal Niermann: Sportlich war ich schon als Fünfjähriger. Fußball, Basketball, Football – ich habe vieles ausprobiert. Mit 19 Jahren habe ich dann ein vierwöchiges Praktikum als Fitnesstrainer im damaligen Corpo-Fitnessstudio gemacht. Während meines Auslandsaufenthalts in Australien ist mir dann klar geworden, dass ich Lust habe, auch beruflich etwas daraus zu machen. Seit 2014 bin ich selbstständiger Personal Trainer.

Was waren deine ersten Kunden damals?

Zu Beginn hatte ich viele Kunden vom Corpo, die dann eben nicht nur alle acht Wochen Unterstützung beim Trainieren wollten, sondern einmal pro Woche. Über Mundpropaganda und Social Media wurde es dann nach und nach immer mehr.

Was war bisher ein besonders ungewöhnlicher Kunde, den du unterstützt hast?

Einer meiner ersten Kunden war noch Auszubildender und ist mit 160 Kilo Körpergewicht bei mir gestartet. In ein eineinhalb Jahren hat er knapp 40 Kilo verloren und ist auch danach weiter drangeblieben. Sowas freut einen als Coach natürlich besonders.

Ernährung ist letztlich immer ein Teil deiner Arbeit, oder?

Auf jeden Fall. Bei Leistungssportlern sowieso und auch bei allem, was die Körperformung angeht, egal ob Muskelaufbau oder Körperfettabbau. Man sagt immer: 60 Prozent ist Ernährung, 40 Prozent Sport. Ich persönlich denke, dass Ernährung eine noch größere Rolle spielt.

Hast du im Zuge von Instagram und Co. gemerkt, dass die Leute noch eitler geworden sind?

Definitiv! Man vergleicht sich unbewusst noch mehr mit anderen. Das ist auch normal und okay. Dennoch sollte man alles hinterfragen, denn vieles ist mehr Schein als Sein. Ich muss einige dann auch wieder auf den Boden der Tatsachen holen und deutlich machen, dass die ach so tollen Instagram-Models bestimmte Mittelchen nehmen, sämtliche Fotos bearbeiten und nur das Beste hochladen.

Reichen zwei oder drei Trainingseinheiten wöchentlich?

Das kommt immer darauf an, an welchem Punkt man gerade körperlich und konditionell ist und wohin man möchte. Für den „normalen“ Menschen, der ein bisschen was für seine Fitness oder sein Herz-Kreislaufsystem tun möchte, reicht das völlig aus. Alles andere macht die Ernährung, gesunder Schlaf und die Stressreduzierung.

Wie können wir uns dein Training mit den Basketballerinnen der Girolive Panthers vorstellen?

Ich bin der feste Athletik- und Krafttrainer der Spielerinnen, die für die Bundesliga natürlich topfit sein müssen. Sie bekommen speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Einheiten, ich gebe Ernährungstipps und stehe beim Kraft- und Ausdauertraining individuell als Coach zur Verfügung. Ganz wichtig ist auch die Verletzungsprävention. Je weniger Verletzungen, desto besser fürs ganze Team.

Was ist das beste Alter, um mit Fitness anzufangen?

Man kann auch mit 75 und zwei neuen Knien noch anfangen – da sind keine Grenzen gesetzt. Im Profi- oder Leistungssport allerdings sollte man möglichst jung beginnen, um ein gewisses Level zu erlagen und das über längere Zeit durchhalten zu können.

Du selber musst dir wohl nie Gedanken um deine Fitness machen, oder?

Leider doch! (lacht) Ich muss genauso oft trainieren und auf meine Ernährung achten. Dadurch, dass ich jeden Tag im Fitnessstudio bin, hab ich jedoch kaum eine Ausrede. Aber am Wochenende gönne ich mir auch mal ein Bierchen oder einen Burger.