„Der Traum lebt weiter“

Mittelfeld-Regisseur David Blacha im lila-weißen TNI-Talk

THE NEW INSIDER: Hey David, der VfL hat eine in deinem Vertrag enthaltene Option gezogen, wodurch du dem Club mindestens bis zum Sommer 2021 erhalten bleibst. Was bedeutet das für dich?

David Blacha: Der Verein hat mir früh signalisiert, dass man die Option der automatischen Vertragsverlängerung ziehen möchte und ich habe mich sehr über diese Wertschätzung gefreut. Immerhin zeigt es ja, dass ich in der jüngeren Vergangenheit nicht alles falsch gemacht haben kann.

Gab es denn zuvor auch Anfragen anderer Clubs?

Dadurch, dass dieser Teil meines Vertrages lange Zeit nicht öffentlich bekannt war, kam schon die eine oder andere Anfrage. Ich habe mich damit aber gar nicht erst beschäftigt.

Der News-Beitrag dazu hat auf der VfL-Facebookseite ein Vielfaches an Likes erhalten im Vergleich zum normalen Content. Die Fans freuen sich also. Wieviel lila-weißes Blut fließt mittlerweile in dir?

Man sagt ja immer, dass man vorrangig für sich selbst spielt. Aber natürlich ist das ein tolles Gefühl, wenn die Fans meine Spielweise mögen und Leistungen honorieren. Ich fühle mich mit meiner Familie unheimlich wohl in Osnabrück, das ist eine schöne Bestätigung.

Cheftrainer Daniel Thioune lobt häufig nicht nur deine spielerischen Fähigkeiten, sondern auch deine Führungsqualitäten. Wie machen sich diese im Trainingsalltag bemerkbar?

Das ist eigentlich relativ einfach zu erklären und vermutlich auch übertragbar auf andere Berufsfelder. Auch in anderen Branchen gibt es ja immer erfahrene und weniger erfahrene Akteure, die voneinander lernen. Ich denke, die Jungs wissen, dass ich immer ehrlich und direkt bin und ihnen niemals Unsinn erzählen würde. Im Endeffekt muss dann jeder schauen, was er für sich daraus zieht. Wir haben sehr viele wissbegierige, junge Talente im Team. Aber ich bin natürlich auch nicht allwissend! (grinst)

Welchen Fehler in deiner eigenen Karriere hättest du dir im Nachhinein gern erspart?

Ich bin niemand, der mit Entscheidungen der Vergangenheit hadert. Letztendlich hatte wohl alles seinen Sinn und hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Ich habe eine tolle Familie und bin über Umwege hier beim VfL gelandet, wo meine Reise eine unerwartete Route genommen hat. Das ist schon gut so.

Ist das aktuell eventuell fußballerisch sogar deine schönste Zeit?

Kann man schon so sagen, ja. Jede Saison bei meinen bisherigen Vereinen war zwar irgendwie besonders, jedes Team hat seinen eigenen Charakter. Aber in der Summe aus Mannschaft, den Leuten im Umfeld und dem sportlichen Erfolg, ist das aktuell schon extrem positiv.

Real-Star Toni Kroos versichert: „Aufgeregt bin ich nie, egal ob Testspiel oder Champions League Finale.“ Von außen betrachtet wirkst du ebenso ausgeglichen. Täuscht das?

Vielleicht ist das dann Tonis Erfolgsgeheimnis. Er hat ja auch einen sehr klaren, unaufgeregten Spielstil. Für mich macht es aber zugegebenermaßen schon einen Unterschied, ob es im Jahrhundert-Aufstiegsspiel gegen Aalen geht oder im Trainingslager jetzt zuletzt gegen Aarau. Ich würde es aber eher gesunde Anspannung nennen, nicht direkt Aufregung.

Im Trainingslager in Belek hattet ihr durchgängig gutes Wetter, in der 2. Liga wird’s nun zunächst eher frostig. Eine schwierige Umstellung?

Mit solch gutem Wetter hat tatsächlich niemand von uns gerechnet. In den vergangenen Jahren sind für die Teams in Belek ja häufig auch gleich mehrere Trainingseinheiten ins Wasser gefallen. Die Platzverhältnisse diesmal waren top, in der 2. Liga sind sie das zum Glück auch zumeist, insofern betrachte ich das eher als Vorteil.

Abschließend: Lebt der Traum vom A-Nationalelf-Debüt für Polen noch?

Der Traum lebt definitiv, aber ich bin auch Realist. Wir müssten wohl eine ähnlich starke Halbserie spielen wie zuletzt, damit ich auf dem Radar des Nationaltrainers erscheine. Aber es gab ja schon die wildesten Spätzünder, mich würde es natürlich unheimlich freuen einmal dabei sein zu dürfen. Warten wir es ab.