Helfer aus dem Homeoffice

Wie vier junge Männer die Osnabrücker Kneipenkultur retten wollen

Viele Kneipen und Clubs stehen durch die Corona-bedingte Zwangspause vor dem Aus. Auch in Osnabrück haben zahlreiche Gastronomen und Betreiber in der Krise auf die Spendenbereitschaft ihrer Stammkundschaft gesetzt. „Crowdfunding“ ist das Konzept der Stunde – das Einsammeln von größeren Beträgen durch Kleinspenden. Allein auf der für diesen Zweck konzipierten Plattform „gofundme“ finden sich derzeit mehr als 15 entsprechende Kampagnen aus unserer Friedensstadt. Darunter befinden sich bekannte Namen wie „Bottled“ oder „Grüner Jäger“. Und viele der Kampagnen sind durchaus erfolgreich. Damit die Kneipenkultur erhalten wird und die Osnabrücker Altstadt auch nach Corona so aussieht wie heute, haben  vier junge Männer aus der Region Osnabrück ein weiteres Funding-Projekt erschaffen. Initiator der Idee war ein fünfter im Bunde, der die Umsetzung aus zeitlichen Gründen nicht begleiten konnte.

Solidarität zeigen

Über das Portal Seedshirt werden T-Shirts und Hoodies mit den Logos der teilnehmenden Kneipen verkauft. Die Gewinne gehen an die jeweiligen Gaststätten. Außerdem gibt es allgemein gehaltene Produkte, die keiner Kneipe zugeordnet sind. Hier fließen die Gewinne in einen Topf, von dem alle Wirte in gleichen Teilen profitieren. Nilas Möllenkamp: „Wir wollten das Gemeinschaftsgefühl von Kneipenbesuchern und Wirten gerade in dieser schwierigeren Zeit stärken.“ Los ging es mit dem Logo-Design, das den „Kneipenkult Osnabrück“ symbolisieren und die Solidarität zueinander zeigen soll. Danach ging alles ganz schnell. Seit Beginn des Projektes haben Nilas, Jonas, Lars und Niklas ihre Freizeit auf „Null“ reduziert. „Wir haben eine starke Heimatverbundenheit und identifizieren uns mit dem Kneipenkult in unserer Stadt. Das möchten wir vermitteln und bei anderen Besuchern stärken.“

Über 20.000 Euro gesammelt

Mit Erfolg. Es wurden schon deutlich über 1.000 Shirts und Hoodies verkauft und mehr als 20.000 Euro eingenommen, die 100% an die unterschiedlichen Wirte gehen. Mit dabei sind unter anderem Kneipen wie „Bottled“, „Grüne Gans“, „Warsteiner Treff“, „Unikeller“ und viele mehr. Anfangs waren 10.000 Euro das Ziel – diese Summe war aber schon nach Tagen erreicht. Bestseller sind unter anderem die bekannten „Traditionskneipen“ Schmales Handtuch und Grüner Jäger. Da es sich um ein Ehrenamt handelt, gehen die vier „Gründer“ ohne jeglichen Gewinn aus der Aktion.

Organisation via Face-Calls

Nilas: „Wir möchten, dass der Kneipenkult der Friedensstadt lebt und wir am ersten Altstadtwochenende viele Osnabrücker mit unseren Solidaritätsshirts sehen. Eine neue Identifikation mit den Kneipen unserer Stadt zu schaffen, das haben wir uns auf die Fahne geschrieben.“ Alle Vier arbeiten im Homeoffice und konnte die Initiative komplett via Face-Calls und digitale Arbeit aufbauen. Die Aktion wird vermutlich etwa zwei Wochen nach der Öffnung der Kneipen ein Ende finden. Mehr können sie auf ehrenamtlicher Basis rein zeitlich auch nicht stemmen. Was nicht enden soll, ist die Solidarität der Osnabrücker mit ihrem Kneipenkult.

www.kneipenhelfer-os.de