#KULTURGESICHTER0541

Insider des Monats: Laura Hoth, Jakob J. Lübke & Lukas Gruenke, Initiatoren „Kulturgesichter 0541“

Laura Hoth, Jakob J. Lübke und Lukas Gruenke sind drei von einigen tausend Kulturschaffenden Osnabrückern, die von der Corona-Krise persönlich betroffen sind. Gemeinsam haben Sie nun die Initiative „Kulturgesichter 0541“ ins Leben gerufen, um auf die alarmierende Lage aufmerksam zu machen. TNI sprach mit ihnen über ihr Engagement und die Zukunft der Branche.

THE NEW INSIDER: Hallo zusammen! Eure Kampagne „Kulturgesichter 0541“ hat in Social Media für einige Furore gesorgt. Vielleicht stellt ihr euch einmal kurz vor und erklärt, wie ihr zusammengefunden habt.
Jakob: Ich hatte eine solche Aktion bei Hannoveraner Kollegen aus der Eventbranche entdeckt und hatte direkt das Gefühl, dass wir so etwas auch in

 Osnabrück brauchen. Zwei Stunden später saß ich bereits mit Laura dazu zusammen und noch am selben Abend war auch Lukas als Fotograf mit im Boot.
Insgesamt habt ihr bislang schon 120 Osnabrücker Kulturgesichter fotografiert.

Habt ihr mit einer solchen Resonanz gerechnet?

Laura: Wir ergänzen uns da sehr gut. Jakob ist grenzenloser Optimist, Lukas und ich sind eher Realisten. Wir haben uns alle sehr gefreut, dass das so super geklappt hat. Vor allem, weil es im Vorfeld natürlich auch bürokratische Hürden zu überwinden gab.
Lukas: Unser Aufruf hat sich schnell via Social Media verbreitet.

Welche waren das?
Jakob: Natürlich war es uns allen daran gelegen keinen großen Menschenauflauf zu provozieren, aber dennoch größtmögliche A

ufmerksamkeit zu generieren. Wir hatten nur sehr wenige Tage Zeit das alles zu realisieren, aber es hat sich definitiv gelohnt.

Laura: Mein Highlight – so dumm das klingt – waren die Bauzäune, die wir als Sichtschutz aufgestellt haben. Das hat sich irgendwie endlich wieder nach „Event“ angefühlt.

Was ist die Grundintention der „Kulturgesicher 0541“?
Lukas: In allererster Linie wollen wir Aufmerksamkeit schaffen. Natürlich bei der Politik, aber auch bei der Öffentlichkeit. Wir wollen die Persönlichkeiten hinter der Krise vorstellen.
Jakob: Es sind ja nicht nur die Künstler und Locationbetreiber, sondern auch richtig viele Menschen, die im Background tätig sind. Vom Lichttechniker bis zur sanitären Fachkraft.

Gab es schon Reaktionen aus der Politik?
Jakob: Ich bin tatsächlich politisch ganz gut vernetzt, sodass ich unsere Anliegen auch schon in Hannover vorstellen durfte. Bei den Kulturpolitikern rennt man da offene Türen ein, aber ich konnte auch schon mit Innenminister Boris Pistorius und Ministerpräsident Stephan Weil über unsere Anliegen sprechen.

Wie geht es nun weiter mit eurer Initiative?
Laura: Wir freuen uns sehr, noch einen zweiten Shooting-Termin verkünden zu können. Aufgrund der hohen Nachfrage werden wir am Sonntag, den 11. Oktober, zwischen 14:00 und 19:00 Uhr weitere Kulturgesichter ablichten. Das Ganze wird wieder am Marktplatz unter den Arkaden bzw. vor der Stadtbibliothek stattfinden.

Kennt ihr Kollegen, die sich aufgrund der unsicheren Branchenperspektive aus der Kultur verabschiedet haben?
Jakob: Leider zu viele, ja. Und wer will es ihnen übel nehmen? Niemand weiß genau in welcher Form es zu welchem Zeitpunkt weitergehen kann. Insofern muss jeder aus seiner persönlichen Perspektive entscheiden, ob er oder sie einen neuen Weg gehen muss.
Laura: Die Überbrückungshilfen reichen leider nicht bei weitem nicht aus. Anträge sind hochkompliziert, echte Hilfen lassen auf sich warten – hinzu kommt die Unsicherheit, dass man die Hilfen evtl. doch wieder zurückzahlen muss.

Wie kann man euch unterstützen?
Lukas: Indem man uns auf Instagram folgt, unsere Postings teilt und kommentiert – bzw. insgesamt einfach verbreitet.
Laura: Wer die Osnabrücker Kulturschaffenden zudem finanziell unterstützen möchte, kann dies über die Kulturbrücke OS tun.