Insider des Monats: Vivien Soppa

Insider des Monats: Vivien Soppa, Psychotherapeutin, Yogalehrerin und Coach

Veränderung startet jetzt

THE NEW INSIDER: Wie motivierst du dich an dunklen Wintertagen?
Vivien Soppa: Indem ich meinen Tag am Vorband genau strukturiere. Ich stehe früh auf bewege mich zuallerst. Ich mobilisiere die Wirbelsäule, öffne den Brustkorb und sorge dafür, dass ich gut atmen kann. Ich setze mir um motiviert zu bleiben, über den Tag Belohnungen. Unangenehme oder dringliche Tätigkeiten versuche ich bereits morgens zu bearbeiten. Mein Tipp: Meine Yogamatte liegt direkt neben dem Bett, um mir gleich etwas Gutes am Morgen zu tun.

Wie stellst du dir den perfekten Tag vor?
Eigentlich durchlebe ich diesen täglich, denn er ist zu 85 Prozent mit dem gefüllt was mir Spaß macht. Ganz wichtig, direkt zu Beginn: Bewegung, ein gutes Frühstück und Kaffee. Und dass ich die Freiheit habe meinen Tag mit Dingen zu verbringen, die mir guttun. Für mich ist ein Abend dann schön, wenn ich selber zur Ruhe komme, entweder mit Musik oder Mediation, denn ich besitze bewusst keinen Fernseher.

Inwiefern hat die Corona- Krise deinen (Arbeits-)Alltag beeinflusst?Meine Kurse finden nun online statt. Da musste ich mich technisch erst einmal reinfuchsen.
Dadurch, dass man als selbstständige Unternehmerin seine Arbeitszeit jeden Tag frei gestaltet, musste ich mich noch besser strukturieren. Es ist tatsächlich eine große Herausforderung zuhause eine Trennung zwischen Arbeitsplatz und Freizeit zu finden. Es ist zu befürchten, dass es bis in den Januar so weitergehen könnte. Immer mal wieder können Existenzängste auftreten, das ist dann schon herausfordernd. Ich sehe jedoch auch die Chance hier, sich zu entwickeln und gestärkt aus der Coronazeit hervorzugehen.

Hast du das Gefühl, dass Osnabrück durch die Corona-Krise zusammengerückt ist?
Total – ich denke an den ersten Lockdown im Frühjahr zurück, in dem wir uns besonders in den Sozialen Medien alle gegenseitig gepusht haben. Auch mei

ne KundInnen haben mich unterstützt und einfach online an meinen Yogaklassen und Coachings teilgenommen. Man hat seinen Salat nicht bei einer großen Kette bestellt, sondern beim Restaurant an der Ecke, damit dieses weiter besteht. Das untereinander Solidarisieren hat mich total beeindruckt, aus privater aber auch aus unternehmerischer Sicht.

Welche Zielgruppe möchtest du ansprechen?
Das sind vor allem junge Frauen, die in der Übergangsphase sind sich beruflich zu etablieren und dabei sind eine Familie zu gründen oder bereits gegründet haben.

Was ist der größte Fehler, den man in punkto Fitness und Lifestyle machen kann?
Sich ein falsches Vorbild zu suchen, zu hohe Ansprüche an sich selbst zu stellen oder sich mit anderen Personen zu vergleichen, die auf einem ganz ande

ren Level sind. Gerade in den Sozialen

Medien geht es ums Verkaufen, nicht um Gesundheit. Eine junge Mutter, die im Homeoffice sitzt hat nicht dieselben Voraussetzungen wie eine Sportlerin, die fünfmal die Woche trainieren
kann, einen Diätcoach und Photoshop an ihrer Seite hat. (lacht)

Was sind die größten Vorurteile, mit denen du konfrontiert wirst?
Besonders beim Yoga gibt es zwei große Ängste. Erstens: Da kommen nur so spirituelle Ökos hin. Und Zweitens: Die Angst, körperlich nicht gelenkig ge

nug

zu sein.

Bald steht uns das neue Jahr bevor. Bist du ein Fan von Neujahresvorsätzen?
Aus der Psychotherapie herausgesprochen sage ich natürlich: Warum nicht jetzt sofort, sondern erst ab Januar? Grundsätzlich finde ich es aber super, wenn sich Menschen Ziele setzen. Ich persönlich arbeite in Drei-Monats-Rhythmen und kann somit besser kontrollieren was ich erreicht habe und bin das ganze Jahr lang motiviert. Extrem wichtig dabei: Setze dir Ziele, die realistisch und entspannt zu meistern sind.

Was ist, neben deinem Beruf, deine größte Leidenschaft?
Ich habe meine Leidenschaft zum Beruf gemacht, insofern ist das gar nicht so einfach zu sagen. Es ist nichts wozu ich mich zwingen muss. Inzwischen kann ich sagen: Damit ich mich gut fühle, mache ich Yoga. Das an andere weiterzugeben macht mich sehr demütig und stolz. Und vielleicht ergänzend noch: Ich bouldere sehr gerne!

An wen kann ich mich
bei psychischen
Problemen sofort wenden?
TelefonSeelsorge
Osnabrück: 0800 111 0 111
Kinder- und
Jugendnotdienst
Osnabrück: 0541 27276
Bei Therapeutensuche an
die Krankenkasse wenden,
die eine Liste mit allen
Therapeuten der Region
zur Verfügung stellt.