„Ich bin enttäuscht und wütend“

Insider des Monats: Star-Sprayer René Turrek im exklusiven TNI-Interview

Name: René Turrek
Beruf:
Graffiti-Künstler
Geboren:
1977 in Osnabrück
Familienstand:
verheiratet
Kinder:
1 Tochter, 1 Sohn
Berühmte Kunden:
Vin Diesel, Robert Downey Jr., Snoop Dogg, Rihanna, Michael Jordan, Justin Bieber, Marco Reus, Robin Schulz.

Die vergangenen Monate waren für uns alle besonders, für den Osnabrücker Graffiti-Künstler René Turrek allerdings waren sie mehr als turbulent. Alles begann am 28. November mit der BILD-Schlagzeile „Star-Sprayer soll betrogen haben.“ Das ehemalige Management des Künstlers will vor dem Arbeitsgericht Osnabrück 100.000 Euro einklagen. Insgesamt zehn Kunstwerke, die diesem Wert entsprechen sollen, soll Turrek als damals vermeintlich festangestellter Artist unterschlagen und ohne Wissen seines Managements auf eigene Rechnung veräußert haben. Er bestreitet dies, lässt zudem über seinen Anwalt Arnd Tenfelde verlauten, es gebe „Im Zusammenhang mit dem Arbeitsvertrag zahlreiche Ungereimtheiten. Wir werden dies nun in Ruhe prüfen und sodann im gerichtlichen Verfahren thematisieren.“ Mittlerweile sind die Capo Artmanagement GmbH und René Turrek geschiedene Geschäftsleute. Am 12. November 2018 wurde der heute 43-Jährige bereits in einer anderen Sache wegen Steuerhinterziehung rechtskräftig zu einem Jahr und zehn Monaten Gefängnis verurteilt, ausgesetzt zur Bewährung (vier Jahre). Am 03. Juli 2019 wurde ein Insolvenzverfahren gegen Turrek eröffnet. Nun äußert sich der Osnabrücker seit Bekanntwerden der Vorwürfe erstmalig persönlich & spricht in diesem Interview mit unserer Redaktion über seinen Gefühlszustand, falsche Freunde und eigene Fehler.

THE NEW INSIDER: René, die wichtigste Frage vorab: Wie geht’s dir aktuell?

René Turrek: Mir geht es super, ich genieße die Zeit mit meiner tollen Familie.

Wie sehr hat dich die BILD-Schlagzeile „Star-Sprayer soll betrogen haben.“ Ende November 2020 getroffen?

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Was hat sich seitdem für dich und deine Arbeit verändert?

Für mich hat sich nur geändert, dass ich jetzt wesentlich mehr Anfragen ablehne. Mir macht es sehr viel Spaß kreativ zu sein und das kann ich am besten, wenn ich mich auf das Wesentliche konzentriere kann.

Hast du einen generellen Schluss aus dieser ungewollten medialen Aufmerksamkeit gezogen?

Ja, auf jeden Fall. Es gibt Medien, die dich über viele Jahre zu exklusiven Veranstaltungen einladen und sich sehr über deine Anwesenheit freuen. Finden dieselben Medien allerdings ein Haar in der Suppe, halten sie es nicht einmal für nötig vernünftig zu recherchieren, um Fakten und Lügen klarzustellen.

Die Vorwürfe deines ehemaligen Managements sind ja hinlänglich bekannt. Uns ist bewusst, dass du zu Einzelheiten aktuell keine Stellung beziehen kannst. Dennoch: Wie fühlt es sich generell an, wenn man als Künstler so grundlegend in seiner Ehre angegriffen wird?

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Unabhängig von den Sachverhalten im Einzelnen: Würdest du sagen, dass du selber Fehler gemacht hast?

Na klar habe ich Fehler gemacht. Wer macht das nicht? Mein größter Fehler ist allerdings, anderen Menschen zu schnell zu vertrauen und ihnen helfen zu wollen.

Man sagt ja: In schweren Zeiten zeigt sich, was wahre Freunde sind. Du warst bislang als Künstler häufig in einer oberflächlichen Szene unterwegs. Haben sich vermeintliche Freunde abgewendet?

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Du bist jemand, der im Normalfall ständig zwischen zig Ländern und Kontinenten unterwegs ist. Wie sehr fehlt dir das aktuell?

Um ehrlich zu sein fehlt es mir überhaupt nicht. Ich erlebe momentan sehr viel mit meiner Familie, was ich allzu oft aus terminlichen Gründen verpasst habe. Nun können mein Sohn und ich Bilder zusammen zeichnen, während meine Tochter mein „nicht vorhandenes“ handwerkliches Geschick prüft.

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Inwiefern hat dir die Corona-Krise in den vergangenen Wochen und Monaten vielleicht auch die Gelegenheit gegeben dich neu zu erfinden?

Ein Sprichwort besagt: „Langeweile, du bist Mutter der Museen.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Abschließend: Welche Ziele verfolgst du aktuell?

Gute Frage. Mein Ziel ist es, mich als Künstler stetig weiterzuentwickeln, andere und neue Ideen auszuleben und den Betrachtern meiner Kunst eine aufregende Sichtweise meiner Ideen darzustellen.

 

Das gesamte Interview findet ihr in unserer Print-Ausgabe an über 2.000 Verteilerstellen oder online in unserem E-Paper hier