Das „Osnabrücker Ding“ kommt

Das Wort „Ding“ ist nicht unbedingt das Schönste um eine Immobilie zu beschreiben – dennoch könnte es für Osnabrück eine große Veränderung mitbringen. Denn bis 2023 soll dem ehemaligen Galeria-Kaufhof Gebäude neues Leben eingehaucht werden. Das „Osnabrücker Ding“ soll demnach seinen Platz einnehmen.

In Hamburg gibt es den Vorreiter schon: Im Mai 2019 eröffnete der vielleicht innovativste, lässigste und zugleich ultra designverliebte Co-Working-Space: das Hamburger Ding. Das Gebäude mitten im Kiez bietet neben Bürogebäuden auch Meeting- und Eventflächen und beheimatet auch ein Podcaststudio, E-Sport-Center sowie Fitnessstudio. Ein Konzept, das die Hamburger Imvest Projektentwicklung GmbH nun auch in Osnabrück etablieren möchte. Für das ehemalige traditionsbehaftete Kaufhaus wird eine Mischnutzung geplant, die Wohnungen, Büros, Einzelhandel mit dem „Osnabrücker Ding“ verbindet. Dort sollen, wie im Pendant in Hamburg, E-Sport-Veranstaltungen stattfinden und ein Fitnessstudio integriert werden. Start-ups, Soloselbstständige und kleine Unternehmen sollen außerdem die Möglichkeit bekommen überschaubare Flächen zu mieten um diese als Büros oder Verkaufsflächen zu nutzen. Der Bauantrag sei schon in Vorbereitung und der Umbau soll im kommenden Jahr beginnen. Dabei soll das Gebäude nicht etwa abgerissen werden – eine Entkernung samt Sanierung der Haustechnik sei jedoch dringend nötig. Auch die berühmte Wabenfassade soll verschwinden. Die Eröffnung soll voraussichtlich 2023 erfolgen. Imvest-Geschäftsführer Jens-Michael Janssen: „Osnabrück ist das Oberzentrum einer Wachstumsregion, zugleich Sitz diverser Unternehmen und ein Universitäts-Standort. Zudem ist die Immobilie ideal, um unser Konzept des Cross Community Space umzusetzen. Wir haben vor dem Erwerb zahlreiche Gespräche geführt, uns informiert und auch ein klares Bekenntnis von Politik und Verwaltung vernommen zur Belebung und Weiterentwicklung der Innenstadt.“

Das Unternehmen führe aktuell konkrete Gespräche mit potentiellen Mietern. Die Johannishöfe, die voraussichtlich 2025 fertiggestellt werden sollen, sieht Janssen nicht als Konkurrenz an.
„Da bei den Johanneshöfen der Fokus stark auf Wohnen liegt, sehen wir keine Konkurrenzsituation. Ganz im Gegenteil, wir begrüßen diese Neuentwicklung als einen weiteren Baustein für das Erreichen unseres Ziels, den innerstädtischen Bereich entlang der Wittekindstraße aufzuwerten.“
Dass der Osnabrücker Neumarkt und das Areal rundherum politisch sowie städtebaulich ein brisantes Thema ist, ist dem Immobilienunternehmen wohl bekannt. Janssen: „Dafür bringen wir die Module ein, die sich in Hamburg bewährt haben und angenommen wurden, sind aber auch sehr daran interessiert, uns mit den Playern vor Ort zu vernetzen und eine große Portion Lokalkolorit ins „Osnabrücker Ding“ zu bringen. Unser Angebot wird von Politik und Verwaltung als Bereicherung der Innenstadt gesehen, um wieder mehr Menschen in die City zu bringen und dabei auch neue Zielgruppen zu erschließen.“