Datenschutzskandal: Patientendaten in Hausmüll entsorgt

Anna* ist 23 Jahre alt. Ein Arztbrief, der THE NEW INSIDER vorliegt, gibt preis, dass sie sich vor zehn Jahren in ärztliche Behandlung begeben hat, weil sie unter einer kontinuierlichen Enuresis nocturna litt. Auf Deutsch: Sie nässte sich nächtlich ein und musste deshalb Windelhosen tragen. Tagsüber kam es trotz ausgeprägter Drangsymptomatik aber sehr selten zu einem Urinverlust. Trotz Therapieversuchen mittels Klingelhose, multiplen medikamentösen Therapieversuchen sowie Psychotherapie und Beckenbodengymnastik war es zu keinerlei Besserung gekommen.

Anna möchte sicherlich nicht, dass diese Krankengeschichte Dritten zugänglich gemacht wird, weshalb wir ihren Namen geändert haben. Doch wie kam unsere Redaktion an den entsprechenden Arztbrief, der solche unfassbar privaten Details verrät? Ganz einfach: Ein Facharzt für Urologie hat diesen Arztbrief und weitere Unterlagen mit Patientendaten in Osnabrück im Hausmüll entsorgt. Dabei hat er zum Teil gesetzliche Aufbewahrungsfristen missachtet. Denn Ärzte müssen ihre Aufzeichnungen und Akten bis zu 30 Jahre lang aufbewahren. Verstirbt ein Arzt vorher, sind sogar seine Erben zur weiteren Aufbewahrung verpflichtet.

*Name von der Redaktion geändert

Den kompletten Bericht gibt’s in der aktuellen Ausgabe.