Autor: PJonas

Sport und Bewegung ohne Gedöns

Körperfreunde: Trainieren ohne Gedöns

Sie sind endlich angekommen in ihrer neuen Base, die Körperfreunde Osnabrück. Längst hätte Ex-VfL-Athletiktrainer Patrick Jochmann (Foto) mit seinem Team in den „Lauten Speicher“ am Osnabrücker Hafen ziehen wollen. Nun, nach kurzer Corona-Bremse, konnte endlich das eigene Trainingszentrum eröffnet werden. Natürlich mit Abstand und Hygienekonzept, aber „es bewegt sich etwas und wir haben mit Freude festgestellt wie motiviert die Leute nach der Zwangspause sind.“ Das Konzept der Körperfreunde fußt auf gleich drei Säulen: Dem sogenannten Stadtteiltraining, bei dem Outdoor zu meist unter freiem Himmel trainiert wird, dem Training im „Lauten Speicher“ und der Möglichkeit von Personal Trainings sowie Betriebssport (auch direkt in den Firmen). Wer in der Base am Hafen trainiert, den erwartet das erste schweißtreibende Warm-up bereits mit dem Aufstieg in die oberste Etage des ehemaligen Getreidespeichers, der von den Briten einst zum Bürogebäude umfunktioniert wurde und seit 2019 als neues, lokales Kreativquartier wächst und wächst. Körperfreunde-Mitglieder können dort zu jeder Zeit trainieren – allein oder in kleinen Gruppen, unter professioneller Anleitung oder auf eigene Faust. Abends finden montags bis donnerstags Kurse statt (u.a. Zirkel-Training, „Starker Rücken“, „Workout-after-work“ und „Körper-statt-Geräte“), die Stadtteiltrainings finden fünfmal wöchentlich an unterschiedlichen Orten statt. Die Devise lautet „Sport und Bewegung. Ohne Gedöns“ und soll sich klar von den großen Fitnesshallen unterscheiden. Athletikcoach Patrick Jochmann hat schon die VfL-Profis fit für den Aufstieg in die 2. Liga gemacht – nun startet er, gemeinsam mit Fitnesstrainerin Marla Koch und weiteren Mitstreitern, selbstständig durch. Das obere Geschoss der „Körperfreunde“ ist noch frei. Dort soll nach Aufhebung der Abstandsregeln eine Art Chillarea entstehen, wo man sich nach dem Workout unterhalten und bei einem Drink abschalten kann. „Wir trainieren in der Regel miteinander, nicht nebeneinander her“, erklärt Jochmann. Vom Alltagssportler bis zum ambitionierten Athleten.  Körperfreunde eben.

 

Chefcoach Grote über seine Ziele und Visionen

Chefcoach Grote über seine Ziele und Visionen

Marco Grote tritt kein leichtes Erbe an: Mit Daniel Thioune verließ eine echte lila-weiße Ikone den Verein auf eigenen Wunsch, die ebenso beliebt wie erfolgreich war. Der 47-jährige Bremer unterzeichnete einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022. Zuletzt betreute er die U19-Mannschaft von Werder Bremen in der A-Junioren-Bundesliga, nun steckt er mit den VfL-Profis mitten in der Vorbereitung auf den Saisonstart am 19. September. Im TNI-Talk sprich er über seine neue Herausforderung, die Kaderzusammenstellung und den neuen Co-Trainer Deniz Dogan.

 

THE NEW INSIDER: Herr Grote, zunächst auch von uns nochmal ein herzliches Willkommen in Osnabrück. Haben Sie sich bereits mit der Stadt vertraut machen können?

Marco Grote: Zwangsläufig ja, weil ich irgendwo was essen muss. Ich wohne derzeit noch im Hotel, habe inzwischen aber einen Mietvertrag zum 01.10. unterschrieben. Man kann im Hotel zwar auch was essen, aber ein bisschen Abwechslung tut gut.

Sie hatten aber vorher wahrscheinlich jetzt nicht die große Verbindung zu Osnabrück, oder?

Ich hatte tatsächlich mit einem Osnabrücker zu Werder-Jugendzeiten zusammengespielt und somit die Stadt ein paar Mal besucht. Eine persönliche Verbindung habe ich aber nicht. 

Durch die Corona-Pandemie ist das Transferfenster noch bis zum 05. Oktober geöffnet. Die Saison beginnt allerdings bereits am 19. September. Wie zuversichtlich sind Sie, dass zum Auftakt in Fürth bereits der finale VfL-Kader steht?

Je nachdem, was die Situation erfordert bzw. was der Markt hergibt. Für einen Trainer ist es immer der Wunsch, das Team möglichst früh zu komplettieren. So können Abläufe und Spielinhalte früher verinnerlicht und ausgereift werden. Je später ich einen Spieler dabei habe, umso größer ist die Gewöhnungs- und Aufarbeitungsphase. Ich schließe nicht aus, dass da noch ganz spät etwas passiert. Damit kann und muss ich dann auch eben zurechtkommen.

Bislang lag das Durchschnittsalter des VfL-Kaders bei 26 Jahren. Sie sind als Nachwuchscoach bekannt geworden. Wird der Kader also tendenziell eher jünger?

Das würde ich so pauschal nicht sagen. In der 2. Bundesliga benötigen wir einen ausgewogenen Kader, also natürlich junge Perspektivspieler, aber auch welche im mittleren Alter, die schon etwas erlebt haben. Letztendlich hängt viel damit zusammen welchen Mannschaftsgeist diese entwickeln können. Bisher habe ich den positiven Eindruck, dass die Spieler sehr gut zueinander passen. Wir achten darauf, dass das weiterhin so bleibt.  

Welche Rolle trauen Sie den beiden Youngstern Marc Augé und Hakim Traoré in der kommenden Saison zu?

Schwer zu sagen, dafür ist es noch etwas zu früh. Die Jungs kommen direkt aus der Jugend, was man natürlich merkt. Ich finde, dass im Testspiel gegen Schalke deutlich zu sehen war wo ihr Potential liegt. Alles andere werden wir mit der Zeit gemeinsam rausfinden.

Ihren neuen Co-Trainer Deniz Dogan kennen Sie bereits aus Ihrer gemeinsamen Vergangenheit in Hamburg und Lübeck. Wie würden Sie ihn charakterisieren?

Eine wesentliche Eigenschaft von Deniz ist, dass er ein absoluter Teamplayer ist. Ich kenne „Dogi“ schon sehr lange, er ist mit vielen Menschen kompatibel und wird wunderbar in dieses Team reinpassen. Deniz bringt zudem unterschiedliche Facetten und Erfahrungen mit. Die eines Trainers ebenso wie die eines Spielers, der einen spannenden Werdegang hingelegt hat. Ich denke, dass wir uns in vielen Bereichen ergänzen können.  

Gibt es trotz Corona die Möglichkeit sich der Fanszene vorzustellen?

Kontakt mit den Fans wäre wünschenswert, da der Fußball davon lebt. Die volle Bremer Brücke ist schon ein schöneres Bild als wenn sie leer ist. Bisher hat sich jedoch noch nichts Konkretes ergeben, ich habe allerdings schon mit dem einen oder anderen Fanvertreter sprechen können.

In der vergangenen Saison gab es häufig auch innerhalb eines Spiels Veränderungen der Grundordnung, angepasst an den jeweiligen Gegner und den Spielverlauf. Setzen Sie persönlich eher auf Konstanz oder Variabilität?

Grundsätzlich ist das genau die richtige Vorgangsweise und nicht etwas, das nur Daniel Thioune gemacht hat. Veränderungen sind wichtig, wenn man etwas erreichen möchte. Alle nötigen Entscheidungen sollten dem Spiel dienen sowie den Spielern helfen. Wir werden uns nicht nur auf ein System beschränken. Defensiv sowie Offensiv müssen wir flexibel sein. Anders wird es nicht hinhauen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Fotos: Jana Lange (Jana fotografiert)

Mrs. Hyde Park im TNI-Interview

Conny Overbeck: Mrs. Hyde Park im TNI-Talk

THE NEW INSIDER: Hallo Conny! Du bist Inhaberin des Hyde Parks und hast als solche in all den Jahren schon einiges erlebt. Eine Pandemie ist aber auch für euch neu. Wie seid ihr bislang durch die Krise gekommen?

Conny Overbeck: Naja, schön ist es nicht. Wir haben um Zahlungsaufschub in einigen Bereichen gebeten, unsere festen Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt sowie die Aushilfen auf „null“ gesetzt. Man kriegt ja ein bisschen was vom Staat, aber langfristig wird das nicht reichen. Ich müsste Hartz IV beantragen, wenn das so weitergeht. 

Konntest du dir vorstellen, dass du so lange im Geschäft bleiben würdest, als du 1976 angefangen hast?

Nein auf keinen Fall. Ich war damals in Rüschendorf nur nebenbei in der Gastronomie tätig, um mir etwas Geld dazu zu verdienen. Mein alter Chef hatte dann die Auflage jeden Tag bis auf den Ruhetag die Gaststätte im damaligen Schweizerhaus zu öffnen. Da er das alleine nicht geschafft hätte, übernahm ich werktags die Schicht von 17:00 bis 22:00 Uhr. Wenig später habe ich etwas Geld geerbt, ihm den Schweizerhaus abgekauft und quasi neu aufgelegt. Für Bands gab es damals nicht so viel. Also lief der Betrieb von Anfang an sehr gut und kam immer mehr ins Rollen.

Welches Ereignis hat dich in den mehr als 40 Jahren am meisten geprägt?

Die Unruhen 1983 an der Rheiner Landstraße.

Wie hast du diese damals erlebt?

Ich stand hinter der Theke und habe erst gar nicht verstanden was passiert. Wir wussten zwar, dass es Probleme geben wird, da wir den Hyde Park trotz behördlicher Anordnung nicht schließen wollten. Auf einmal standen dort über 700 Polizisten, die unsere Mitarbeiter verhaftet haben. Es kam zu Schlägereien und Tränengasangriffen. Wenig später riefen die Boulevardblätter an und wollten mit uns sprechen. Fast zwei Wochen war Chaos angesagt.

Was würdest du rückblickend heute anders machen?

Ein bisschen mehr Geschäftsfrau sein und insgesamt kapitalistischer denken.

Inwiefern hast du dich mit den Jahren persönlich verändert?

Natürlich formt einen der Laden. Aber ich kann nicht sagen, ob und wie ich mich verändert habe. Das müsste man jemanden fragen, der mich seitdem kennt und begleitet hat. Ich sehe auch nicht ein, dass ich 68 Jahre alt bin. Gefühlt bin ich noch immer 40. (lacht)

Was vermisst du während der aktuellen Zwangspause am meisten?

Meine ganz normale Routine. Die Einkäufe, Organisation und sogar die Buchführung. Das alles wird momentan nicht mehr gebraucht. Ich stehe morgens auf und habe nichts zu tun. Die Buchhandlungen machen gutes Geld mit mir und mein Garten ist auch froh, dass ich mehr Zeit für ihn habe. Aber auf Dauer wird es langweilig.

Habt ihr seit der Schließung schon Resonanz von Stammgästen bekommen?

Ja, total viel – über Facebook unter anderem, z.B. Bilder von Gästen, die mit „Wir vermissen euch“-Schildern vorm Hyde Park stehen. Leider kann ich nichts an der Situation ändern. 

Inwiefern hat sich die Klientel des Hyde Park über die Jahre verändert?

Meine Mutter sagte damals „Die Jugend hat sich verändert.“ Heute sage ich dasselbe. Dennoch ist die Klientel relativ gleich geblieben. Alle Schichten, alle Generationen, alle Kleidungsstile und Hautfarben. Zu uns kommen keine Besucher, die sich drei Stunden vorher fertig machen. 

Wie würdest du eure Philosophie in drei Worten beschreiben?

Peace, Love and Rock ‘n‘ Roll.

Gibt es für euch einen Plan B?

Wir wollen so lange durchhalten, bis wir wieder aufmachen dürfen. Zur Not müssen wir die Preise erhöhen und jeder zahlt 500 Euro Eintritt (lacht). Spaß beiseite, wir haben schon einen 1 1/2-Jahresplan, der unsere Ausgaben und Einnahmen so weit eingrenzt, damit wir aus Krisen möglichst unbeschadet rauskommen. Kopf hoch und einfach weiter machen. Etwas anderes bleibt uns nicht übrig.

Wie lange möchtest du persönlich noch in diesem Geschäft arbeiten?

Mein Pachtvertrag läuft noch acht Jahre – bis dahin bleibe ich dem Hyde Park sicher erhalten.

Gibt es Dinge, die du innerhalb dieser Corona-Phase machen konntest, die sonst immer liegen geblieben sind?

Wir haben einige Dinge repariert, u.a. das durch Vandalismus entstandene Loch in unserer Wand oder die Scheinwerfer gesäubert. Im Keller hatten wir Wasser stehen, das ist jetzt auch beseitigt. Groß umbauen oder verändern wollen wir aber nichts.

Welchen Act möchtest du in deinem Leben noch einmal auf der Hyde Park-Bühne sehen?

Eric Burdon würde ich gerne noch einmal erleben.

Interview: Brandmeisteranwärterin Piera Beuing

Insider des Monats: Piera Beuing

Brandmeisteranwärterin der Feuerwehr Osnabrück

Name: Piera Beuing
Geburtstag: 19.02.1992
Geburtsort: Greven
Ausbildung: Notfallsanitäterin
Familienstand: verheiratet
Kinder: Keine
Hobbys: Wakeboarding, Laufen, Unterwegs mit Freunden, zusätzlich aktiv in der Freiwilligen Feuerwehr

    

THE NEW INSIDER: Warum und in welchem Alter hast du dich für die Ausbildung zur Brandmeisteranwärterin entschieden?

Piera Beuing: 2014 habe ich die 3-jährige Ausbildung zur Notfallsanitäterin absolviert und habe währenddessen schon bemerkt, dass die Feuerwehr eine Herausforderung ist, die ich aufnehmen möchte. Zwei Jahre später, mit 27 Jahren, habe ich mich dann in Osnabrück beworben und habe im September 2019 bin ich mit dem Grundausbildungslehrgang begonnen.  

Welche Fähigkeiten sollte man für deinen Beruf mitbringen?

Elementar sind Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Zusätzlich die physische und psychische Belastbarkeit, damit man Einsätze sportlich packt und mental verarbeiten kann. Etwas handwerkliches Geschick gehört auch immer dazu.

Wie umfangreich war das Auswahlverfahren?

Voraussetzung war zunächst, dass ich einen Feuerwehr-dienlichen Beruf mitbringe. Am Anfang stand der Sporttest mit verschiedenen Stationen, den man bestehen musste. Dann wurde unsere Höhenangst geprüft. Ich musste eine 30-Meter lange Leiter hochsteigen, es folgte ein schriftlicher Test, der sich aus medizinischen und allgemeinen Fragen zusammensetzte. Hat man diesen bestanden, geht es in ein persönliches Gespräch und zuletzt wird ein rettungsdienstliches Fallbeispiel besprochen.

Würdest du sagen, dass dein Beruf zugleich auch Berufung ist – oder hattest du ursprünglich einen anderen Karriereplan?

Für mich ist es zweifellos mehr als ein Beruf. Neben meinem Hauptjob bei der Berufsfeuerwehr Osnabrück bin ich auch in meinem Heimatdorf auch aktives Mitglied in der freiwilligen Feuerwehr. Einen anderen Karriereplan hatte ich nie.

Wie schwer ist es körperlich und psychisch innerhalb kürzester Zeit von null auf hundert zu fahren vor Einsätzen?

Für mich ist jeder Arbeitstag spannend und aufregend. Insofern fällt es mir überhaupt nicht schwer. Ich spüre dann das Adrenalin, spule innerlich das ganze Gelernte ab und versuche es nach bestem Gelingen umzusetzen.

Wie häufig wirst du als angehende Brandmeisterin mit Geschlechter-Klischees konfrontiert?

Bei der Berufsfeuerwehr Osnabrück wurde ich sofort als vollwertiges Teammitglied akzeptiert. Da wurde von Beginn nicht unterschieden. Ich gebe immer 120 Prozent und ich lasse mir nichts Schweres aus der Hand nehmen, da wir ja im Prinzip alle den gleichen Job machen.

Wie fallen die Reaktionen anderer aus, wenn du von deinem Beruf erzählst?

Privat hört man schon ab und an so etwas wie „Frauen können das körperlich gar nicht so leisten wie die Männer“ oder „Kann man da überhaupt mithalten?“ Dennoch bekomme ich auch viel Anerkennung und bin stolz darauf, dass ich definitiv mithalten kann. Ich bereue diese Entscheidung keine Sekunde.

Sind deine Angehörigen häufig in Sorge um deine Gesundheit?

Definitiv. Aus diesem Grund telefoniere ich häufig mit meiner Mama und versichere ihr nach Einsätzen, dass alles in Ordnung ist. Natürlich ist der Beruf mit Gefahr verbunden, insofern ist es umso wichtiger eine gute Ausbildung zu genießen und von den erfahrenen Kollegen und Kolleginnen zu lernen.

Wie vereinbarst du dein Privatleben mit deinem Beruf?

Meine Frau ist im selben Beruf tätig, das passt wirklich super. Wir erzählen uns gegenseitig viel und lernen voneinander.

Welcher war dein bislang aufregendster Arbeitstag, der dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Definitiv der Großbrand am 20. Juli im Fledder. Das war mein spannendster und längster Arbeitstag.

Du warst unter Atemschutz bei den Löscharbeiten in OS-Fledder (Brand bei Belkola) hautnah dabei. Wie würdest den Einsatz beschreiben?

Bevor wird dort angekommen sind, sind mir tausend Gedanken durch den Kopf geschossen. Vor Ort hat man direkt funktioniert und ich war froh, dass ich einen älteren Kollegen an meiner Seite hatte, der mich super durch diesen Einsatz geführt hat. Ich konnte vieles umsetzen, was ich in der Grundausbildung gelernt habe. In Osnabrück war es das größte Feuer seit 20 Jahren, daher werde ich sicher noch lange daran zurückdenken.

Du warst am 07. Juli auch beim tödlichen Fahrradunfall am Schlosswall tätig. Wie lange hat dich dieser Einsatz noch beschäftigt?

Das war natürlich sehr tragisch. Dennoch ist es bei mir so, dass wenn ich den Dienst verlasse und meine Einsatzkleidung weghänge, versuche nicht mehr daran zu denken. So etwas gehört zu meinem Beruf dazu, aber mit nach Hause nehme ich das zum Glück nicht.

Neu-Cheftrainer Marco Grote tritt Thioune-Nachfolge an

„Ich habe ein bisschen darauf gehofft“

Da ist er nun also, der neue Chefcoach! Nachdem Erfolgstrainer Daniel Thioune überraschend seinen Wechsel zum Hamburger SV verkündete, Stand kurzzeitig ganz Fußball-Osnabrück still. Was nun? Und vor allem: Wer nun? Schnell wurden medial einige potenzielle Kandidaten gehandelt, doch Sportdirektor Benjamin Schmedes wurde seinem Ruf als Ausnahmescout einmal mehr gerecht. Denn keiner der genannten Fußballlehrer wurde es. Stattdessen zauberte Schmedes mit Marco Grote (47) einen Trainer aus dem Hut, den eben wieder niemand auf dem Zettel hatte. „In dem Moment, als ich mitbekommen habe, dass Daniel Thioune den Verein verlässt, hatte ich sogar ein bisschen die Hoffnung, dass irgendjemand auf die Idee kommen könnte, mich tatsächlich anzurufen“, verriet Grote in seiner ersten Pressekonferenz. Schmedes rief an, verglich das Anforderungsprofil des VfL mit den Fähigkeiten des Bremers – und beide Seiten kamen zu dem Schluss: Es passt. Beziehungsweise: Es könnte passen. Denn exakt das gilt es jetzt natürlich herauszufinden. Im Herrenbereich des Profifußballs kann Grote bislang noch keine Referenzen als Chefcoach nachweisen – einzig beim VfB Lübeck assistierte er einst Stefan Böger. Einen ungleich größeren Namen hat sich der Neu-Osnabrücker zuletzt in mehr als zwölf Dienstjahren im Jugendbereich des SV Werder Bremen gemacht. Grote kann es nun „kaum abwarten“ endlich seine Arbeit aufzunehmen. Mit seinem Funktionsteam und vielen Spielern sprach er bereits telefonisch, nun soll möglichst schnell der Kader für die neue Saison zusammengestellt werden. „Zum Trainingsstart werden wir wohl nicht alle zusammenbekommen“, verkündete Benjamin Schmedes. „Vor allem im Offensivbereich wollen wir uns noch deutlich verstärken.“ Das Transferfenster ist wegen Corona noch bis zum 05. Oktober geöffnet. Gesucht wird außerdem aktuell noch ein Co-Trainer. Erster Neuzugang der Saison ist Rückkehrer Timo Beermann (29). Aus der eigenen Jugend erhielten zudem Marc Augé und Hakim Traoré (beide 19) Profiverträge.

 

 

Insider des Monats: OSNABLOC

Insider des Monats: Daniel Friedrich & Runa Lahmann, Osnabloc 

Osnabrücks zweite Boulderhalle ist eröffnet. Seit Ende Mai kann bei Osnabloc am Großen Fledderweg 89 geklettert werden. Doch was erwartet einen auf den mehr als 1.300 Quadratmetern? Wir haben mit den Machern gesprochen.

THE NEW INSIDER: Wann und wie ist die Idee für eure eigene Boulderhalle in Osnabrück entstanden und wie habt ihr zusammengefunden?

RUNA: Die Idee haben wir schon eine ganze Weile mit uns rumgetragen. Jeder auf seine Art und Weise. Im letzten Sommer setzen wir uns in dieser Konstellation, gemeinsam mit Erik Rau,
zusammen und erarbeiteten ein Konzept für die Umsetzung.

Wie sah eure Vision von Osnabloc anfangs aus?

DANIEL: Einiges ist mit unserem Wandbauer direkt am PC entstanden. Die einzigartige Farbgebung ist ganz und gar auf Runas Mist gewachsen. (lacht) Es ist so geworden wie wir es uns vorgestellt haben und die Leute feiern es total. Mit der Nimmerland-Kinderhalle im Peter Pan-Stil haben wir uns als Disney-Fans auch einen kleinen Kindheitstraum erfüllt.

RUNA: Nachhaltigkeit ist uns sehr wichtig. Die Theke stammt aus dem ehemaligen Green Mark, die Tische sind selbstgebaut, unsere Möbel sind Second-Hand und von uns restauriert worden.

Wie ist die Aufgabenverteilung im Team?

RUNA: Ich bin mittlerweile frischgebackene Grafikdesignerin. (lacht) Unfassbar was man alles lernt, wenn man eine Boulderhalle eröffnet. Außerdem bin ich quasi die Chef-Schrauberin und kümmere mich um den Boulderbau. Mit der Zeit würde ich auch wahnsinnig gerne eine Leistungsgruppe etablieren, die auf Wettkämpfe fährt. Ich selbst war schon auf der Deutschen Bouldermeisterschaft und bin ausgebildete DAV-Trainerin (Deutscher Alpenverein).

DANIEL: Ich organisiere und konzeptioniere die Kindergruppen und -geburtstage. Als studierter Grundschullehrer lag das irgendwie nahe. Unseren Gastrobereich betreue ich ebenso. Erik
ist unser Bürohengst,´der im Hintergrund alle wichtigen Fäden zieht.

Inwiefern hat Corona euch ausgebremst?

RUNA: Zunächst hat uns Ende 2019 der Abriss einer Wand in der Halle ausgebremst. Als wir dann im Januar endlich die Genehmigung hatten, ging es unglaublich schnell. Geplant war die Eröffnung ursprünglich für März/April, doch Corona hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.

DANIEL: Es wird aber noch lange eine Baustelle bleiben, denn man findet immer etwas Neues. Ich glaube, eine Boulderhalle ist nie komplett fertig. Aktuell ist der Workoutbereich aufgrund der Hygienevorschriften noch dicht.

Für wen ist das Bouldern geeignet?

DANIEL: Wer laufen kann, kann auch bouldern.

RUNA: Und wer ’ne Leiter hochkommt, kommt auch die einfachsten Routen hoch. Wir haben für jedes Fitnesslevel etwas Passendes dabei.


Warum hat Osnabrück eine zweite Boulderhalle gebraucht?

RUNA: Die Community braucht Abwechslung. Wir schrauben zweimal die Woche um, sodass quasi jeder Besuch einzigartig ist. Wir laden verschiedene Schrauber ein, die alle ihren eigenen Stil haben.

DANIEL:  Durch die Höhe der Halle ist es sogar möglich an unserem Mittelschiff, der Titanic, oben raus über den Rand zu klettern. Das ist für viele noch
ein Extra-Kick. Im Fachjargon nennt sich das Top-Out.

RUNA: Auch zu erwähnen ist, dass wir eine der längsten Wettkampfwände Deutschlands haben. Neu sind unsere Gruppen-Workouts sowie Yogakurse, als Ausgleich zum Bouldern. In Zukunft wird es auch einen Wellnessraum im Osnabloc geben, in dem man sich entspannen und massieren lassen kann.

DANIEL: Und wir haben die geilste Bar aller Boulderhallen! (lacht) Das wurde uns zumindest so zugetragen. Als Partner haben wir u.a. vanWEINS mit im Boot und bei uns gibt es auch im Normalbetrieb leckere Longdrinks und Detmolder vom Fass.

RUNA: Man kann auch gerne kommen, wenn man nicht bouldert. Unser Garten und der Gastrobereich sind groß genug für alle.

Berlin-Urlaub statt Griechenland

Lila-weiß Report mit Maurice Trapp, VfL-Abwehrchef

„Trapp verlängert bis 2024“ – diese Meldung hat die VfL-Fans zuletzt mit am meisten gefreut. Hinter dem lila-weißen Abwehrchef liegt eine Saison voller Hürden, die mit einer langwierigen Rückenverletzung begann. Erst in der Rückrunde konnte der 28-Jährige wieder voll einsteigen, absolvierte dann aber doch noch insgesamt 12 Partien und trug im Saisonfinale entscheidend zum Klassenerhalt bei. Wie Osnabrück schnell zur zweiten Heimat des Berliners wurde und welche Ziele er nun anstrebt, erzählt er im TNI-Talk.

THE NEW INSIDER: Maurice, Hand aufs Herz: Wie groß war die Anspannung vor dem Heimspiel gegen Kiel – und wie groß die Erleichterung danach?

Ein wenig Anspannung ist definitiv bei uns allen abgefallen, keine Frage. Allerdings wurde das Thema öffentlich deutlich größer gemacht als wir es intern gespürt haben. Zum Start der Rückrunde hatten wir eine Phase, in der es nicht besonders lief, haben aber immer die Ruhe bewahrt und an uns geglaubt. Letztendlich standen wir zu keinem Zeitpunkt der Saison auf einem Abstiegsplatz und das ist für einen Aufsteiger definitiv bemerkenswert.

Konntet ihr diesen Erfolg denn trotz Hygieneauflagen einigermaßen zelebrieren?

Gefeiert jetzt nicht direkt, aber nach dem Kiel-Spiel haben wir schon noch länger in der Kabine zusammengesessen und später das eine oder andere Kaltgetränk zu uns genommen. Im Rahmen der Hygieneauflagen natürlich. Aber ohne unsere Fans war es insgesamt ein etwas surreales Szenario – nicht vergleichbar mit dem des Aufstiegs im Jahr zuvor.

Du selbst konntest in dieser Saison verletzungsbedingt lediglich zwölf Spiele bestreiten. Wie bewertest du die Saison rückblickend für dich persönlich?

Da kann man im Grunde ja nur die Rückrunde bewerten. Ich muss sagen, dass ich im Nachhinein vielleicht noch etwas langsamer hätte wiedereinsteigen sollen. Die Belastung war dann doch spürbar und ich musste nach meiner langwierigen Rückenverletzung auch echt aufpassen. Als ich dann wieder voll fit war, hat es sich allerdings super angefühlt. Aber natürlich wünsche ich mir für 2020/21 wieder deutlich mehr Spielzeit.

Gab es nach dem Spiel gegen Dynamo nochmals eine sportliche Aufarbeitung der Saison – oder ging es direkt in den Urlaub?

Wir Spieler haben jetzt erstmal Urlaub, aber unser Trainerteam wird sicher recht zeitnah die richtigen Schlüsse aus dieser Saison ziehen. Es war zuletzt auch aufgrund der Corona-Situation eine sehr besondere, extrem kräftezehrende Spielzeit. Ich denke, die meisten sind froh, jetzt auch mal einen Gang runterschalten zu können. Immer mit der Hoffnung auf eine möglichst normal durchführbare neue Spielzeit.

Wie wirst du die spielfreie Zeit verbringen?

Eigentlich war ein Griechenland-Urlaub geplant, aber der ist längst storniert. Insofern fahre ich zu meiner Familie nach Berlin und lege dort ein paar Tage die Beine hoch, ehe die Vorbereitung auf die neue Saison wieder langsam beginnt.

Trainierst du seit deiner Rückenverletzung nun noch häufiger?

Das kann man sagen, ja. Ich versuche regelmäßig früher zum Training zu kommen, mehr Stabilisationsübungen zu machen und auf die Signale meines Körpers zu hören.

Deine Vertragsverlängerung bis 2024 war frühzeitig und erstaunlich langfristig. Was möchtest du beim VfL noch erreichen?

Ich glaube tatsächlich, dass im Verein sehr großes Potenzial steckt und wir gemeinsam noch einiges erreichen können in dieser Konstellation. Ziel muss es sein, den VfL zu einem etablierten Zweitligisten zu machen. Unter anderem deshalb habe ich meinen Vertrag so langfristig verlängert, denn diesen Weg möchte ich gern mitgestalten.

Es gibt wenig Spieler, die sich in so kurzer Zeit derart in die Herzen der Fans gespielt haben. Wie erklärst du dir das?

Das Aufstiegsjahr hat Mannschaft, Verein und Fans unheimlich zusammengeschweißt. Darauf konnten wir aufbauen und ich bin ein Typ, der sowas auch braucht. Osnabrück ist schnell zu meiner zweiten Heimat geworden und ich bin bereit, hier weiterhin alle meine Stärken einzubringen.

Zuletzt habt ihr euch als Verein und Mannschaft u.a. für die Bewegung #blacklivesmatter stark gemacht. Wie wichtig sind dir derartige Statements?

Es ist eigentlich traurig, dass wir im Jahr 2020 noch immer über Rassismus diskutieren müssen. Aber man muss sich der Realität stellen und für seine Werte einstehen. Wir als Team und Verein versuchen Zeichen zu setzen und unsere Reichweite da sinnvoll zu nutzen. Hoffentlich bewirkt es etwas.

Aufn Korn mit…Nele Mondorf

Ein Ort, an dem Heiratsanträge gemacht werden

Aufn Korn mit…Nele Mondorf, Betriebsleiterin vom Sonnendeck

Es ist Dienstag, irgendwie zu grau für Juni und im Sonnendeck hängt ein verlorenes, plüschiges Tiger-Kostüm. Vor uns sitzt Nele und übernimmt heute den Job der Sonne – ihre herzliche Aura strahlt durch den ganzen Bar-Bereich und schnell wird klar: Nele hat das, was viele suchen. Sie hat ihren Platz im Leben gefunden.

Schon mit 11 war Nele immer ganz nah am Gast. Die Wochenenden verbrachte sie damit, Berliner zu verkaufen. Ihre Familie ist reich an Schaustellern und so war es für sie schon immer selbstverständlich dann zu arbeiten, wenn andere ihre Freizeit genießen. „In der 8. Klasse hat man dieses dicke, gelbe Heft vom Arbeitsamt gekriegt. Ich hab das dann durchgeblättert und den Beruf „Veranstaltungskauffrau“ entdeckt. Zuhause hab ich meinen Eltern dann das Buch hingelegt und gesagt „Das!“ – Ende der Geschichte. Ihre Lebensphilosophie, den eigenen Weg zu gehen, sich nicht ausbremsen zu lassen und das Leben so zu leben, wie es nun einmal kommt, hat sich schon damals abgezeichnet. Diesen Weg hat Nele bis heute verfolgt: Ausbildung im hessischen Limburg an der Lahn, Zwischenstopp in Köln, Studium in Osnabrück, Nebenjob im Sonnendeck. Das war 2012. Acht Jahre später ist Nele Betriebsleiterin und sagt, dass das nördliche Varel zwar ihre Heimat ist und sie dort auch starken Rückhalt erfährt, Osnabrück jedoch ihr „richtiges Zuhause“ sei. Mitunter auch, weil ihr das Sonnendeck einen einmaligen Arbeitsplatz bietet, den sie so schnell nicht erneut findet.

Was tut das Tigerkostüm hier?

Sitzt man mit Bernd Wagner, dem Inhaber, und ihr an einem Tisch, könnte man sich das auch sonntags gut auf ein Käffchen vorstellen. Es herrscht familiäre Atmosphäre, der Schriftzug „Friends“ prangt über der Theke und exakt das wird auch gelebt. „Wir sind für alle da – das Sonnendeck ist dein Freund, dein Wohnzimmer, du kannst hier immer herkommen. Hier ist jeder willkommen! Egal, was du machst, wie alt du bist und wie du aussiehst: Komm rein, feier mit uns!“, beschreibt Nele die Philosophie des Szeneclubs. Da erstaunt es auch nicht, dass Gäste im Sonnendeck bereits Hochzeitsfotos haben schießen lassen oder sie einen Heiratsantrag mit rotem Teppich, Rosen und allem Drum und Dran organisiert hat. Dieser Ort ist für viele Osnabrücker eben mehr. Fast 15 Jahre lang gibt es das Sonnendeck schon, das anfangs noch in der heutigen Sonderbar zuhause war und nach der „Wintersonnenwende“ – so nennt Bernd den Umzug gerne – in die jetzigen Räumlichkeiten gezogen ist. Zuvor hieß die Location Wintergarten, dann Sonnendeck. Wintersonnenwende, versteht ihr?! Klar gäbe es günstigere Jahre für so ein tolles Jubiläum, aber gemeckert wird nicht. Erst kürzlich wurde das Corona-Motto „Sonnendeck goes outside“ ausgerufen. Was dahinter steckt? Das Team hat, gemeinsam mit den Machern des Anyway Eventhaus‘, einen großen Biergarten an der Martinistraße aufgezogen. Hochwertige Drinks und ein wechselndes Food-Angebot sollen dort Gäste und Mitarbeiter endlich wieder vereinen.

„Egal, wer du auch bist – komm rein und feier‘ mit uns!“

An den Wochenenden stehen die Sonnendeck-DJs an den Plattentellern und sorgen für entspannte Untermalung. „Wir möchten eine Win-Win-Situation schaffen. Die DJs verdienen aktuell nichts, unser Team logischerweise auch nicht und die Leute sollen nicht bloß spenden, sondern auch etwas für ihr Geld bekommen“, unterstreicht die Betriebsleiterin. Vier Dinge halten wir also fest: 1. Wenn ihr euren familiären Club unterstützen wollt, bringt keine Spenden, sondern eine stabile Leber mit – sei es im Biergarten oder für den Home Cocktail Service (alkoholfrei geht natürlich auch). 2. Dem Sonnendeck könnt ihr am 30.09.2020 zum 15-Jährigen gratulieren. 3. Wenn DU ein plüschiges Tigerkostüm in Onesie-Form beim Karneval verloren hast, meld‘ dich doch fix. Es hängt da halt so traurig rum. 4. Nele ist ein Mensch, dem man wirklich gerne begegnet – ob vor oder hinter der Theke. Beides gut möglich. Probier’s mal aus!

Leidenschaft fürs gute Essen

Die Foodistas – Osnabrücker Bloggerinnen im TNI-Interview

Vier Schwestern, eine Leidenschaft. Für die Foodistas ist Kochen und Backen eine Herzensangelegenheit, die sie auf ihrem Blog in Form von Rezepten und Empfehlungen mit ihren Lesern teilen. Tine und Jasmin wohnen noch in Osnabrück, Carina und Tanja mussten beruflich bedingt die Friedensstadt verlassen. Gemeinsam entwickeln sie digital kulinarische Beiträge, zum inspirieren und nachmachen.

Warum und wann habt ihr euren Foodblog ins Leben gerufen?

Die Foodistas gibt es bereits seit über fünf Jahren. Beruflich bedingt mussten sich Carina und Tanja leider von Osnabrück als Heimatstadt verabschieden uns zogen nach Mainz und Düsseldorf. Da unsere persönlichen Treffen aber immer von kulinarischen Kochevents geprägt waren und wir gerne füreinander kochten, musste eine Art Datenbank ins Leben gerufen werden. So ist unser Blog entstanden.

Ihr seid kulinarisch schon viel rumgekommen. Welches Land findet ihr am spannendsten?

Sich bei vier Foodistas auf ein Land festzulegen ist wirklich schwierig. Wir lieben das gemeinsame Kochen und hier eignen sich auf jeden Fall Rezepte aus Spanien, Italien oder Griechenland, denn hier bereitet einfach jede von uns eine Art von Vorspeise, Antipasti oder Mezze vor.

Tofu, Quinoa, Chiasamen und weitere Superfoods sind schon längst nicht mehr aus der Szene wegzudenken. Welche neuen In-Foods stehen bereits in den Startlöchern?

Wir halten ehrlich gesagt nicht viel von diesen gehypten Zutaten, denn auch heimische Obst- und Gemüsesorten besitzen all die tollen Eigenschaften die Superfoods wie Tofu, Quinoa, Chiasamen nachgesagt werden. Grünkohl und Rote Bete sind zum Beispiel heimische Alternativen. In-Foods für die nächsten Jahre werden aus diesem Grund heimische und wiederentdeckte Lebensmittel sein. Denn auch die Art des Kochens hat sich hier weiterentwickelt.

 

Könnt ihr vom Food bloggen alleine leben?

Wenn man eine klare Strategie verfolgt und sich eine Marke aufbaut, geht das auf jeden Fall. Genau das haben wir mit den Foodistas geschafft. Dadurch dass wir unseren Lesern regelmäßig neue Rezepte vorstellen, haben wir natürlich auch dementsprechende Zugriffszahlen. Ein weiterer Grund für unseren Erfolg ist die abwechslungsreiche Küche, denn wir vier Foodistas haben natürlich unterschiedliche Geschmäcker, so findet sich eine breite Zielgruppe auf dem Blog wieder. Es entstehen Kooperationen, aber wir entwickeln für unsere Partner auch Rezeptstrecken, Videos und anderen relevanten Content.

Habt ihr das Gefühl, dass in Zeiten von Corona das Thema „Genuss“ an Stellenwert gewonnen hat?

Die Corona Krise hat uns gezeigt, dass sich viel mehr Menschen wieder mit dem Thema kochen beschäftigten und so verzeichneten wir die ersten zwei Monate eine Verdopplung der Zugriffszahlen.

Welche sind eure Osnabrücker Lieblingslocations?

Wir gehen gerne im Friedrich essen, uns gefällt das Ambiente und auch das Essen inspiriert uns! Vielleicht kein Geheimtipp mehr aber eine unbedingte Empfehlung ist das iko. Küchenchef Tom Elstermeyer schafft es immer wieder aufs Neue uns mit seinen Kreationen in seinen Bann zu ziehen.

Olympiaarzt Dr. Grim im Interview

Der Arzt, dem die Sportler vertrauen

Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Sportmedizin Dr. Casper Grim im TNI-Interview

THE NEW INSIDER: Warum haben Sie sich damals für ein Medizinstudium entschieden?

Mir war schon relativ früh klar, dass ich Medizin studieren möchte. Interessant war für mich dabei immer der „Bewegungsapparat“ des Menschen. Außerdem wollte ich, dass mein berufliches Leben etwas mit Sport und Bewegung zu tun hat.

Welchen Schwerpunkt setzen Sie als Verantwortlicher in Ihrer neuen Abteilung?

Wir stehen immer, auch mit mir als Chefarzt, für eine qualitativ hochwertige Versorgung, die dementsprechend individuell auf jeden Patienten angepasst wird. Darüber hinaus sind wir eine Ausbildungsklinik. Ein Thema, was mir sehr am Herzen liegt. Wir müssen auch in Zukunft gute und ausgebildete Ärzte haben, d.h der Bereich der Aus-, Fort- und Weiterbildung bleibt immens wichtig.

Inwiefern hat sich Ihr Arbeitsalltag durch den Coronavirus verändert?

[ … ]

Was war in ärztlichen Karriere rückblickend Ihr größter Erfolg?

Ich muss bei dieser Frage weiter zurückgehen. Es ist schon erstaunlich, dass man den Beruf ergreifen kann, für den man Feuer und Flamme ist. Dass das dann alles geht und klappt, ist für mich der wichtigste Erfolg und Startschuss gewesen. Denn es ist gar nicht so selbstverständlich, dass wir hier in der Berufswahl und Ausbildung so viele Freiheiten und Möglichkeiten haben.

Sie haben die deutsche Nationalmannschaft bereits zu den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro begleitet. Was ist rückblickend ein besonderer Moment gewesen, der Ihnen in Erinnerung geblieben ist?

Alleine die Teilnahme am größten Sportfest der Welt ist phänomenal und ein persönlicher Meilenstein. Die gesamte Vorbereitung sowie Begleitung der Sportler bleibt unvergesslich. Es ist toll zu Erleben wie Sportler ihre Ziele erreichen und wir diese durch unsere Unterstützung verhelfen.

[ … ]

Im Juli wären Sie eigentlich bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio gewesen. Werden Sie nächstes Jahr eher mit einem mulmigen Gefühl antreten?

Im Gegenteil. Ich freue mich schon jetzt darauf. Wir haben klare Kriterien formuliert, wie solche Wettkämpfe nun stattfinden dürfen und müssen. Dadurch, dass wir um ein Jahr verschieben, bleiben wir in derselben Jahreszeit. Somit bleibt die Vorbereitung für die Athleten und uns bleibt dieselbe. Ganz nach der Devise „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“

Als Orthopäde sind Sie auch privat sicherlich sehr sportlich. Welche Sportart betreiben Sie in Ihrer Freizeit?

Typischerweise den Sport, den ich bei der deutschen Triathlon-Union auch als leitender Verbandsarzt betreue: Schwimmen, Laufen und Radfahren. Für mich ein guter und wichtiger Ausgleich zum Alltag und Stress. Ich durfte auch schon viele schöne Orte auf der Welt besuchen und acht Mal den Iron Man antreten und erfolgreich absolvieren.

 

Das gesamte Interview gibt es in unserem E-Paper zu lesen sowie an über 2.000 Verteilerstellen in Osnabrück und Umgebung! 

  • 1
  • 2
  • 5