Autor: PJonas

„Ich bin enttäuscht und wütend“

Insider des Monats: Star-Sprayer René Turrek im exklusiven TNI-Interview

Name: René Turrek
Beruf:
Graffiti-Künstler
Geboren:
1977 in Osnabrück
Familienstand:
verheiratet
Kinder:
1 Tochter, 1 Sohn
Berühmte Kunden:
Vin Diesel, Robert Downey Jr., Snoop Dogg, Rihanna, Michael Jordan, Justin Bieber, Marco Reus, Robin Schulz.

Die vergangenen Monate waren für uns alle besonders, für den Osnabrücker Graffiti-Künstler René Turrek allerdings waren sie mehr als turbulent. Alles begann am 28. November mit der BILD-Schlagzeile „Star-Sprayer soll betrogen haben.“ Das ehemalige Management des Künstlers will vor dem Arbeitsgericht Osnabrück 100.000 Euro einklagen. Insgesamt zehn Kunstwerke, die diesem Wert entsprechen sollen, soll Turrek als damals vermeintlich festangestellter Artist unterschlagen und ohne Wissen seines Managements auf eigene Rechnung veräußert haben. Er bestreitet dies, lässt zudem über seinen Anwalt Arnd Tenfelde verlauten, es gebe „Im Zusammenhang mit dem Arbeitsvertrag zahlreiche Ungereimtheiten. Wir werden dies nun in Ruhe prüfen und sodann im gerichtlichen Verfahren thematisieren.“ Mittlerweile sind die Capo Artmanagement GmbH und René Turrek geschiedene Geschäftsleute. Am 12. November 2018 wurde der heute 43-Jährige bereits in einer anderen Sache wegen Steuerhinterziehung rechtskräftig zu einem Jahr und zehn Monaten Gefängnis verurteilt, ausgesetzt zur Bewährung (vier Jahre). Am 03. Juli 2019 wurde ein Insolvenzverfahren gegen Turrek eröffnet. Nun äußert sich der Osnabrücker seit Bekanntwerden der Vorwürfe erstmalig persönlich & spricht in diesem Interview mit unserer Redaktion über seinen Gefühlszustand, falsche Freunde und eigene Fehler.

THE NEW INSIDER: René, die wichtigste Frage vorab: Wie geht’s dir aktuell?

René Turrek: Mir geht es super, ich genieße die Zeit mit meiner tollen Familie.

Wie sehr hat dich die BILD-Schlagzeile „Star-Sprayer soll betrogen haben.“ Ende November 2020 getroffen?

[ … ] 

Was hat sich seitdem für dich und deine Arbeit verändert?

Für mich hat sich nur geändert, dass ich jetzt wesentlich mehr Anfragen ablehne. Mir macht es sehr viel Spaß kreativ zu sein und das kann ich am besten, wenn ich mich auf das Wesentliche konzentriere kann.

Hast du einen generellen Schluss aus dieser ungewollten medialen Aufmerksamkeit gezogen?

Ja, auf jeden Fall. Es gibt Medien, die dich über viele Jahre zu exklusiven Veranstaltungen einladen und sich sehr über deine Anwesenheit freuen. Finden dieselben Medien allerdings ein Haar in der Suppe, halten sie es nicht einmal für nötig vernünftig zu recherchieren, um Fakten und Lügen klarzustellen.

Die Vorwürfe deines ehemaligen Managements sind ja hinlänglich bekannt. Uns ist bewusst, dass du zu Einzelheiten aktuell keine Stellung beziehen kannst. Dennoch: Wie fühlt es sich generell an, wenn man als Künstler so grundlegend in seiner Ehre angegriffen wird?

[ … ]

Unabhängig von den Sachverhalten im Einzelnen: Würdest du sagen, dass du selber Fehler gemacht hast?

Na klar habe ich Fehler gemacht. Wer macht das nicht? Mein größter Fehler ist allerdings, anderen Menschen zu schnell zu vertrauen und ihnen helfen zu wollen.

Man sagt ja: In schweren Zeiten zeigt sich, was wahre Freunde sind. Du warst bislang als Künstler häufig in einer oberflächlichen Szene unterwegs. Haben sich vermeintliche Freunde abgewendet?

[ … ]

Du bist jemand, der im Normalfall ständig zwischen zig Ländern und Kontinenten unterwegs ist. Wie sehr fehlt dir das aktuell?

Um ehrlich zu sein fehlt es mir überhaupt nicht. Ich erlebe momentan sehr viel mit meiner Familie, was ich allzu oft aus terminlichen Gründen verpasst habe. Nun können mein Sohn und ich Bilder zusammen zeichnen, während meine Tochter mein „nicht vorhandenes“ handwerkliches Geschick prüft.

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Inwiefern hat dir die Corona-Krise in den vergangenen Wochen und Monaten vielleicht auch die Gelegenheit gegeben dich neu zu erfinden?

Ein Sprichwort besagt: „Langeweile, du bist Mutter der Museen.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Abschließend: Welche Ziele verfolgst du aktuell?

Gute Frage. Mein Ziel ist es, mich als Künstler stetig weiterzuentwickeln, andere und neue Ideen auszuleben und den Betrachtern meiner Kunst eine aufregende Sichtweise meiner Ideen darzustellen.

 

Das gesamte Interview findet ihr in unserer Print-Ausgabe an über 2.000 Verteilerstellen oder online in unserem E-Paper hier

 

News aus dem Klinikum Osnabrück

MEHR ALS EIN STÜCK LEBENSZEIT
Gedichte und Lieder vom Chefarzt Dr. Christoph Katz

Mehr als ein Stück Lebenszeit“ – diesen Titel trägt ein neuer Lyrikband von Dr. Christoph Katz, Chefarzt des Brustkrebszentrums des Klinikums Osnabrück. In dem im Geest-Verlag erschienenen Buch finden sich 110 Gedichte und Lieder, in denen Katz den Blick auf unterschiedliche Themen richtet. Unterteilt in acht Kapitel geht es beispielsweise um Zeitläufe wie das Erwachsenwerden der Kinder und das eigene Älterwerden. Daneben greift Katz besondere Eindrücke von Reisen auf, geht auf Zwischenmenschliches oder Situationen aus dem Alltag ein, aber es dreht sich auch um die Bedeutung von Liebe und Themen wie Leben und Sterben oder Abschied und Neuanfang. Der 60-jährige Chefarzt ist neben seiner beruflichen Tätigkeit bereits vielfach als Literat und auch als Songschreiber in Erscheinung getreten. Alle Erlöse aus dem Verkauf des neuen Buchs gehen an die in Osnabrück ansässige Organisation „HelpAge“. Katz und HelpAge-Geschäftsführer Lutz Hethey sind befreundet, außerdem ist er begeisterter Langstreckenläufer und beteiligt sich an den Laufsportaktivitäten der Organisation. Der erfahrene Brustchirurg, der als Facharzt für Frauenheilkunde und als Diplompsychologe und Psychotherapeut ausgebildet ist, bringt es bereits auf eine ansehnliche Liste von Veröffentlichungen als Literat. Vor seinem neuen Buch „Mehr als ein Stück Lebenszeit“ hat er im Jahr 2008 mit der Gedichte – Sammlung „GleichMut “ einen Lyrik- Band veröffentlicht. Außerdem ist er mit weiteren Gedichten, Liedern und Prosa in mehr als
einem halben Dutzend Anthologien vertreten.

„Mehr als ein Stück Lebenszeit.“
(Geest-Verlag, ISBN
978-3-86685-717-9) ist zum
Preis von 12,50 Euro überall
im Buchhandel erhältlich.
Der Erlös geht vollständig an
die Organisation HelpAge.

 

EIN BUCH – UM SICH SELBST ZU ERKENNEN
Personalchefin des Klinikums gibt Debüt als Autorin

Ein Buch, nicht nur um es zu lesen, sondern um darin auch selbst zu schreiben, darin zu malen und es so zum Spiegel der eigenen Gedanken und Gefühle werden zu lassen – das ist „Einsichten – Ein Jahr Lebenskunst“ von Antonia Dickhoff. Das erste Werk der Juristin, die als Prokuristin und Leiterin der Abteilung Personal und Recht im Klinikum Osnabrück arbeitet, ist jetzt im Vechtaer Geest-Verlag erschienen. Neben
zahlreichen Gedichten von Dickhoff und weiteren Autoren aus der Region, enthält es Illustrationen, die ebenfalls die Verfasserin beigesteuert hat – sie sind einer der Bestandteile, mit denen Dickhoff ihre Leserinnen und Leser dazu auffordert, sich aktiv mit ihrem Buch zu befassen und es dabei als Spiegel des eigenen Ichs zu nutzen. Mit Dr. Christoph Katz, Chefarzt der Brustchirurgie und Leiter des Brustkrebszentrums des Klinikums Osnabrück, von dem mehrere eigene Lyrik-Veröffentlichungen vorliegen, ist noch ein weiterer „schreibender“ Mitarbeiter des Hauses auf dem Finkenhügel in dem Buch vertreten. Katz hatte Dickhoff zuvor ermutigt, sich mit ihrem ungewöhnlichen Buchprojekt an den Geest-Verlag zu wenden. Dort hat es auf Anhieb geklappt: Wie Verleger Alfred Büngen schreibt, sei er von der Idee für ein solches Buch, das Leser zu persönlichen Veränderungen führen könne, auf Anhieb besonders begeistert gewesen. „Ohne Alfred Büngen wäre das Buch nicht zustande gekommen. Ich habe es in ganz enger Zusammenarbeit mit ihm erarbeitet“, sagt Dickhoff. „Und als es kurz vor Weihnachten fertig war, hat er mir die ersten Exemplare übergeben. Es war ein wirklich bewegendes Gefühl, es vor mir auf dem Tisch zu sehen.“ Zu jedem Monat sind Seiten enthalten, quasi Arbeitsblätter, die zum Eintragen und Gestalten für die Leser gedacht sind. Sie können, wie Dickhoff sagt, wie
eine Art Tagebuch genutzt werden und sollen zur Selbstreflexion dienen. Weil Dickhoff nicht nur schreibt, sondern außerdem malt, hat sie die Illustrationen für das Buch alle selber gestaltet. Die Seiten in dem Buch hat sie im Stil der kleinteilig mit Symbolen und Ornamenten gestalteten Bilder illustriert, die sie sonst zeichnet.

„Einsichten – Ein Jahr Lebenskunst“
(Geest-Verlag,
ISBN 978-3-86685-818-3) ist
zum Preis von 12,90 Euro
überall im Buchhandel erhältlich.

„Ich fiebere dem magischen Moment entgegen“

VfL-Angreifer Luc Ihorst im lila-weißen TNI-Talk

Luc, die erste Saisonhälfte ist gespielt. Auf deinem persönlichen Konto stehen 2 Tore und eine Torvorlage. Wie fällt dein Zwischenfazit aus?

Ich denke, dass wir uns als Mannschaft bislang insgesamt sehr ordentlich präsentiert haben, auch wenn der aktuelle Trend vielleicht nicht ganz so rosig aussieht. Für mich persönlich ging es im letzten halben Jahr darum, mich an die Bedingungen des Profifußballs zu gewöhnen und ich bin natürlich froh schon getroffen zu haben. Der nächste Schritt wäre das jetzt regelmäßig zu schaffen.

Was waren die größten Veränderungen für dich nach dem Sprung von der Regionalliga in die 2. Bundesliga?

Ich würde da jetzt nichts hervorheben wollen, weil sich das quasi auf alle Bereiche bezieht. Sowohl Spieltempo, als auch Qualität, Technik und Athletik sind einfach deutlich höher. Und natürlich die Intensität, besonders unter den aktuellen Bedingungen.

Den Spaß am Fußball hast du dabei aber hoffentlich nicht verloren?

Nein, ganz im Gegenteil! Ich lerne täglich dazu und jeder noch so kleine, spürbare Fortschritt motiviert mich zusätzlich. Und gerade als junger Spieler fiebert man natürlich dem magischen Moment entgegen, irgendwann vor einer vollbesetzten Bremer Brücke spielen zu dürfen.

[ … ]

Trainer Marco Grote sagte, dass du Ende des Jahres „auf dem Zahnfleisch gelaufen“ seist. War die Belastung zwischenzeitlich zu hoch? Und: Wie fit fühlst du dich aktuell?

Stimmt, im November und Dezember war es zeitweise hart. Ich denke, das ist dann wohl auch der neuen Intensität geschuldet – und eventuell dem straffen Zeitplan. Da habe ich dann schon gemerkt, dass mein Körper vielleicht nicht ganz so schnell war mit der Umstellung. Die kurze Weihnachtspause hat gut getan, danach ging’s wieder.

Nur ein Sieg aus den letzten sechs Spielen (Stand: 02. Februar). Wie schlägt sich das generell auf die Stimmung im Team aus? Woran fehlt es aus deiner Sicht aktuell?

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Dennoch: Was habt ihr grundlegend während eurer Siegesserie in der Hinrunde vielleicht besser gemacht?

Ein wichtiger Aspekt ist die Intensität in unseren Zweikämpfen, die wir dringend zurückerlangen müssen. Wir verlieren in gefährlichen Zonen den Ball bzw. erobern ihn nicht wieder zurück und in der 2. Liga wird es brutal bestraft, wenn du nicht handlungsschnell genug bist.

Trainer Grote ließ bereits verlauten, dass ihr nicht von eurem mutigen Spielstil abweichen werdet. Das kommt einem Spielertyp wie dir entgegen, oder?

Ich denke das kommt jedem Fußballer entgegen, der gern die Kugel hat und das Spiel aktiv gestalten will. Wir haben ausreichend Qualität im Team, insofern bin ich da zum Glück nicht der Einzige.

Dein Profidebüt beim SV Werder im September 2019 war in seiner Entstehung durchaus kurios. Kannst du unseren Lesern das nochmal erläutern?

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Das gesamte Interview findet ihr in unserer Print-Ausgabe an über 2.000 Verteilerstellen oder online in unserem E-Paper hier

„Ich bin leider echt wählerisch“

Ab dem 13. Januar verteilt der Osnabrücker Niko Griesert als Bachelor Rosen im TV. Bei der RTL-Kuppelshow ist der Sohn von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert auf der Suche nach der großen Liebe. Der 30-Jährige IT-Projektmanager erzählt im Interview was ihm bei Frauen wichtig ist und warum es bisher noch nicht mit der Liebe geklappt hat.

THE NEW INSIDER: Hallo Niko, warum machst du beim Bachelor mit?
Ich mache mit, weil ich – auch wenn es vielleicht naiv klingt – hier die große Liebe finden möchte! Ich bin bereit und habe Lust mich neu zu verlieben! Ob das klappt kann ich natürlich nicht versprechen, aber ich kann sagen, dass das hier meine absolute Priorität ist.

Wie bist du der neue Bachelor geworden?
Ich habe mich ganz regulär beworben. Freunde haben mir schon lange dazu geraten, sie haben gesagt, das würde gut zu mir passen und ich bräuchte sowieso Hilfe bei der Suche.

Warum sagen deine Freunde das?
Weil ich es ja so nicht hinbekommen habe. (lacht)

Foto: RTL

Wann warst du denn das letzte Mal verliebt?
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Und warum hast du dich erst jetzt beworben?
Weil ich noch nicht 30 war. Ich dachte, die Bewerbungsvoraussetzung war ein Mindestalter von 30, deshalb habe ich brav gewartet. Wenn ich Vorschriften sehe, halte ich mich daran. (lacht)

Warum hat es denn mit der Liebe so lange nicht geklappt?
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Statt flirten im Paradies ist diesmal daten in Deutschland angesagt.
Darüber bin ich froh: Es soll kein Urlaubsflirt werden! Wir lernen uns in Deutschland kennen und leben danach auch sicher hier, deshalb finde ich das super und freue mich umso mehr darauf. Es gibt ja superviele schöne Orte, die man später zusammen besuchen kann.

Was sagt deine Familie zu deinem Bachelor-Dasein?
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Was erwartest du von deiner Zeit als Bachelor?
Ich erwarte, dass ich mich selbst neu kennenlerne und auch weiterentwickle. Das ist ja eine sehr emotionale Reise. Man hat viel Zeit alles zu reflektieren und zu schauen, was man eigentlich haben will – vom Leben sowie von der Partnerin. Und natürlich erhoffe ich mir auch schöne Dates und viel Spaß – der sollte immer dabei sein!

Herz oder Hirn?
Das kommt darauf an. Geflasht sein und mich verknallen kann ich von jetzt auf gleich. Wenn die Richtige aus dem Auto steigt, weiß ich sofort, ok, die mag ich vielleicht ganz gern. Aber sich wirklich verlieben, das dauert. Da gehören viele Kleinigkeiten dazu, die man erst erfährt, wenn man jemanden besser kennenlernt.

Auf welchen Typ Frau stehst du?
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Wie würdest du dich beschreiben?
Ich würde mich als sehr loyal beschreiben, ziemlich ehrlich und teilweise auch sehr direkt. Ich glaube, das kann manchmal auch kühl rüberkommen, aber ich sage einfach, wenn mir etwas nicht passt. Ich habe immer Interesse an neuen Sachen und lerne gerne dazu. Vielleicht bin ich auch risikofreudig, zum Beispiel fahre ich gerne Motorrad. Apropos: Mit Actionsachen kann man mich immer einholen.

Hat ein Traummann wie du auch Laster?
Ich bin sehr auf Zeit fokussiert: Unpünktlichkeit mag ich gar nicht.

Wo sieht sich der neue Bachelor in 10 Jahren?
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Das gesamte Interview findet ihr in unserer Print-Ausgabe an über 1.000 Verteilerstellen oder online in unserem E-Paper hier

News aus dem Klinikum Osnabrück

 Erneute Auszeichnung 

Das Klinikum Osnabrück ist erneut vom niedersächsischen Krankenhausplanungsausschuss als anerkanntes Fachzentrum ausgewiesen worden. Damit ist das Klinikum Osnabrück das einzige Krankenhaus in der Region mit der Auszeichnung eines Onkologischen Zentrums und somit jetzt sogar mit zwei Fachzentren ausgestattet. Bereits im Januar 2019 hat das Niedersächsische Sozialministerium das Klinikum Osnabrück mit seiner überregionalen Stroke Unit als Fachzentrum für Schlaganfallversorgung bestätigt. Nun hat das Klinikum auch die offizielle Anerkennung des Landes erhalten.

„Mit der Auszeichnung des Landes erhält das Klinikum Osnabrück auch in der Onkologie und Hämatologie einen Stellenwert, die die seit Jahren exzellente Versorgung der krebskranken Patienten in und um Osnabrück durch unser Haus bestätigt. Das freut uns sehr“, erklären die Geschäftsführer des Klinikums, Frans Blok und Rudolf Küster, in einem gemeinsamen Statement. Im Jahr finden weit mehr als 10000 Chemotherapie-Anwendungen ambulant und stationär statt. Regelmäßig stattfindende Tumorkonferenzen sorgen dafür, dass jeder Patient eine individuelle und auf seine Bedürfnisse angepasste Versorgung erhält.

Alles unter einem Dach

Die Chefärztin der Klinik für Onkologie, Hämatologie und Blutstammzelltransplantation, Dr. Corinna Petz, freut sich ebenfalls über die Auszeichnung: „Ich bin stolz, dass wir sämtliche Hürden genommen haben und als einziges anerkanntes Onkologische Zentrum in Osnabrück und im Umkreis von über 100 km in Niedersachsen ausgezeichnet wurden. Unsere fachübergreifende Behandlung im Krebskompetenzzentrum Osnabrück erhält mit dieser offiziellen Anerkennung des Landes einen besonderen Stellenwert, den wir mit der Versorgung unserer Krebspatienten erarbeitet haben. Alle erforderlichen Disziplinen und Kompetenzen in der gesamten Krebstherapie haben wir im Klinikum Osnabrück „unter einem Dach“ und durch unsere Expertise – nicht nur im Bereich der internistischen Onkologie, Hämatologie und der Blutstammzelltransplantation, sondern auch in der interdisziplinären Kooperationen in allen Bereichen der Krebsmedizin haben wir nun auch eine Auszeichnung von höchster Güte erhalten. Wir freuen uns über diese Auszeichnung und insbesondere für unsere Patienten.“

Lebensqualität und nicht nur Lebenserhaltung

Im Klinikum Osnabrück hat sich die Versorgung von Patienten mit Herzrhythmusstörungen jetzt noch weiter verbessert. In der Kardiologie des Hauses auf dem Finkenhügel können Patienten bereits seit 2018 erstmals mit den innovativen „His-Bündel-Herzschrittmachern“ versorgt werden, die das Risiko erheblich senken, dass als Langzeitfolge des künstlichen Impulsgebers die Pumpleistung des Herzens nachlässt und eine sogenannte Herzinsuffizienz entsteht. Nun gehört das Klinikum Osnabrück zu den ersten Häusern, das die neue Therapieform in der regulären Patientenversorgung etabliert.

Wie Dr. Dirk Hasselmann und Dr. Rainer Grove, Leitende Abteilungsärzte in der Medizinischen Klinik I für Kardiologie, Angiologie, Rhythmologie, Nephrologie und Intensivmedizin, erklären, wird es nicht selten beobachtet, dass bei Patienten mit Schrittmachern auf Dauer solche Herzschwächen entstehen. „Es ist mit einem sehr großen technischen Aufwand verbunden, Schrittmacher zu implantieren“, macht Grove deutlich, „wobei die Schwierigkeit aber nicht die Operation an sich ist, die wie bei anderen Eingriffen dieser Art läuft, sondern vielmehr darin liegt, die Stelle ausfindig zu machen, an der wir die Elektroden ansetzen müssen.“Wie die beiden Mediziner erklären, geben moderne Herzschrittmacher bis zu 200000 winzige elektrische Impulse täglich ab. Sie messen kontinuierlich die Herzfrequenz der Patienten und passen ihre Leistung daran an.

Neues Spektrum der Herzschrittmachertherapie

„Für Patienten mit Herzschrittmachern sind halbjährige Nachsorgen vorgesehen, bei denen nicht nur allein technische Funktionen sondern auch die rythmologische Optimierung für den Patienten sichergestellt wird. Durch die Verwendung von speziellen Hochleistungsbatterien lässt die Leistung nur sehr langsam nach, so dass immer genug Zeit ist, die Schrittmacher auszutauschen“, so Grove. „Aber anders als früher dienen sie heute nicht mehr nur der Lebenserhaltung, sondern sie ermöglichen eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität.“ Privatdozent Dr. Carsten Schneider, Chefarzt der Medizinischen Klinik I, erklärt: „Ich bin froh, dass wir unseren Patienten diese neuartige Behandlungsmöglichkeit anbieten können und damit das Spektrum der Herzschrittmachertherapie wesentlich erweitern.“

 

Foto: Spezialisiert auf die innovative Herzschrittmachertechnik: Dr. Dirk Hasselmann (r.) und Dr. Rainer Grove.

Wir haben viel über Osnabrück gelernt

INSIDER des Monats: Maximilian Witte & Dominick Tausch, Mindhunters Osnabrück

THE NEW INSIDER: Das Konzept Mindhunters ist in Osnabrück noch recht neu. Wie würdet ihr es grundlegend beschreiben?

Maximilian Witte: Wir sind mehr als ein Escape Game. In unseren liebevoll gestalteten Kulissen tauchen Teams tief in mysteriöse Geschichten ein. Sie sammeln versteckte Hinweise und lösen vertrackte Rätsel, um dunkle Geheimnisse zu enthüllen. Begleitet von fantastischen Hörspiel-Elementen und Special Effects findet diese ihren Weg durch das Osnabrück längst vergangener Zeiten.

Dominick Tausch: Durch unser multimediales Konzept können unsere Besucher die Hauptrollen spannenden Abenteuern spielen und Geschichte hautnah spüren. Mit unseren Stories lernt kann man Osnabrück in seiner historischen Realität kennenlernen – erweitert um die einzigartige Magie der Mindhunters.

Was sind die elementaren Unterschiede zu regulären Escape Games?

Witte: Der elementare Unterschied ist, dass wir mit realhistorischen Geschichten aus Osnabrück die Menschen durch die Historie von Osnabrück führen. Geschichte mit Entertainment erleben. Kurz: Edutainment.

Escape Gaming mit echter Osnabrücker Historie: Wie ist diese Idee bei euch entstanden und wie habt ihr die Storylines entwickelt?

Tausch: Erst einmal mussten wir eine spannende Geschichte aus Osnabrück finden und viele Bücher dafür lesen. Danach haben wir angefangen die Geschichten szenisch aufzuarbeiten. Die Kulissen und Requisiten müssen zu den jeweiligen Epochen der Geschichte passen. Dies stellte uns vor eine noch größere Herausforderung.

Was hingegen nahezu jeder kennen wird ist euer Standort: Ihr sitzt fortan in der 4. Etage über H&M am Osnabrücker Neumarkt. Warum ist dieser perfekt für eure Zwecke?

Witte: Wir wollen den Besuchern einen Standort liefern, der für jeden leicht zugänglich und gut an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden ist. Nach unseren Erlebnissen muss die Möglichkeit bestehen fußläufig zu einem Restaurant oder zu einer nächsten Location zu gelangen. Für uns war klar, dass es ein Standort direkt in der Innenstadt sein muss.

Wie habt ihr beide euch generell als Geschäftspartner gefunden und welchen Background bringt ihr mit?

Witte: Wir kennen uns schon lange und haben früher zusammen Musik gemacht. Über die Jahre entstand daraus eine Freundschaft. Dominick kommt aus der Veranstaltungsbranche und ich habe bereits in verschiedenen Escape Rooms mitgewirkt, komme aber ursprünglich aus dem Marketing. Schon oft haben wir darüber gesprochen mal etwas Derartiges zusammen umzusetzen.

Ihr seid selber Osnabrücker. Dennoch: Wieviel Neues habt ihr in den vergangenen Monaten über die Friedensstadt erfahren?

Witte: Vieles. Man merkt öfter, dass man als Osnabrücker gar nicht so viel über seine eigene Stadt weiß und das werden wir ändern. Bei den Recherchearbeiten mussten wir uns oft an den Kopf fassen: „So etwas ist wirklich bei uns passiert?“ Wir möchten Spaß damit verknüpfen Wissen über die eigene Stadt zu vermitteln.

Inwiefern hat Corona eure Planungen erschwert und wie geht ihr generell mit der Situation um?

Tausch: Unser Weihnachtsgeschäft ist wie bei allen anderen Anbietern schlichtweg flöten gegangen. Wir hoffen natürlich darauf, dass viele Leute Gutscheine verschenken und wir dann endlich im neuen Jahr die Türen für unsere Gäste öffnen können.

Wenn man sich euer Promovideo auf YouTube so anschaut erkennt man schnell ein bekanntes Osnabrücker Gesicht – Heaven von den „Angefahrenen Schulkindern“. Wie kam der Kontakt zustande?

Witte: Kurz gesagt: „In der kreativen Szene in Osnabrück kennt man sich“ und für uns war klar, dass wir ein bekanntes Gesicht aus Osnabrück für unsere Outdoor-Challenge brauchen. Vielen Dank an dieser Stelle, für das kreative Mitwirken.

Für wen sind die Mindhunters-Abenteuer besonders geeignet?

Tausch: Unsere Erlebnisse sind je nach Raum für alle ab 14 oder 16 Jahren und bis ins hohe Alter geeignet, die Lust haben dem Alltag zu entfliehen und hautnah Osnabrücker Geschichten zu erleben. Wir begrüßen gerne auch Firmen für Teambuilding-Maßnahmen und Schulklassen, um etwas zu lernen, natürlich spielerisch und mit Spaß.

Christmaslights in Osnabrück

Lichterketten und Tannenbäume schmücken die Osnabrücker Innenstadt und lassen unsere City erstrahlen. Dank der Unterstützung des Osnabrücker Rats und weiterer Förderer kann die Weihnachtsbeleuchtung auch in diesem Jahr umgesetzt werden. „Weihnachtliche Stimmung in der Stadt ist uns besonders in dieser schwierigen Zeit sehr wichtig. Die Weihnachtsbeleuchtung leistet dazu einen wichtigen Beitrag“, so Alexander Illenseer, Geschäftsführer der mO. “Die Stadt strahlt, die Lichter gehen nicht aus” – das ist sich Ira Klusmann vom Osnabrücker City Marketing (OCM) sicher. Wir haben die schönsten Impressionen der City für euch eingefangen.

VfL-Rückkehrer Timo Beermann im TNI-Talk

„Fühle mich schon wieder heimisch“

Timo Beermann (Spitzname „Eule“) ist VfLer durch und durch. Schon als Kind ging er mit seinem Vater zur Bremer Brücke, stand häufig auf der alten, damals unüberdachten Nordgeraden und saugte die besondere Atmosphäre des Stadions auf. Anschließend durchlief der heute 29-Jährige die Jugendabteilung des Vereins, gab unter Uwe Fuchs im August 2011 sein Profidebüt, wechselte später zum 1. FC Heidenheim – und blieb dort sieben Jahre. Nun ist er zurück in Osnabrück. Wir sprachen mit ihm über seine Rückkehr, die erste Niederlage der Saison und Weihnachten 2020.

THE NEW INSIDER: Was hat sich aus deiner Sicht verändert rund um den VfL und in Osnabrück?

Timo Beermann: In der Stadt selbst hat sich gar nicht so viel verändert in den vergangenen Jahren, ich habe das meiste auf Anhieb wiedererkannt. Beim VfL ist es so, dass natürlich neue handelnde Personen hier sind als noch vor sieben Jahren, aber die Wege und Umstände sind noch sehr vertraut. Ich fühle mich schon wieder richtig heimisch.

Euer Saisonstart war grandios, das 1:4 zuhause gegen Nürnberg dagegen ein herber Dämpfer.

Ich glaube, wir sind gut beraten dieses Spiel richtig einzuordnen und nicht direkt alles in Frage zu stellen. Vorher war sicher auch nicht alles gut wie es geredet wurde und umgekehrt kann nach einer solchen Niederlage auch nicht alles direkt schlecht sein. Wir haben trotzdem 13 Punkte geholt in acht Spielen und darauf können wir aufbauen.

Seid ihr am Tag danach sehr konkret in die Fehleranalyse gegangen oder lautete die Devise eher dieses Spiel schnellstmöglich abzuhaken?

Nein, wir haben das schon sehr genau analysiert und uns Spielern wurden die Fehler per Videoanalyse auch nochmal genau aufgezeigt. Das machen wir nach Siegen und Unentschieden genauso, mit dem Unterschied natürlich, dass diesmal ein paar mehr weniger positive Szenen dabei waren und es etwas länger gedauert hat.

Du bist jetzt 29. Was möchte der Profifußballer Timo Beermann in seiner Karriere noch erreichen?

Zu allererst möchte ich gesund und leistungsfähig bleiben und sehr gern noch einige weitere Jahre auf diesem Niveau spielen. Das große Ziel ist ja, den VfL als Zweitligist zu etablieren und dabei möchte ich der Mannschaft helfen. Mal schauen, was dann noch so kommt.

Wie verbringst du die Weihnachtsfeiertage in diesem besonderen Jahr?

Ich mag Weihnachten generell sehr gern und bin ein absoluter Familienmensch, sodass ich die paar freien Tage gern mit meiner Freundin und meiner Familie verbringen möchte. Ein paar Geschenke einsacken und ein paar verschenken werde ich sicher auch. Urlaub in der Ferne ist ja ohnehin nicht möglich, aber auch so ist es bestimmt möglich kurz zur Ruhe zu kommen.

Ein Ausblick noch auf die nächste Runde im DFB-Pokal (22.12., 18:30 Uhr). Es geht zum 1. FC Köln. Was erwartest du dort?

K.O.-Spiele sind immer spannend! Sehr schade ist, dass wir auch dorthin leider ohne unsere Fans reisen müssen – das wäre sicher ein Highlight gewesen. Im Pokal geht’s immer um alles oder nichts, insofern wird es definitiv ein intensives Spiel, in das wir alles reinwerfen werden. Mal schauen, wofür es dann am Ende reicht.

Welches Hobby lenkt dich neben dem Platz ab? Oder denkst du nonstop an Fußball?

Ich gucke privat schon viele Spiele, einfach aus Interesse. Ein klassisches Hobby habe ich eigentlich nicht, weder Golf noch PlayStation zocken, was ich früher mal gemacht habe. Heute ist es eher eine gute Tasse Kaffee, die mich abschalten lässt.

Insider des Monats: Vivien Soppa

Insider des Monats: Vivien Soppa, Psychotherapeutin, Yogalehrerin und Coach

Veränderung startet jetzt

THE NEW INSIDER: Wie motivierst du dich an dunklen Wintertagen?
Vivien Soppa: Indem ich meinen Tag am Vorband genau strukturiere. Ich stehe früh auf bewege mich zuallerst. Ich mobilisiere die Wirbelsäule, öffne den Brustkorb und sorge dafür, dass ich gut atmen kann. Ich setze mir um motiviert zu bleiben, über den Tag Belohnungen. Unangenehme oder dringliche Tätigkeiten versuche ich bereits morgens zu bearbeiten. Mein Tipp: Meine Yogamatte liegt direkt neben dem Bett, um mir gleich etwas Gutes am Morgen zu tun.

Wie stellst du dir den perfekten Tag vor?
Eigentlich durchlebe ich diesen täglich, denn er ist zu 85 Prozent mit dem gefüllt was mir Spaß macht. Ganz wichtig, direkt zu Beginn: Bewegung, ein gutes Frühstück und Kaffee. Und dass ich die Freiheit habe meinen Tag mit Dingen zu verbringen, die mir guttun. Für mich ist ein Abend dann schön, wenn ich selber zur Ruhe komme, entweder mit Musik oder Mediation, denn ich besitze bewusst keinen Fernseher.

Inwiefern hat die Corona- Krise deinen (Arbeits-)Alltag beeinflusst?Meine Kurse finden nun online statt. Da musste ich mich technisch erst einmal reinfuchsen.
Dadurch, dass man als selbstständige Unternehmerin seine Arbeitszeit jeden Tag frei gestaltet, musste ich mich noch besser strukturieren. Es ist tatsächlich eine große Herausforderung zuhause eine Trennung zwischen Arbeitsplatz und Freizeit zu finden. Es ist zu befürchten, dass es bis in den Januar so weitergehen könnte. Immer mal wieder können Existenzängste auftreten, das ist dann schon herausfordernd. Ich sehe jedoch auch die Chance hier, sich zu entwickeln und gestärkt aus der Coronazeit hervorzugehen.

Hast du das Gefühl, dass Osnabrück durch die Corona-Krise zusammengerückt ist?
Total – ich denke an den ersten Lockdown im Frühjahr zurück, in dem wir uns besonders in den Sozialen Medien alle gegenseitig gepusht haben. Auch mei

ne KundInnen haben mich unterstützt und einfach online an meinen Yogaklassen und Coachings teilgenommen. Man hat seinen Salat nicht bei einer großen Kette bestellt, sondern beim Restaurant an der Ecke, damit dieses weiter besteht. Das untereinander Solidarisieren hat mich total beeindruckt, aus privater aber auch aus unternehmerischer Sicht.

Welche Zielgruppe möchtest du ansprechen?
Das sind vor allem junge Frauen, die in der Übergangsphase sind sich beruflich zu etablieren und dabei sind eine Familie zu gründen oder bereits gegründet haben.

Was ist der größte Fehler, den man in punkto Fitness und Lifestyle machen kann?
Sich ein falsches Vorbild zu suchen, zu hohe Ansprüche an sich selbst zu stellen oder sich mit anderen Personen zu vergleichen, die auf einem ganz ande

ren Level sind. Gerade in den Sozialen

Medien geht es ums Verkaufen, nicht um Gesundheit. Eine junge Mutter, die im Homeoffice sitzt hat nicht dieselben Voraussetzungen wie eine Sportlerin, die fünfmal die Woche trainieren
kann, einen Diätcoach und Photoshop an ihrer Seite hat. (lacht)

Was sind die größten Vorurteile, mit denen du konfrontiert wirst?
Besonders beim Yoga gibt es zwei große Ängste. Erstens: Da kommen nur so spirituelle Ökos hin. Und Zweitens: Die Angst, körperlich nicht gelenkig ge

nug

zu sein.

Bald steht uns das neue Jahr bevor. Bist du ein Fan von Neujahresvorsätzen?
Aus der Psychotherapie herausgesprochen sage ich natürlich: Warum nicht jetzt sofort, sondern erst ab Januar? Grundsätzlich finde ich es aber super, wenn sich Menschen Ziele setzen. Ich persönlich arbeite in Drei-Monats-Rhythmen und kann somit besser kontrollieren was ich erreicht habe und bin das ganze Jahr lang motiviert. Extrem wichtig dabei: Setze dir Ziele, die realistisch und entspannt zu meistern sind.

Was ist, neben deinem Beruf, deine größte Leidenschaft?
Ich habe meine Leidenschaft zum Beruf gemacht, insofern ist das gar nicht so einfach zu sagen. Es ist nichts wozu ich mich zwingen muss. Inzwischen kann ich sagen: Damit ich mich gut fühle, mache ich Yoga. Das an andere weiterzugeben macht mich sehr demütig und stolz. Und vielleicht ergänzend noch: Ich bouldere sehr gerne!

An wen kann ich mich
bei psychischen
Problemen sofort wenden?
TelefonSeelsorge
Osnabrück: 0800 111 0 111
Kinder- und
Jugendnotdienst
Osnabrück: 0541 27276
Bei Therapeutensuche an
die Krankenkasse wenden,
die eine Liste mit allen
Therapeuten der Region
zur Verfügung stellt.

Varusschlacht goes Netflix

Varusschlacht goes Netflix

Blut, Liebesgeschichten und nordische Mythen: Netflix erzählt in „Barbaren“ die Geschichte des Cheruskerfürsten Arminius und seinen Triumph über die Römer. Schauplatz der sechsteiligen Serie, die zwischenzeitlich auf Platz 1 der Netflix-Charts stand, ist die berühmte Varusschlacht im Jahre 9 nach Christus im Teutoburger Wald bei Bramsche-Kalkriese, die zu einem prägenden Ereignis in der Geschichte Europas wird.

Schon länger ist das Verhältnis zwischen den germanischen Stämmen und den Römern angespannt. Immer wieder rücken die schwer bewaffneten Legionen an, um die als Barbaren beschimpften Einheimischen zu unterdrücken. Doch als Statthalter Varus (Gaetano Aronica) beginnt, enorme Tributzahlungen einzufordern, formiert sich Widerstand. Vor allem die cheruskische Fürstentochter Thusnelda (Jeanne Goursaud) und der einfache Krieger Folkwin (David Schütter), die schon seit Längerem ein Paar sind, wollen dem Treiben nicht tatenlos zusehen. Daraufhin schickt Varus seinen Ziehsohn, den jungen Offizier Arminius (Laurence Rupp) los, um Rache auszuüben, den selbst eine lange Geschichte mit den Germanen verbindet.

Blutig, dramatisch, stark inszeniert

Als historische Abenteuerserie ist es fast schon unmöglich, bestimmte Klischees zu vermeiden. Auch „Barbaren” stellt da keine Ausnahme dar: Männer mit imposanten Rauschebärten grunzen und grölen Kriegsparolen in die Nacht hinein, massive Schwerter und Äxte sowie Kampfschreie am Fließband folgen. Auch Actionfans kommen bei den blutigen, teils dramatischen Schlachten auf ihre Kosten. Wer „Vikings“ liebt und noch immer dem Ende der Serie hinterher trauert, wird bei „Barbaren“ auf seine Kosten kommen. Die Netflix-Produktion sieht gut aus, ist professionell produziert und liefert ein wenig Geschichtsstunde, bei der man allerdings nicht allzu genau auf die Details achten sollte. Denn die sechsteilige Serie erzählt die Sicht der Germanen, die bis heute eher lückenhaft bekannt ist. Dennoch: Die Darstellerauswahl ist unserer Meinung nach gut gelungen: Man ist jedenfalls froh, dass nicht etwa Matthias Schweighöfer den Arminius spielt. Etwas gestört hat doch die eher emotionslose, ja fast theaterähnliche deutsche Sprache, die teils durch fieses Nuscheln von Schauspieler David Schütter nur schwer verständlich war. Das Latein ist dennoch sehr glaubwürdig sowie melodisch und die italienischen Schauspieler schaffen es, der „toten“ Schriftsprache unerwartetes Leben einzuhauchen.

Support aus Bramsche-Kalkriese

Auch Marketingreferentin Frauke Hein vom Museum und Park Kalkriese hat die Serie gesehen und ist grundsätzlich zufrieden mit der Umsetzung: „Sie ist zwar sehr blutrünstig und an manchen Stellen sicherlich etwas übertrieben, auch an der Geschichte wurde etwas gedreht, aber grundsätzlich sind wir durchaus angetan. Es ist zum Beispiel nicht belegt, dass Arminius tatsächlich der Ziehsohn von Varus war – oder ob Thusnelda wirklich existiert hat. Man darf jedoch nicht vergessen, dass es eben eine fiktive Serie ist, die die Zuschauer begeistern soll. Das haben die Macher ganz gut hingekriegt.“ Vor dem Dreh besuchte Kostümbildnerin Esther Walz die Varusschlacht-Museumsleiterin Dr. Heidrun Derks in Kalkriese und informierte sich über Aussehen und Kleidung von Römer und Germanen. Gedreht wurde die Serie in Ungarn – wer sich das Original-Schlachtfeld samt Arminius-Statue einmal real vor Augen führen möchte, der kann dies natürlich am besten am Originalschauplatz im Varusschlacht-Museum tun und dort ein Stück Geschichte vor der Tür erleben.

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