Autor: PJonas

„ICH HALTE NIEMANDEN VOM SUIZID AB“

IM GESPRÄCH MIT SANDRA MEYER* VON DER TELEFONSEELSORGE OSNABRÜCK

Sandra Meyer sitzt ganz ruhig an ihrem Tisch, nimmt einen letzten Schluck Kaffee und stellt ihr Lämpchen auf Grün. Sofort klingelt das Telefon. „Telefonseelsorge Osnabrück, wie kann ich Ihnen behilflich sein?“ Sie ist eine von 75 Mitarbeitern der Telefonseelsorge der Diakonie Osnabrück Stadt und Land. 2014 hat sie ihre einjährige Ausbildung angetreten und ist seitdem ehrenamtlich tätig. Wir haben mit ihr anlässlich des 40. Jubiläums der Telefonseelsorge gesprochen.

Sandra Meyer betont bereits zu Beginn, dass sie keine ausgebildete Therapeutin oder Psychologin ist. „Wir sind für die Anrufer ein menschliches Gegenüber, das Gefühle und Emotionen aufnimmt, darüber redet und versucht, ihre Sorgen zu verstehen.“ Zuhören ist dabei enorm wichtig, besonders bei jugendlichen Anrufern. In der Seelsorge selbst arbeiten größtenteils Menschen mittleren Alters. Daneben sitzen lediglich wenige Studenten, die neben Studium und Arbeit die Zeit finden. Sehr schade, findet Meyer, da in Zeiten von Social Media gerade Jugendliche häufig an Depressionen, Mobbing und sogar Suizidgedanken leiden und sich nicht selten scheuen, dies direkt Angehörigen oder Freunden anvertrauen. Deshalb wurde vor einem Jahr zusätzlich der Online Chat eingeführt, den Meyer ebenfalls mitbetreut. Man schreibt von seinen Problemen, von Einsamkeit und Krankheit – meist benötigt der Anrufer, so Meyer, lediglich jemanden, der wertfrei zuhört, oder eben mitliest. Denn die Seelsorge ist für viele die erste Anlaufstelle.Meyer: „Eine Chatterin schrieb mir einmal, sie könne gar nicht über ihr Problem sprechen, weil sie sonst weinen müsste. Das hat mich sehr berü

Zuhören ist enorm wichtig

Was Meyer jedoch in den letzten fünf Jahren am meisten berührt hat, war ein Anruf aus dem Krankenhaus. Ein kleines Mädchen mit einem Hirntumor lag nachts alleine in ihrem Zimmer und hatte Angst, landete in der Leitung von Sandra Meyer und telefonierte über zwei Stunden mit ihr. „Wir sprachen über ihre Krankheit, was sie bedrückt und sie erzählte mir Dinge, die sie gerne machen würde, wenn sie gesund wäre. Dass sie gerne Fußballspielen würde, dies aber aufgrund ihrer Erkrankung nicht dürfe.“ 2010 war Meyer ebenfalls schwerkrank, sie hatte Angst um ihr Leben und erinnert sich heute, dass sie gerne mitten in der Nacht mit jemanden gesprochen hätte. Ein Schlüsselerlebnis, weshalb sie sich entschieden hat die Ausbildung zu absolvieren. Aber nicht nur die Fähigkeit des Zuhörens ist wichtig. Man sollte zudem emotional belastbar sein und immer eine gewisse Distanz zum Anrufer wahren.

Seelsorge für viele die erste Anlaufstelle

Man muss lernen nicht zu viel über das danach zu grübeln. „Hat sich die Person nach unserem Telefonat schlussendlich vor den Zug geworfen?“ Meyer: „Gerade mit dem Thema Selbstmord ist es schwierig umzugehen. Man fragt den Anrufer natürlich weshalb das Leben so aussichtslos scheint. Wenn der Anrufer meint, er muss diesen Weg gehen, bin ich nicht diejenige, die ihn aufhalten kann, denn meist steht der Entschluss längst fest.“ Dennoch sieht sie einen derartigen Anruf auch als Hilferuf, in dem noch ein Funken Hoffnung steckt. Auf die Frage, was ihr bisher schlimmster Anruf gewesen ist, hat Sandra Meyer eine klare Antwort: „Es ist nicht ein bestimmter Anruf. Es sind die Scherzanrufe, die leider noch viel zu oft durchkommen. Ich gebe alles, versuche mitzufühlen und plötzlich lacht eine Gruppe von Leuten im Hintergrund. Danach hat man oft Schwierigkeiten den nächsten Anrufer ernst zu nehmen.“ Abschließend wünscht Sandra Meyer sich, dass noch mehr Menschen Teil der Telefonseelsorge werden, denn viel zu oft treffen Ratsuchende auf eine besetzte Leitung. Interessenten am Ehrenamt in der TelefonSeelsorge können sich per E-Mail (telefonseelsorge@diakonie-os.de) oder telefonisch (0541/260105) melden.

Die Nummer für Ratsuchende: 0800-1110111.

*Name wurde von der Redaktion geändert.

 

 

 

 

 

Schlossgarten Open Air: Dein Bild aus der TNI-Fotobox

Schlossgarten Open Air: Dein Bild aus der TNI-Fotobox

Was für ein grandioses Open-Air-Weekend! Zwei Tage lange verwandelte die Osnabrücker Crew von Goldrush Productions den Schlossgarten einmal mehr in ein Eventareal der Extraklasse – und wurde mit einer Mega-Kulisse belohnt.
Etwas mehr als 20.000 Musikfans strömten insgesamt zu den Gigs von Lotte, Max Giesinger sowie Michael Patrick Kelly am Freitag und zu Schlagergott Christian Steiffen, Samy Deluxe & Band und Jan Delay samt Disco No. 1 am Samstag.

Mächtig was los war auch in unseren THE NEW INSIDER-Fotoboxen – die Ergebnisse findet ihr nun hier!

„Zuhause sehe ich Kühe aber keine Delfine“

„Wenn ich zuhause aus dem Fenster gucke, sehe ich Kühe aber keine Delfine.“

Greta hat ihre Ausbildung zur Fotografin in Melle absolviert und schippert nun durch die große weite Welt. Gran Canaria, Fuerteventura, Teneriffa, Valencia, La Spezia, Marseille – für andere eine Traumtour, für sie mittlerweile Alltag. Ihren Job übt die Osnabrückerin nun auf der neuen AIDAnova aus. #startedfromthebottomnowwerehere

THE NEW INSIDER: Hey Greta, wie kamst du an deinen Job auf der AIDA?

Greta: Ich habe mit meinen Eltern schon einige AIDA Urlaube gemacht und zuletzt als Gast an einer Foto-Exkursion teilgenommen. Nachdem ich mich mit mehreren Fotografen dort unterhalten hab, wurde schon klar, dass ich Bock darauf habe. Ich wollte nach meiner Ausbildung eh reisen – Work & Travel ist allerdings null mein Ding. Hier habe ich mein Bett immer dabei und komme trotzdem rum, läuft also!

Was ist denn der größte Unterschied zum Alltag zuhause?

Greta: Hier hat man quasi nie Feierabend – außer man geht direkt ins Bett, aber das wäre nicht mein Stil (lacht). Auch nach den Schichten ist man Ansprechpartner für die Gäste – aber das ist völlig ok, da ja alle so viel arbeiten. Außerdem hat man besonders bei Ausflügen viel Freizeit und kann seine Mittagspausen an den tollsten Orten verbringen. Am meisten haben mich die Dörfer von La Spezia beeindruckt – sie liegen direkt in Felsen, eins schöner als das andere. Noch ein wichtiger Unterschied: Wenn ich zuhause aus dem Fenster gucke, sehe ich Kühe aber keine Delfine oder Schildkröten.

Du bist insgesamt ein halbes Jahr auf der AIDAnova – wie geht es danach weiter?

Greta: Nach einem Monat wurde mir klar, dass das hier voll mein Ding ist, nach zwei Monaten saß ich mit meinem Fotomanager zusammen und habe nach einem neuen Vertrag

gefragt. Wenn alles klappt, fahre ich über Weihnachten und Silvester die nächste Route. Dann geht’s für ein halbes Jahr in die Karibik mit der AIDAperla. Ein Halt sind bspw. die ABC-Inseln. Da seh‘ ich mich doch!

Kommt denn gar kein Heimweh auf?

Heimweh empfinde ich absolut nicht. Manchmal ist es eher die Sehnsucht nach Gewohnheiten und einer Art Konstanz. Hier kommen und gehen die Leute, man weiß nie, ob man jemanden für immer verabschiedet – es besteht halt nichts für immer auf dem Schiff. Einerseits schade, andererseits auch total spannend. Seitdem ich den Fuß hier auf die AIDA gesetzt hab, war ich auch keine Sekunde alleine. Alle sprechen immer von der AIDA-Familie und genauso fühlt es sich auch an: Der Zusammenhalt ist krass und egal, wie unterschiedlich alle sind, haben wir dennoch ein gemeinsames Ziel: Arbeiten, Geld verdienen und dabei einfach eine gute Zeit haben.

 

 

 

Wie beeinflusst dich die bisherige Zeit auf dem Schiff?

Greta: Ich würde sagen, dass ich erwachsener und auch selbstständiger geworden bin, da Professionalität hier an erster Stelle steht. Vielleicht auch noch weltoffener als zuvor eh schon – mit 44 Nationen an Bord hat man eine Vielfalt verschiedenster Menschen hier und das feier‘ ich voll. Zuhause steckt man ja eher in seiner comfort zone und probiert wenig neue Dinge aus, hat manchmal auch mehr Vorurteile anderen gegenüber. Davon macht man sich hier automatisch komplett frei und das werde ich definitiv mitnehmen.

Und dein schönstes Erlebnis?

Kann man so gar nicht sagen. Auf Deck 7 mit nem Bierchen sitzen und den Mond und das Wasser beobachten – das ist schon sehr besonders und bleibt vermutlich für immer in Erinnerung. Auch jedes Mal, wenn wir mit dem Schiff auslaufen und die Sail Away Musik erklingt, bekomme ich Gänsehaut. Die Arbeit hier ist manchmal natürlich auch anstrengend, aber das sind die Momente, in denen man sich denkt: Geil, genau dafür mache ich das.

„Ich bin kein Promi, sondern ein Musiker.“

Michael Patrick Kelly im TNI-Promitalk

Am 16. August findet der Auftakttag des beliebten Schlossgarten Open Airs statt. Der Headliner des Abends ist der sympathische Ire Michael Patrick Kelly, der schon als Kind mit der „Kelly Family“ die ganze Welt besungen hat. Die Mädchenherzen werden ihm nur so zufliegen, da kann man sich sicher sein. Wir konnten dem 41-Jährigen ein wenig seiner kostbaren Zeit abknapsen und ihm vorab einige Fragen stellen.

 

TNI: Schlossgarten Open Air: Verbindest du aus der Vergangenheit etwas mit Osnabrück?

MPK: Ich kann mich noch an einen Auftritt, ganz früher, in der Fußgängerzone von Osnabrück erinnern. Ich habe auf fast allen Fußgängerzonen Deutschlands gespielt, nicht alle sind mit in Erinnerung geblieben, Osnabrück allerdings schon.

 

Du bist in Irland geboren, in Deutschland bist du ein Star. Wo ist Zuhause für dich?

Ich habe kulturell gesehen keine Wurzeln. Ich bin zwar in Irland geboren, bin irisch-amerikanischer Staatsbürger aber ich war ja jeweils in Holland, in Frankreich, in Spanien, in Deutschland, in Belgien, in Irland und USA länger zuhause. Heimat sind die Menschen, die ich liebe. Das tiefste Heimatgefühl habe ich auf spiritueller Ebene für mich finden können, im Glauben an Gott. Aber wenn eins nennen müsste, wäre es Irland.

 

Was hast du aus deiner Zeit im Kloster am meisten mitgenommen?

Ich war auf der Suche nach mehr. Mehr als nur Spaß, Konzerte oder der Luxus, in einem Schloss zu wohnen. Das war zwar spannend, aber es konnte die innere Leere in mir nicht füllen. Ich habe nach dem Sinn meines Lebens und nach Gott gesucht. Wir lassen uns im Alltag ständig von unwichtigen Dingen blenden, beschäftigen uns mit Sachen, die langfristig gar nicht relevant sind. In der Stille des Klosters habe ich unter anderem auch die Leidenschaft zum Musik machen wiedergefunden und an manchen Tagen hagelte es Inspirationen für Songs.

 

Warum warst du beim Comeback der „Kelly Family“ nicht dabei?

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Ist es für dich noch möglich als Privatperson unerkannt durch die Stadt zu gehen?

Ich würde schon sagen, dass das größtenteils noch gut geht. Im Gegensatz zu früher sind die Leute aber nicht mehr so aufdringlich und die Hysterie ist nicht mehr so stark. Heute kann ich Menschen auf Augenhöhe begegnen statt auf einer unnatürlichen  “Star” und “Fan” Ebene, was ich generell nicht mag.

 

Würdest du dir noch mal die Haare langwachsen lassen?

(lacht) Ich glaube nicht.

 

Letztes Jahr hast du als Coach bei The Voice Of Germany mit deinem Team gewonnen, dieses Jahr warst du ein sehr beliebter Gastgeber der Musik Sendung “Sing Meinen Song”, können wir in Zukunft mehr solche TV-Musik Projekte von dir erwarten?

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Was hörst du privat für Musik?

Ich war zuletzt auf den Konzerten von Lenny Kravitz und Ed Sheeran. Zu meinen Lieblingskünstlern gehören Bob Dylan, Bruce Springsteen, U2 und Pearl Jam.

 

Ist es dir wichtig auf Tour auch die Stadt kennenzulernen?

Aufgrund des engen Zeitplanes bleibt selten Zeit, wirklich mal länger zu bleiben und etwas anzuschauen. Aber ich versuche, wo es geht, die Städte kennenzulernen und recherchiere etwas im Internet, um wenigstens etwas über die Geschichte und Sehenswürdigkeiten zu erfahren. Was mich aber am meisten interessiert sind die Menschen, die Mentalität und Kultur die sie prägt, also das was ihre Identität ausmacht.

Gab es jemals einen beruflichen Plan B, falls es mit dir Musik nicht geklappt hätte?

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Das ganze Interview findet ihr in der Print-Ausgabe an über 1.000 Verteilerstellen oder als E-Paper hier

„Es ist ein bisschen wie Prostitution“

Auf’n Korn mit… Michael Werner (Büdchen am Westerberg)

„Es ist ein bisschen wie Prostitution“

Es ist Donnerstagmorgen und Michael Werner hatte durch „Live im Grünen“ am Vorabend eine sehr kurze Nacht. Und dennoch ist er zum Interview am Start – nicht nur physisch, sondern auch geistig hellwach. Seit 2001 betreibt er das Büdchen am Westerberg. Die Frage nach seinem Erfolgsgeheimnis ist überflüssig – denn die Antwort steht direkt hinter dem Tresen. Individualgastronomie at its best im grünen Herzen von Osnabrück.

Erst Kriegsbaracke, dann Kleingärtner-Vereinshaus, mittlerweile eine einzigartige Outdoor-Location in unserer Stadt: Das Büdchen am Westerberg hat schon so einiges hinter sich. Übernommen hat Michael Werner es mit seiner Frau allein aus Bauchgefühl. Das Konzept funktioniert, weil er immer vor Ort ist: „Ich komme aus der Werbung und war da ziemlich unglücklich mit. Ich kann nicht verkaufen, aber ich kann mich verkaufen. Es ist ein bisschen wie Prostitution.“
In den 18 Jahren Selbstvermarktung hat sich einiges getan: Ein Taxifahrer sagte über das Büdchen früher immer „Wo reiche Leute billig saufen“ – einfaches und minimalistisches Angebot, ein Publikum, das nach Feierabend über die Geschäfte spricht.

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die Nachbarn hat Werner, „Letztendlich kann ich es nur mit und nicht gegen die Nachbarn machen. Ganz ohne Stress wird es aber wohl nie gehen – man kann die Leute nicht waschen ohne sie nass zu machen“ Tiefenentspannt für so eine prekäre Situation. Generell haben ihn die Jahre in der Gastro gelassener gemacht. Nach außen wirke er sowieso immer ruhig und cool. Tatsächlich ist er aber noch bei jeder Bühnenansprache aufgeregt – seine persönlichen Befindlichkeiten stellt er im Büdchen aber ganz hinten an: „Das gehört hier nicht hin. Die Gäste wiederum dürfen ihre Probleme hier abladen, das ist im Bierpreis enthalten.“

 

Ähnliche Vorwürfe gab es auch bei „Live im Grünen“ – Verständnis für

Die selbstständige Gastronomie gehöre zu den ungesündesten Berufen, die man ausüben kann, erzählt Werner, aber sie gebe auch so viel zurück.

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„Das rührt und das werde ich auch niemals vergessen.“ Bauchmensch eben. Wenn man ihm so zuhört, kann man sich nicht vorstellen, dass er jemals in die Werbebranche zurückkehrt und hier seine Berufung gefunden hat. „Das ist mein Baby hier und wenn man mir das wegnehmen

will, muss man mir das aus den kalten Händen schneiden. Es klingt ein bisschen pathetisch, aber eigentlich habe ich vor hier zu sterben.“ Er ergänzt noch mit dem wernerschen Humor „…aber auch, weil ich nicht davon ausgehe, dass ich sonderlich alt werde.“ Wir freuen uns auf die nächsten 10,15 Jahre im Büdchen!

 

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WIN! Schlossgarten Open Air

Gewinnt 4×1 Ticket für das Schlossgarten Open Air

Vier Jahre schon hat sich der einzigartige Charme des Schlossgartens und die familiäre Atmosphäre des Open Air das Festival fest im Herzen der Friedenstadt etabliert haben. Am 16. und 17. August findet zum fünften Mal das Schlossgarten Open Air statt und bringt auch dieses Jahr hochkarätige Künstler und Entertainer mit. Nicht nur das, auch die gemütliche Flaniermeile mit regionalen Partnern wird auch dieses Jahr über 20.000 Besucher an zwei Festivaltagen begeistern. Freut euch auf: Michael Patrick Kelly, Max Giesinger, Lotte, Jan Delay & Disko No. 1, Samy Deluxe und den Osnabrücker Kultentertainer Christian Steiffen.

So könnt ihr dabei sein:

Sendet uns bis zum 22. Juli eine Mail an win@thenewinsider.de oder schreibt uns auf Instagram (thenewinsider) und verratet uns für welchen Tag ihr ein Ticket gewinnen wollt. Viel Glück!

 

Osnabrücks „Gott of Schlager“ im TNI-Interview

TNI im Promi-Talk mit Christian Steiffen

Osnabrücks „Gott of Schlager“ is back! Christian Steiffen steht wieder voll im Saft. Schon bei der Wahl seines Albumtitels griff der Mann mit dem edlen „Oberlippen-Schnubbi“ auf das von ihm so perfekt inszenierte und auch zelebrierte Stilmittel der Untertreibung zurück und fügt hinzu: „Worte können mich und dieses Album nicht beschreiben. Der Begriff ‚Gott of Schlager‘ kann nur ein Versuch sein, wird aber für immer eine Krücke bleiben…“. THE NEW INSIDER sprach mit dem Lokaltmatador über seinen Anteil am VfL-Aufstieg, eine weitere OB-Kandidatur und natürlich den bevorstehenden Mega-Gig im Schlossgarten.

THE NEW INSIDER: Hallo Christian! Seit Anfang des Jahres ist „Gott of Schlager“ auf dem Markt. Wie zufrieden bist du mit der Resonanz auf deine neue Platte?

Christian Steiffen: Das Album ist das beste aller möglichen Schallplatten. Ich bin top zufrieden, auch mit der Resonanz auf meinen Live-Konzerten bislang. Oder, um es mit den Worten von VfL-Coach Daniel Thioune zu sagen: „Unfassbar!“

Für Aufsehen sorgte auch dein Auftritt auf der Meisterfeier des VfL. Wie kam diese Verbindung zustande?

Es stellte sich heraus, dass die Mannschaft im Verlauf der Aufstiegssaison in der Kabine und im Bus häufiger mal meinen Song „Ich fühl mich Disco“ gehört hat. Insofern ist der Aufstieg im Grunde auch ein bisschen mein Verdienst, klar. (lacht) Ich bin aber generell als Osnabrücker eng mit dem VfL verbunden und verfolge sehr genau was der Verein macht.

Am 17. August stehst du beim diesjährigen „Schlossgarten Open-Air“ auf der Bühne. Welche Bedeutung hat das für dich?

Ich freue mich tatsächlich extrem darauf, zumal ich dann mit dem Fahrrad anreisen kann, weil ich quasi um die Ecke wohne. Jan Delay & Disco No. 1, die ja nach mir auf derselben Bühne stehen, mag ich ebenfalls sehr. Und wenn’s dann doch noch zwei, drei Bier mehr werden im Verlauf des Abends, lasse ich das Rad halt stehen und laufe nach Hause.

Wirst du, mit Blick auf die aktuellen kommunalpolitischen „Baustellen“, bei der nächsten Wahl noch einmal als OB-Kandidat antreten?

Meine politische Karriere war von vorneherein auf mindestens 20 Jahre angelegt. Solange es meine Kraft zulässt, werde ich auch bei den kommenden Wahlen

wieder als freier Kandidat antreten. Es muss sich ja auch erstmal herumsprechen, um das Monopol der etablierten Parteien durchbrechen zu können.

Welche Message möchtest du mit deinem neuen Album „Gott of Schlager“ in erster Linie vermitteln?

Jedes Lied auf dem Album hat im Grunde seine eigene Geschichte. Ich will allerdings niemandem sagen wie er meine Musik zu verstehen hat, das muss jeder für sich klar machen. Natürlich werden hochbrisante politische Themen angesprochen. Auch auf den anderen Alben schon. Aber Musik zu erklären ist generell nicht meins.

Fühlst du dich als Künstler ernst genug genommen?

Ich gehe fest davon aus, dass das ernst genommen wird. Die Frage stellt sich für mich nicht.

Kommt der Schnäuzer denn auch mal ab zwischendurch?

 

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Neues Mega-Kino am Bahnhof: „Wir wollen den Big Bang“

Filmpassage-Betreiber übernehmen Kino-Komplex

Dass sie Kino können, zeigen Anja und Meinolf Thies in Osnabrück bereits seit 2012. Damals übernahmen sie die marode Filmpassage, modernisierten sie von Grund auf und gaben dieser ein völlig neues Gesicht. Mit Erfolg: Heute steht die Filmpassage besser da denn je. Nun soll dem Ende Juni geschlossenen, bisherigen CineStar-Kinokomplex am Hauptbahnhof neues Leben einhauchen. Anja Thies: „Wir wollen nicht nur kleckern sondern klotzen. Unsere Gäste werden den Gebäudekomplex nicht wiedererkennen. HALL OF FAME bedeutet nicht nur ein neuer Name, sondern ein Erlebnis, dass Osnabrück so noch nicht gesehen hat.“ Mit dem frischen Konzept wollen Thies und Thies bewusst eine Abgrenzung zur Filmpassage in der Johannisstraße herstellen. Das neue Kinokonzept sieht vor, dass das Filmtheater technisch hochmodern ausgestattet wird, sich jedoch in punkto „Look & Feel“ eindeutig abgrenzt. Der deutlich in die Jahre gekommene CineStar-Teppich kommt raus, die Bestuhlung wird ersetzt und auch sonst wird einiges modernisiert. Das Betreiber-Ehepaar ist sich einig, dass sie im siebenstelligen Bereich investieren wollen. Die HALL OF FAME soll ein neues Zuhause für Leinwandfans werden, die es exklusiver mögen ohne direkt „Mondpreise“ bezahlen zu müssen. „Wir werden ein Bautagebuch führen und ab einem gewissen Zeitpunkt, sobald es beginnt spannend zu werden, regelmäßig im Web berichten“, so Anja Thies. Auf die Zusammenarbeit mit dem Vermieter „Bark Retail Osnabrück GmbH“ freuen sie sich bereits. Das Versprechen ist klar: „Spätestens vor Weihnachten ist alles hübsch!“

Fashion-Bloggerin Jana Wind: „Ich mach’s nicht fürs Geld“

„Ich mach’s nicht fürs Geld.“

Jana Winds Fashion-Blog „bekleidet.net“ ist nicht nur ihr Hobby, sondern auch ihr Beruf. Wir haben mit der Modeliebhaberin gesprochen, die in Haste Freiraumplanung studiert hat.

THE NEW INSIDER: „Blogger since 09“ – was genau unterscheidet deiner Meinung nach den „altmodischen“ Blogger von dem heutigen Instagram-Influencer?

Jana Wind: Ich mach’s nicht für’s Geld. Zu den Zeiten, in denen ich begonnen habe, ein eigenes Onlinemedium zu erstellen, war es noch gar nicht bekannt, dass man damit einmal Geld verdienen könnte. Mir ist zum Beispiel wichtig, dass der Anteil an Kooperationen nur einen kleinen Teil meiner Arbeit ausmacht und dass eine Zusammenarbeit niemals meine persönliche Meinung und Texte beeinflusst. Ich nehme auch keine Rücksicht darauf, dass meine teilweise doch sehr direkten Posts potentielle Kunden abschrecken könnten. Vielleicht hätte ich doppelt so viele Follower und doppelt so viel Geld, aber wäre nur noch halb so glücklich und nur noch halb so viel Ich.

Wie lange sitzt du an einem Foto und welche Schritte musst du machen bevor du es tatsächlich hochladest?

Mit Fotomontagen zu arbeiten ist ein bisschen kniffliger, weil ich mich nicht mehr einfach nur in eine Ecke stelle und ein Foto vor einer schönen Wand mache. Ein Bild, in dem ich einfach nur die Perspektive ändere, kann ich in 15 Minuten gepostet haben, an anderen saß ich schon mal 5 Stunden, hatte am Ende 10 Versionen und war mit keiner einzigen zufrieden.

Was verbindest du mit der unserer Friedensstadt Osnabrück? Welcher Ort gefällt dir am meisten?

Ich habe in Haste Freiraumplanung studiert und bin davon überzeugt, dass das einer der schönsten Studienorte in ganz Deutschland ist. Die großen Wiesen, auf denen man im Sommer liegen kann, die exotischen Pflanzen, der Staudengarten mit dem schönen Bachlauf… Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass ich das als junge Studentin gar nicht genug zu schätzen wusste.

Kannst du dir vorstellen nur von Instagram zu leben?

Auf Instagram kann man viel ausdrücken und teilen, aber es hat gerade was Texte angeht schon seine Grenzen. Ich bin deshalb froh, noch ein ganz eigenes Medium, meinen Blog, zu besitzen, der nicht abhängig ist von den Entscheidungen und Änderungen völlig fremder Leute. Wenn Instagram von heute auf morgen gelöscht oder komplett geändert wird, kann ich nichts dagegen tun. Nur von Instagram zu leben ist vielleicht für eine Weile ok, aber nicht unbedingt für immer.

Wenn du ein Tag jemand anderes sein könntest, wer wärst du?

Donald Trump. Ich kann mir diesen Menschen einfach nicht erklären, vielleicht wäre ich danach schlauer?

Nach Shopping-Center-Stopp: Jetzt spricht der Konzern!

Nach Shopping-Center-Stopp: Jetzt spricht der Konzern!

Nun ist es Gewissheit: Das geplante Shoppingcenter OSKAR am Osnabrücker Neumarkt geht als gigantisches Flop-Projekt in die Geschichte der Friedensstadt ein. Nach jahrelangem Tauziehen schien es noch vor Monaten so als würde der Mega-Komplex tatsächlich Wirklichkeit.

Nun macht der federführende französische Konzern Unibail Rodamco Westfield in einer Pressemitteilung vor allem die „steigenden Baukosten am überhitzten deutschen und europäischen Baumarkt“ für das Planungsaus verantwortlich. URW hatte im Juni 2018 den komplexen Bauantrag eingereicht und parallel die Vermietungsaktivitäten nochmals intensiviert sowie nach eigenen Angaben „detailliertere Gespräche mit potenziellen Generalunternehmern aufgenommen.“

Nun also das endgültige Aus für das Shoppingcenter! URW gibt an, man werde „gemeinsam mit der Stadt verschiedene Optionen prüfen und ein gemischt genutztes Konzept anstreben.“ Doch: Was bedeutet das genau für den Neumarkt? Antworten auf diese und weitere Kernfragen lest ihr natürlich im kommenden THE NEW INSIDER!