DER EWIGE OSNABRÜCKER NEUMARKT-TRAUM
DER EWIGE OSNABRÜCKER NEUMARKT-TRAUM
Das Vertrauen der Osnabrückerinnen und Osnabrücker ist längst verspielt. Wer erklärt, dass die Umgestaltung des Neumarkts in diesem Jahr nun wirklich beginne, erntet von vielen Bürgerinnen und Bürgern nur noch ein müdes Lächeln – Häme, Spott und Sarkasmus inklusive. Und doch könnte das Jahr 2026 tatsächlich in die Osnabrücker Stadtgeschichte eingehen.
Ab März sollen die vorbereitenden Maßnahmen zur Umgestaltung des zentralsten Platzes der Stadt starten. Läuft alles so, wie es der neue Zeitplan vorsieht, präsentiert sich der Neumarkt an Weihnachten 2029 so, wie auf den von der Stadt veröffentlichten Visualisierungen.
Keine Autos, mehr Grün
Geplant ist weiterhin ein steinerner, aber begrünter Stadtplatz, der von wenigen Bussen, jedoch von keinen Autos mehr befahren wird. Ein einheitliches Pflaster von der Johannisstraße bis zum Eingang der Großen Straße soll – gemeinsam mit dem reduzierten Verkehr – die Verbindung stärken.
Nach den Vorbereitungen sollen die Hauptarbeiten im November dieses Jahres beginnen. Diese sind in fünf Bauphasen gegliedert. Zunächst wird der nördliche Teil des Platzes umgebaut, anschließend der südliche vor dem Landgericht. Es folgen die Anschlüsse an die Große Straße, die Wittekindstraße, die Johannisstraße und den Kollegienwall. Zwischendurch wird auch der Zentrale Busbahnhof neu gestaltet und mit einer neuen Überdachung versehen.
Dass sich die Kosten inzwischen auf rund 27 Millionen Euro belaufen und sich damit im Vergleich zu 2019 mehr als verdoppelt haben, scheint kaum noch jemanden zu überraschen. Hauptsache, es passiert nun endlich etwas.
Abbruch für die Johannishöfe
Auch an den umliegenden Gebäuden wird gearbeitet. Die als „Zauberwürfel“ bekannte Immobilie neben dem H&M-Gebäude empfängt laut Investor Theodor Bergmann in seinem integrierten Hotel bereits ab Mitte Februar die ersten Gäste. Die Lindhorst-Gruppe will laut Tagespresse noch in diesem Jahr mit dem Abriss der zahlreichen verwahrlosten Gebäude beginnen, um dort endlich die Vision der Johannishöfe zu verwirklichen: mit Wohnungen, Geschäften, Büros und einem Pflegeheim.
Klar ist: Die Geduld der Osnabrückerinnen und Osnabrücker wird erneut auf eine harte Probe gestellt. Umleitungen, Sperrungen, Gerüste, Staus und Baustellenlärm werden die Umbauphase prägen. Nicht auszudenken, wenn auch dieser Plan scheitert.
