Einblick in die Fanseele: VfL-Fanbeauftragter W. Nordlohne im Talk

„DIE SEHNSUCHT IST RIESIG“

THE NEW INSIDER: Hallo Werner, ein Blick zunächst in deine eigene Fanseele: Wie sieht es darin aktuell aus?

WERNER NORDLOHNE: Grundsätzlich leidet die Fanseele natürlich ohnehin schon enorm unter der aktuellen Corona-Situation. Da fühlt man sich als Anhänger in gewisser Weise hilflos, weil man eben nicht der berühmte zwölfte Mann sein kann. Darüber hinaus ist die Bremer Brücke ein besonderer sozialer Treffpunkt. Das alles fällt seit mehr als einem Jahr weg und auch unsere Arbeit ist ungewohnt ruhig.

Es wird viel über die historische Heimniederlagenserie gesprochen. Hättest du dir eine solche Negativserie auch bei vollen Rängen vorstellen können?

Schwer zu sagen. Ich persönlich kann mir kaum vorstellen, dass wir eine derartige Negativserie als Fans „zugelassen hätten“. Nicht wenige Spiele waren ja durchaus eng und exakt in derartigen Partien war es bekanntlich immer mal wieder dieser berühmte „Brücken-Roar“, der die letzten Prozente an Leistungsbereitschaft rausgekitzelt hat. Jeder, der auch privat mal vor Zuschauern gespielt hat, kennt das: Sobald die Familie oder die Freunde am Spielfeldrand stehen, gibt man automatisch nochmal mehr Gas – das ist total menschlich.

Die Bremer Brücke ist nun bereits seit mehr als einem Jahr verwaist. Wie erlebst du die Geisterspiele?

Das ist schon gruselig. Für Taktikfans ist es sicher zunächst spannend all die Kommandos laut und deutlich zu hören, die zwischen den Akteuren ausgetauscht werden. Und da wir als Fanbetreuer auch weiterhin bei jedem Heimspiel vor Ort sind, nimmt man automatisch auch den sportlichen Teil mit. Aber gewöhnen kann man sich daran nicht, denn Fußball ohne Fans ist nichts.

Gibt es aktuell überhaupt ein aktives Fanleben?

Eher weniger. Also natürlich stehen wir immer mal wieder mit Einzelpersonen aus der Fanszene in Kontakt und sind an den Spieltagen präsent, wenn kleinere Gruppen sich am Stadion versammeln, um den Mannschaftsbus zu empfangen. Aber all die Rituale rund um Auswärtsfahrten, Fanclubtreffen und Spieltagsroutinen liegen einfach völlig brach. Wir bleiben aber als Anlaufstelle für die Fans so gut es geht präsent.

Vor dem Derby gegen Braunschweig empfingen hunderte Fans den Teambus. Das Spiel ging 0:4 verloren und war der vorläufige Tiefpunkt der Saison. Wieviel Kredit hat das Team aktuell noch?

[… Die Antwort auf diese Frage lest ihr in unserer aktuellen Online-Ausgabe des TNI 05/2021 …]

Die Ticket-Vorverkaufs-Aktion „Endlich wieder“ hat eine große Resonanz erfahren. War diese zuvor seitens des Vereins mit euch abgesprochen?

Ja, das ist eine Initiative, die natürlich eine gewisse Vorfreude aufbauen soll. Und an der Resonanz hat man gesehen, welche gesellschaftliche Bedeutung unsere Brückentage haben. Da geht es eben doch um weitaus mehr als bloß die sportliche Situation. Der VfL verbindet und das Stadionerlebnis ist der Kern des Ganzen. Die Sehnsucht danach ist bei uns allen riesig!

Hast du Sorge, dass Corona eine ganze Fangeneration verhindern könnte und die Begeisterung insgesamt sinkt?

[… Die Antwort auf diese Frage lest ihr in unserer aktuellen Online-Ausgabe des TNI 05/2021 …]

Ein Blick auf die Hochglanz-Fußballwelt: War das Super-League-Aus wirklich ein Sieg der Basis oder trügt der Schein?

Das mit der vorerst gescheiterten Super League sehe ich durchaus skeptisch. Was haben wir Fans denn dadurch gewonnen? Ok, es wurde vielleicht ein Worst-Case-Szenario verhindert. Aber speziell die neueste Reform der Champions League zeigt doch wohin die Reise gehen soll. Bislang sehe ich bloß viele Lippenbekenntnisse und wenig Fortschritt im Sinne des Fußballs.

Vielen Dank für das Gespräch!

News aus dem Klinikum Osnabrück: Besser mit IMZ

Klinikum Osnabrück bündelt Kräfte im Intensiv-Medizinischen Zentrum

Das Klinikum Osnabrück legt seiner Intensivmedizin einen neuen Zuschnitt zu: Um die für den Behandlungserfolg so wichtige interdisziplinäre und multiprofessionelle Zusammenarbeit noch weiter zu verbessern, wurde nun am Klinikum Osnabrück das Intensiv-Medizinische Zentrum (IMZ) gegründet. Dieses wird über 76 Behandlungsplätze verfügen und bietet das gesamte Spektrum der operativen und konservativen, inklusive der neurologischen Intensivmedizin an.

Mit der Etablierung des IMZ wird sich das Klinikum Osnabrück noch weiter spezialisieren und auf die Anforderungen der modernen Intensivmedizin mit ihrem hohen personellen und apparativen Aufwand einstellen. Darüber hinaus zeigt sich, dass durch die demografische Entwicklung und moderne minimalinvasive Behandlungstechniken der Bedarf an intensivmedizinischer Versorgung weiter steigt. Im fachübergreifenden IMZ werden insbesondere Behandlungsstandards in der Intensivmedizin vereinheitlicht und damit die Versorgungsqualität erhöht. Klassische Schnittstellenprobleme, die bei der Verlegung von Patienten zwischen einzelnen Stationen entstehen können, sollen konsequent vermieden werden. Dieses wird gemeinschaftlich durch die vier Mediziner PD Dr. Peter Teschendorf, PD Dr. Carsten Schneider, Prof. Dr. Rainer Dziewas, Prof. Dr. Martin Engelhardt sowie Herrn Thomas Schöne als Vertreter der Pflegedienstleitung geleitet.

Covid-19 betrifft jedes Organsystem

Wie Thomas Schöne, Pflegedienstleiter der Intensivstation berichtet, hätte die COVID-19-Pandemie am Klinikum noch einmal die überragende Bedeutung der Fach- und Professionsgrenzen überschreitenden Patientenversorgung vor Augen geführt. „Wie inzwischen durch zahlreiche Studien belegt, kann die COVID-19- Erkrankung praktisch jedes Organsystem betreffen. Hier müssen sich, wie bei uns von Anbeginn der Pandemie an üblich, alle Kliniker am Patientenbett treffen, um den bestmöglichen Behandlungserfolg zu erzielen“, ergänzt PD Dr. Carsten Schneider, Chefarzt
der Klinik für Kardiologie. „Nur durch eine gemeinsame, konzertierte Anstrengung wird es uns gelingen, am Klinikum Osnabrück auch zukünftig Intensivmedizin auf einem internationalen Spitzenniveau anzubieten. Der Wissenszuwachs und der technische Fortschritt sind auf diesem Gebiet rasant“, erläutert PD Dr. Peter Teschendorf, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie.

Schritt in die Zukunft

Die Klinikums-Geschäftsführer Frans Blok und Rudolf Küster sehen in der Gründung des Intensiv-Medizinischen Zentrums ebenfalls einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft und ergänzen, dass nach Abschluss der OP-Baumaßnahme über 76 Behandlungsplätze im IMZ zur Verfügung stehen. Damit entsteht Am Finkenhügel in Osnabrück eines der größten Intensiv-Medizinischen Zentren in Niedersachsen zur Versorgung schwerstkranker Patienten. Dies sei auch bei der Maximalversorgung von schwerverletzten Patienten im überregionalen Traumazentrum von hoher Bedeutung, betont der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Martin Engelhardt.

Unabhängig vom IMZ schreitet im Klinikum der Ausbau und die Erneuerung des OP-Bereichs voran. Nachdem im Vorjahr der zweigeschossige Neubau mit einer neuen Intensivstation früher als vorgesehen eröffnet wurde, um weitere Behandlungsplätze mit Beatmungsgeräten für Covid-19-Patienten vorhalten zu können, wird nun weiter an der Kernsanierung der bestehenden OP-Bereiche und dem Bau der neuen Zentralsterilisation gearbeitet.

Foto v. li.: Thomas Schöne, Prof. Dziewas, PD Dr. Schneider, PD Dr. Teschendorf und Prof. Engelhardt leiten gemeinsam das Intensiv-Medizinische Zentrum am Klinikum Osnabrück.

Vollkommen im Velo-Wahn: Fredo Gerdes im Biking-Talk

VOLLKOMMEN IM VELO-WAHN

Fredo Gerdes ist verrückt. Verrückt nach Bikes, Geschwindigkeit und neuen Abenteuern im Osnabrücker Land. Weit vor Corona ist der angehende Veranstaltungskaufmann und Fotograf bereits dem Radsport verfallen und investiert während der beruflichen Zwangspause nun noch deutlich mehr Zeit in sein Lieblingshobby. Via Instagram (@velodefredo) hält der „Cyclist“ seine Follower stets auf dem Laufenden. Im TNI-Biking-Talk verrät er wie seine Leidenschaft fürs Biken entfacht worden ist, wie viele Stunden er aktuell auf dem Sattel verbringt und welche Spots/Strecken im Osnabrücker Land er empfehlen kann.

THE NEW INSIDER: Moin Fredo! Wer oder was hat deine Fahrradleidenschaft einst entfacht und wann hast du gemerkt: Ich hab eigentlich auf nichts mehr Bock als aufs Biken?

FREDO GERDES AKA @VELODEFREDO: Moin! Bei mir fing das mit der Rad-Affinität früh an. Ich war ca. 10 Jahre alt, da gab es zu Weihnachten das erste BMX. Ich bin in Bad Iburg aufgewachsen und habe mich am Dörenberg und dem Dirtpark dort die nächsten Jahre durch die Extremsportarten (BMX, Dirt, Enduro & Downhill) getestet. Mit 17 hat es mich dann nach Osnabrück verschlagen, hier wurde das „Fixie“ (eine stadttaugliche Variante des klassischen Bahnrads) mein wichtigstes Fortbewegungsmittel. Nach ein, zwei Jahren pendeln und cruisen wurde die sportliche Seite immer interessanter, um ein Ventil zu haben und die kreative Regeneration anzukurbeln! Ich war nie Ausdauersportler. Daher fielen mir die ersten Touren doch schwer, umso mehr hat es mich jetzt gepackt.

Wie viele Stunden investierst du wöchentlich in dein Hobby?

Ich bin erst seit dem ersten Lockdown vollkommen im Velo-Wahn! Ich arbeite zum größten Teil in der Veranstaltungsbranche. Daher verbringe ich ca. acht bis zehn Stunden wöchentlich auf dem Sattel. Bei voller Berufsauslastung werde ich hier auf jeden Fall die eine oder andere Stunde abziehen müssen.

Geschlossene Fitnessstudios und die Lockdowns haben den Hype ums Bike neu entfacht. Nervt das oder freut es dich sogar?

Es freut mich! Radsport ist in meinen Augen ein unglaublicher toller Sport, man lernt sich selber besser kennen, seine eigenen Körper und seine Grenzen. Man entdeckt neue Ecken und kann sich ein Ausgleich zum Alltag schaffen und abschalten. Nicht nur die sportliche Seite sondern auch der Lifestyle ist sehr interessant. Durch Länder wie Italien und Frankreich ist die Bike-Community zum größten Teil auch sehr genuss- & vor allem kaffeeaffin, also ist der Coffee-Stop meist selbstverständlich.

Du selbst bist bekennender Rennradfahrer. Einfach der Geschwindigkeit wegen oder was ist hierfür der Grund?

Meine Aufteilung im Radsport ist 60% Rennrad und 20% Gravel und 20% MTB. Ich würde mich auf dem Rennrad schon als leistungsorientiert bezeichnen, also geht es um Werte, Zahlen, Geschwindigkeit und Zeiten. Um etwas entgegenzusetzen fahre ich aber auch gerne mal ‘ne Tour auf dem Gravelbike (Rennrad mit dickeren Reifen und entspannterer Geometrie) oder brettere mit dem Mountainbike durch Hüggel und Dörenberg.

Nach welchen Kriterien wählst du deine Strecken aus – und hast du evtl. ein, zwei Geheimtipps im Osnabrücker Land?

Meine Strecken wühle ich oft über „Kommod“ aus oder schaue bei „Strava“ welche Runden andere Osnabrücker Radsportler fahren. An sich überlegt man sich vorher ob man Lust auf Höhenmeter hat oder lieber auf der Geraden ein wenig Geschwindigkeit aufbaut. Meine Geheimtipps im Osnabrücker Land: Tecklenburg – hier findet man ein paar Höhenmeter und echt gute Bio-Pommes. Bad Essen ist hingegen ein wenig flacher und besticht mit einer super Eisdiele und Bad Iburg hat eigentlich fast alle Möglichkeiten, ob flach oder bergig – Kraft tanken kann man dann super bei „Schinken Gerdes“. (grinst)

Fotos: Martin Rupik (Instagram @martinrupik)

Shootingstar: Osnabrückerin Sophie Chassèe im TNI-Talk

Insider des Monats: Sophie Chassèe, Singer/Songwriterin

Sophie Chassée ist Studentin an der IfM der Hochschule Osnabrück (Institut für Musik) und bespielt seit 2012 die Bühnen der Bundesrepublik. Mit ihrem einzigartigen Gitarrenspiel des Modern Fingerstyle ist die 24-Jährige schon auf Solotour gegangen und spielte mit den Bands Alli Neumann und Karanoon auf großen Festivals. Im März veröffentlichte sie ihr neues Soloalbum „Lesson Learned“.

THE NEW INSIDER: Wann bist du zum ersten Mal mit Musik in Kontakt gekommen?

SOPHIE CHASSÉE: Meine ganze Familie besteht aus Berufsmusikern oder Musiklehrern. Seitdem ich auf der Welt bin, wurde zuhause Musik gemacht. Das hat mich immer begleitet. Angefangen habe ich mit Gesang, mit fünf Jahren hat meine Mutter mich dann zum Klavierunterricht gebracht. „Nebenbei“ habe ich dann auch Gitarre spielen gelernt.

Warum hast du dich für ein Musikstudium in Osnabrück entschieden?

Nach dem Abitur entschied ich mich zunächst für eine Ausbildung zur Zupfinstrumentenbauerin, die ich dann relativ früh geschmissen habe. Hauptsächlich, weil ich gemerkt habe, dass die Nähe zum Instrument keine Alternative zum Musikmachen ist. Ich dachte das wäre die sicherere Variante mit der Ausbildung – aber oft ist die sichere Variante nicht, dass was einen glücklich macht. Also entschied ich mich für ein Studium. Bei meinem Vorstellungsgespräch in Osnabrück hatte ich einfach ein gutes Bauchgefühl und habe mich direkt in die Stadt verliebt, obwohl ich Zusagen für andere Unis hatte.

Wie würdest du deinen Musikstil beschreiben?

Viele sagen Singer-Songwriter. Das ist aber eine Schublade in die ich ungerne reingesteckt werde, weil man damit ganz andere Dinge assoziiert. Ich würde sagen es ist eine Mischung aus Modern-Fingerstyle, eine spezielle Art Gitarre zu spielen und ein kleiner Einfluss von Singer-Songwriter.

Was waren deine größten Erfolge bisher?

Ich habe letztes Jahr ein Endorsement bei Lakewood bekommen, das ist eine relativ bekannte Gitarrenmarke aus Deutschland. Die haben mir eine Sophie-Signature-Gitarre gebaut. Das war immer schon ein Traum von mir. Mit der Band Alli Neumann, in der ich Bass spiele, haben wir außerdem auf dem Lollapalooza gespielt. Ich habe Udo Lindenberg sowie Clueso kennengelernt und arbeite seit letztem Jahr mit Henning May zusammen.

Wie ist es zu der Zusammenarbeit mit dem Leadsänger von AnnenMayKantereit gekommen?

[ … Die Antwort auf diese Frage findet ihr in unserer aktuellen Online-Ausgabe 05/2021 … ]

Wie hast du das letzte Pandemiejahr aus künstlerischer und persönlicher Sicht erlebt?

Ich habe wirklich gemerkt, was ich musikalisch erreichen und in welche Richtung ich gehen möchte. Dadurch, dass Live-Performances letztes Jahr fast komplett ausgefallen sind, fehlte da natürlich ein elementares Puzzlestück, das meine Entwicklung beeinflusst. Ich habe 2019 mehr on the road verbracht als zuhause zu schlafen. Das fehlt sehr. Aus persönlicher Sicht merke ich schon, dass ich immer mehr zum Einsiedler werde.

Hast du – trotz Corona-Einschränkungen – bereits Live-Pläne schmieden können?

Tatsächlich sind schon für den Frühsommer einige Solosachen geplant. Im August, gibt es auch schon konkrete Termine, wo ich jedoch noch skeptisch bin, ob diese tatsächlich stattfinden. Man merkt schon, dass die Veranstalter aus dem Loch rauswollen und mehr Hoffnung schaffen. Also, Daumen drücken!

Wie bewertest du das Thema Frauen im Musikbusiness?

[ … Die Antwort auf diese Frage findet ihr in unserer aktuellen Online-Ausgabe 05/2021 … ]

Welche sind deine musikalischen Vorbilder?

John Mayer, Andy McKee und Ben Howard.

Wenn du einen Tag jemand anderes sein könntest, wer wäre das?

Ich würde ganz gerne mal einen Tag bei der Seenotrettung verbringen. Wenn man so etwas einmal miterlebt, versteht man wahrscheinlich erst wie gut man es hat.

Vielen Dank für das Gespräch!

Follow Sophie Chassèe on Instagram: __sophiemusic__

Wieso ziehst du nicht endlich weg?

Warum Sabine Steiwer schon 35 Jahre im Schinkel wohnt

Der Osnabrücker Stadtteil Schinkel befindet sich durch die Teilnahme am städtebaulichen Förderprogramm
„Soziale Stadt“ aktuell in einem Veränderungsprozess. Durch dieses Programm soll der Schinkel
baulich und strukturell für seine BewohnerInnen aufgewertet werden. Unter anderem soll durch die Jugendumfrage
„Schinkel asozial? #nofront“ herausgefunden werden, wie junge Menschen den Stadtteil aus ihrer
Perspektive wahrnehmen. Auch der Bürgerverein Schinkel von 1912 e.V. setzt sich für die Interessen der
Bewohner ein und stellt eine Verbindung zwischen Stadt und Bürger her. Wir haben mit Sabine Steiwer gesprochen,
die Teil des Vorstands ist und den Schinkel bereits seit 35 Jahren ihre Heimat nennt.

Mit 24 Jahren ist Sabine Steiwer, damals in der Punkszene aktiv, in den Schinkel gezogen. Anfangs lebte sie in einer Mädels-WG und lernte dabei den Stadtteil noch als richtiges Arbeiterviertel kennen. Die großen Firmen wie Klöckner und Karmann waren demnach Magneten für ausländische Gastarbeiter, die sich immer mehr im Schinkel ansiedelten. Dieses „Multi-Kulti“ gefiel ihr damals als junge Frau besonders – auch heute noch. Sabine Steiwer: „Ich höre noch immer Sätze wie ‚Wieso ziehst du nicht endlich weg?‘ Ich persönlich sehe aber keinen Grund für einen Umzug. Wenn man sich Zeit für die Nachbarn, Bewohner und Co. nimmt, erkennt man die Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit erst.“ Steiwer muss seit jeher mit Vorurteilen kämpfen. Viel schlimmer sei es jedoch für die Minderheiten selbst, die von vorneherein abgestempelt werden. Wer jedoch selbst dort wohne, könne die Situation ganz anders bewerten.

MIT 24 JAHREN ÜBERFALLEN

„Der Schinkel ist ein Schmelztiegel verschiedener Nationen und Kulturen. Da kann es sein, dass man auch mal mit den Händen und Füßen kommunizieren
muss. Aber es geht. Viele Geschichten werden überbewertet und wir selbst kriegen von den Problemen, die uns immer nachgesagt werden weniger mit.“ Bestimmte „No-Go-Areas“ kenne Sabine Steiwer nicht. Dennoch gab es Zeiten, in denen sie bestimmte Ecken gemieden hat. In ihrem ersten Jahr ist sie auf dem Fahrrad von mehreren Männern überfallen worden. Das war ein Tag, der sie bis heute geprägt, jedoch nicht verängstigt hat. „Ich war zur falschen Zeit am falschen Ort. Das hätte in jedem Stadtteil passieren können. Ich habe nie der Straße oder den ausländischen Bewohnern die Schuld dafür gegeben.“ Letztlich waren es zwei Männer mit türkischem Migrationshintergrund, die die heute 60-Jährige vor Schlimmerem gerettet haben.

POLITISCHE MITGESTALTUNG

Weil sie in ihrer alten Wohnung ein Rattenproblem hatte, besuchte sie damals den Vorstand des Bürgervereins. Nachdem der Missstand schnell behoben war, entschied sie sich selbst
Teil davon zu werden. Bewohner mit Migrationshintergrund sind hier jedoch weiterhin unterrepräsentiert. „Die meisten wissen gar nicht, dass es uns gibt und was wir machen. Natürlich gehen wir auf die Migranten und Jugendlichen zu. Diese haben jedoch aktuell andere Prioritäten. Hier müssen noch weitere Schritte getätigt werden.“ Der Verein war unter anderem beteiligt an der Mitgestaltung des Hasespielplatzes und diskutiert aktiv mit der Stadt über die Umsetzung des VfL-Trainingszentrums und neuem Schinkelbads. Sabine Steiwer lebt gerne im Schinkel und wünscht sich, dass den ausländischen Bewohnern die Chance zur sozialen Integration gegeben wird.

Wie schlecht geht es der Wirtschaft in Osnabrück?

Wie schlecht geht es der Wirtschaft in Osnabrück wirklich, Herr Minning?
Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung im TNI-Interview

Die Wirtschaftsförderung Osnabrück (WFO) ist der zentrale Partner für Unternehmen und Selbstständige in Osnabrück. Von der Begleitung bei Investitionsprojekten über die Innovationsförderung und Fördermittelberatung bis hin zum Immobilien- und Ansiedlungsservice – die WFO unterstützt und berät unterschiedlichen Unternehmen bei unterschiedlichen Bedürfnissen. Welchen Einfluss die Corona-Pandemie auf die hiesige Wirtschaft verrät uns WFO-Geschäftsführer Ralf Minning.

THE NEW INSIDER: Während der Corona-Krise stand die Wirtschaft in der Region Osnabrück nahezu still. Wie weit reichen die wirtschaftlichen Schäden nach einem Jahr Pandemie?
Ralf Minning: Aufgrund der ausgesetzten Insolvenzantragspflicht fehlen uns zwar fundierte Zahlen, aber die Schäden dürften erheblich sein – insbesondere im stationären Einzelhandel, der Gastronomie und der Veranstaltungswirtschaft. Aber auch in anderen Branchen ist die Lage prekär. Nach Angaben der Creditreform aus Januar lässt sich beobachten, dass sich das Zahlungsverhalten in der Region verschlechtert und sich die Liquiditätssituation der Firmen spürbar anspannt. Gleichzeitig beobachten wir aber auch, dass Unternehmen, die sich schnell an die neuen Gegebenheiten anpassen konnten, daraus sogar Wachstum generieren konnten. Der Osnabrücker Automobilzulieferer Zender beispielsweise hat seine Produktion umgestellt und liefert nun nicht nur klinische Masken für das Bundesgesundheitsministerium, sondern expandiert dadurch auch.

Inwiefern konnten Unternehmen von den staatlichen Hilfen ihr Überleben sichern?
Vor allem das Kurzarbeitergeld hat sich als sehr wirksames Instrument bewiesen, um nicht nur die Situation in den Unternehmen zu entschärfen, sondern auch, um Arbeitsplätze zu sichern. Problematisch wird es immer dann, wenn der Bund involviert ist. Die langwierigen Verzögerungen bei den November- und Dezemberhilfen, die technischen Unzulänglichkeiten bei den Überbrückungshilfen – das geht auf das Konto des Bundes und zu Lasten der Unternehmer vor Ort.
Es sind allerdings auch beträchtliche Summen nach Osnabrück geflossen. Allein bei den Überbrückungshilfen I und II sind im vergangenen Jahr mehr als 6,3 Millionen Euro nach Osnabrück gegangen, bei den Novemberhilfen waren es rund drei Millionen Euro.

Inwieweit hat die Osnabrücker Start Up-Szene aufgrund der aktuellen Situation gelitten?
Die Zahl der Gewerbeanmeldungen ist zwar im vergangenen Jahr zurückgegangen, aber nicht so stark, wie wir befürchtet hatten. Im ersten Halbjahr waren es nur 8 Prozent weniger. Und das obwohl es aktuell für Startups besonders schwierig ist, Fremdfinanzierung zu sichern. Auch um die Gründerinnen und Gründer in dieser Lage optimal zu unterstützen, haben wir zu Beginn des Jahres eine neue Gründungsberatung bei der WFO etabliert. Außerdem wird schon in den nächsten Monaten der neue Startup Accelerator für die Gesundheitswirtschaft in Osnabrück seine Arbeit aufnehmen. Ein richtungs- und zukunftsweisendes Projekt, das Unternehmerschaft und Verwaltung gemeinsam realisieren und auf das wir als WFO besonders stolz sind.

Welche Unterstützung bieten Sie regionalen Unternehmen? Ist die Anfrage im letzten Jahr gestiegen?
Wir haben gleich zu Beginn der Krise alle verfügbaren Ressourcen in diesem Thema gebündelt und inzwischen mehr als 1.200 Beratungsgespräche geführt. Unser Team hat die Unternehmen durch den Dschungel an Vorschriften und Anträgen gelotst und nicht selten erfolgreich zwischen Wirtschaft und Verwaltung vermittelt. Die Anfragen reichten dabei vom Soloselbstständigen über kleine und mittlere Betriebe bis zu großen Unternehmen. Wir haben zudem unsere Online-Services massiv ausgebaut und Unternehmen zeitnah und proaktiv über neue Fördermittel und –regelungen informiert. Das hohe Tempo wollen wir aufrechterhalten. Für 2021 haben wir uns vorgenommen, das Maximum an Fördergeldern nach Osnabrück zu holen, damit die Stadt so gut wie möglich aus der Krise heraus neu starten kann. Dafür haben wir eigens unser kostenloses Beratungspaket „Unternehmen Perspektive“ entwickelt, das Weg in die Zeit nach Corona ebnen soll.

News aus dem Klinikum Osnabrück

News aus dem Klinikum

13 Jahre Schlüssellochoperationen in der Urologie

Ungewöhnliche Datumsübereinstimmung: Am 11. März war Weltnierentag – 13 Jahre zuvor ist genau an diesem Datum die erste minimal-invasive Nierenoperation in der Klinik für Urologie und Kinderurologie im Klinikum Osnabrück durchgeführt worden. Als die „Schlüssellochoperationen“ eingeführt wurden, war das Klinikum Osnabrück das erste Haus im weiten Umkreis, das mit der schonenden Eingriffstechnik gearbeitet hat. Bei dem Verfahren sind keine großen Schnitte durch die Bauchdecke mehr erforderlich, sondern es kann mit einem Laparoskop operiert werden, also einem speziellen Endoskop, durch das die Ärzte die Instrumente und eine Kamera von außen steuern. Dafür sind nur winzige Hautschnitte erforderlich, so dass die Patienten nach den Eingriffen viel schneller wieder auf die Beine kommen.

Wie Prof. Dr. Hermann van Ahlen, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie, und der Leitende Oberarzt Dr. Samer Schakaki, der die laparoskopischen Eingriffe in der Abteilung eingeführt hat, erklären, hat sich die minimalinvasive Technik in der relativ kurzen Zeit zum Standardverfahren in der Urologie am Klinikum Osnabrück entwickelt, welches insbesondere bei Operationen an Niere, Harnblase und Prostata eingesetzt wird. Bei den Nierenoperationen sind es 98 Prozent aller Eingriffe, die damit durchgeführt werden. Etwa 150 Patienten sind es jährlich, die auf dem Finkenhügel an der Niere operiert werden, zumeist wegen Nierentumoren oder Nierenfehlbildung. „Wir arbeiten damit so häufig, dass bei uns seit 2010 mehrfach jährlich überregionale laparoskopische OP-Schulungen für Ärzte laufen“, macht van Ahlen deutlich.

 Unterstützung durch Operationsroboter

Zu den jüngsten Entwicklungen gehört es, dass sich die Spezialisten der Klinik für Urologie und Kinderurologie bei den laparoskopischen Eingriffen noch vom Operationsroboter DaVinci unterstützen lassen. Wie van Ahlen und Schakaki erläutern, wird der Operationsroboter vielfach bei der Beseitigung von Nierentumoren eingesetzt. „Damit sind Eingriffe möglich, die vorher unter Erhalt der Niere nicht machbar waren – für mich ist das bei aller Erfahrung wirklich beeindruckend“, so van Ahlen. Bei solchen Operationen werden die Instrumente an mehreren Stellen in den Körper der Patienten eingeführt und müssen von den jeweiligen Positionen vorbei an anderen Organen zum Tumor navigiert werden. „Der Computer verschafft uns eine Bewegungsfreiheit, die mit der Hand nicht möglich wäre. Er ist ein Hilfsinstrument, mit dem wir die Instrumente bei den Operationen präziser führen können“, erklärt der Chefarzt. „Wir sehen bei den laparoskopischen Operationen mit DaVinci 3D-Bilder mit bis zu zehnfacher Vergrößerung. Dies ermöglicht uns Blickwinkel und Perspektiven, die bei den herkömmlichen OP – Techniken anatomisch gar nicht möglich wären und erweitert so unsere Möglichkeiten beträchtlich. Gerade mit dem Roboter lassen sich die Instrumente so frei führen, dass wir damit in der ganz überwiegenden Zahl der Fälle auch größere oder tiefer reichende Tumore beseitigen können, die früher eine vollständige Entfernung der Niere erforderlich gemacht hätten“, ergänzt Schakaki.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtig

Die Datumsgleichheit der ersten laparoskopischen Nieren-OP mit dem Weltnierentag hat sich, wie van Ahlen und Schakaki erläutern, zufällig ergeben. Der Weltnierentag fällt immer auf den zweiten Donnerstag im dritten Monat. Diesmal war es der 11. März, also genau der Tag der ersten laparoskopischen Nierenoperation am Klinikum Osnabrück. Ziel des Informationstages, der diesmal unter dem Motto „Nieren-Gesundheit für jeden und überall – Lebensqualität mit einer Nierenerkrankung“ stand, ist es, Nierengesundheit und Nierenerkrankungen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.Wie Schakaki erläutert, gehören Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht und eine falsche Ernährung zu den Hauptursachen für Nierenerkrankungen und vor allem Entwicklung von Nierentumoren. Und eine eingeschränkte Nierenfunktion erhöht auf Dauer die Risiken für Folgeerkrankungen. Früherkennung ist besonders wichtig, deswegen sollten regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen absolviert werden. „Bei den Vorsorgeuntersuchungen werden auch 70 Prozent aller Nierentumore entdeckt – es empfiehlt sich also auch daher, die Untersuchungen regelmäßig zu machen“, betont der Arzt.

Foto v.li.: Prof. Dr. Hermann van Ahlen und Dr. Samer Schakaki

Der Grilltyp im TNI BBQ-Talk

BBQ-Talk mit Jannik Vinke aka „Der Grilltyp“

Ob Burger, Steaks oder gegrillter Blumenkohl: Bei den Instagram-Bildern von Jannik Vinke (@dergrilltyp) läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Mit seinem Grill-Blog erreicht der 26-Jährige über 11.000 Abonnenten und präsentiert dort seine eigenen BBQ-Rezepte. Im Oktober 2019 gewann Jannik Vinke, der in Georgsmarienhütte wohnt, dann den „BBQ Award 2019“. Ende 2020 erschien sein erstes Buch „Ring of Fire – Rezepte für den Grillring“. Wir haben mit dem „Grillfluencer“ gesprochen.

THE NEW INSIDER: Hey Jannik, wann wurde aus dir „Der Grilltyp“ bzw. wann hast du dein Hobby generell für dich entdeckt?

Jannik: 2015 bin ich nach meinem Industriemeister für ein Jahr in eine WG gezogen und musste mich fortan selbst um mein Essen kümmern. 2016 habe ich mir dann meinen ersten Kugelgrill gekauft und ab und zu meine Rippchen oder das Steak fotografiert. Als ich zum Studieren nach Minden gezogen bin, habe ich die App „Jodel“ für mich entdeckt und dort anonym meine Burgerkreationen geteilt. Irgendwer hat dann mal geschrieben „Oh, der Grilltyp ist wieder da!“, weil er mich und meine Burger wiedererkannt hat. So hat sich das dann entwickelt.

Wann bist du bei Instagram mit deinem Profil gestartet und inwiefern fühlst du dich da als Teil einer „Grillfluencer-Szene“?

[Die Antwort auf diese Frage gibt es im E-Paper]

Wenn man sich deine Kreationen so anschaut, ist der Fotoaufwand sicher mindestens so groß wie die Zubereitung an sich. Würdest du dich als Perfektionisten bezeichnen?

Definitiv. Man möchte immer besser werden. Angefangen hat das unter der Dunstabzugshaube von Mama – jetzt muss jedes Pfefferkorn und Petersilienblatt auf dem Foto stimmen. Also musste mit der Zeit eine gute Kamera her.

Woher beziehst du deine Lebensmittel?

Über verschiedene Online-Anbieter, die auch spezielle Cuts aus Amerika oder Japan anbieten. In der Region gehe ich gerne zur Fleischerei Plogmann in Hagen a.T.W. Der Mario von Plogmann ist Fleischsommelier und macht viele Sachen selbst und bietet auch neue Styles an.

Mittlerweile ist mit „Ring of Fire – Rezepte für den Grillring“ sogar dein eigenes Buch erschienen. Wie waren die ersten Reaktionen darauf?

Erstaunlich gut. So eine Resonanz habe ich nicht erwartet und bin auch etwas stolz. Da steckt viel Arbeit, Kreativität und Herzblut drin.

Was sind die Vorteile des Grillrings?

Grillringe sind unwahrscheinlich cool – vor allem die mit dem großen Loch in der Mitte. Im Sommer kann man mit Freunden gemütlich drumherumstehen oder -sitzen. Du kannst dabei zugucken, wie dein Fleisch oder Gemüse gegrillt wird. Im Prinzip ist es eine Pfanne, die durch Feuer betrieben wird. Trotzdem erhält man ein tolles Grillaroma.

Deine Kreationen sind zumeist recht fleisch- bzw. fischlastig. Wie stehst du zu all den vegetarischen Alternativen?

[ Die Antwort auf diese Frage gibt es im E-Paper ]

Welches ist dein Lieblings Veggie-Gericht aus dem Buch?

Die gegrillten Blumenkohl-Steaks. Es ist gar nicht so verkehrt mal nicht dauernd Fleisch zu essen. Ich habe nur keinen Bock auf diese Leute, die mir vorwerfen, dass ich Fleisch zubereite und esse.

Kannst du dir vorstellen in absehbarer Zeit hauptberuflich Influencer zu werden?

Mit dem Wort Infuencer kann ich mich nicht anfreunden oder tatsächlich identifizieren. Ich mache es, weil es unglaublich viel Spaß macht und wenn ich ein paar Euro damit verdiene, ist das nicht verkehrt. Hauptberuflich würde ich nie nur die Grillsache machen, weil mir das zu unsicher wäre. Heute bin ich „in“, morgen wieder nicht. Ich habe einen tollen Vollzeitberuf, den ich für so ein sprunghaftes Business nicht aufgeben würde.

BBQ ist nicht erst seit gestern ein Dauertrend. Hast du dennoch das Gefühl, dass durch Lockdowns der Hype nochmals neu entfacht wurde?

[ Die Antwort auf diese Frage gibt es im E-Paper ]

Wie sieht dein perfekter Grillabend aus?

Es ist Sommer. Großes Feuer. Laute Musik. Es läuft „Radio Bollerwagen“ im Hintergrund. Bierchen. Und wenn es mal wieder losgehen kann, ganz viele Freunde. Viele Burger, geile Steaks, gute Gespräche. Am Ende noch ein paar Marshmellows grillen und gemeinsam Geschichten erzählen bis es wieder hell wird.

Das gesamte Interview findet ihr in unserer Print-Ausgabe an über 2.000 Verteilerstellen oder online in unserem E-Paper hier

„Go Pizza“ erhält Lieferando-Award

Ausgezeichnet: „Go Pizza“ erhält Lieferando-Award

Inhaber-Familie Rodrigues im TNI-Gespräch 

Einmal jährlich vergibt Lieferando bundesweit seine Awards für die „besten Lieferdienste“ der jeweiligen Region. Für Osnabrück Stadt hat sich im Jahr 2020 der Service von „Go Pizza“ (beheimatet an der Meller Straße) besonders positiv hervorgetan. Gesamtumsatz, Kundenbewertungen und Qualität verwiesen die Mitbewerber auf die weiteren Plätze. Ein Interview über „heiße Ware“, Teamwork und neue Freiheiten.

THE NEW INSIDER: Wie stolz seid ihr auf die Auszeichnung „Bester Lieferservice Osnabrücks“ durch Lieferando und auf welchem Wege habt ihr davon erfahren?

Lurdes & Jeff Rodrigues: Der Award ist tatsächlich eine große Ehre für uns und schon die Nominierung unter den besten Lieferservices der Friedensstadt zu sein war ein tolles Gefühl! Zugleich war es eine Bestätigung dafür, dass wir – gemeinsam mit unserem Team – einen super Job machen. Wir bekommen erfreulicherweise regelmäßig ein sehr positives Feedback von unseren Kunden, versuchen uns aber weiterhin stetig zu verbessern und unsere Abläufe zu optimieren.

Im Mai 2019 erfolgte die Umstellung vom Franchisesystem „Hallo Pizza“ zum eigenen Lieferservice „Go Pizza“ – mit allen damit verbundenen, neuen Freiheiten. Warum war dies im Nachhinein die beste Entscheidung?

[ … ]

Welche Faktoren waren entscheidend für den Erhalt des Lieferando-Awards?

Faktoren wie Umsatz, Qualität und natürlich positives Feedback sind entscheidend für die Auszeichnung. Wir arbeiten hier extrem gut im Team und geben täglich 200 Prozent – von der Bestellung bis zur Auslieferung. Es macht wirklich Spaß!

Inwiefern hat sich eure tägliche Arbeit durch Corona verändert?

Themen wie die „kontaktlose Lieferung“ waren natürlich vorher quasi nicht existent und auch unsere ohnehin bereits hohen Hygienestandards haben wir zusätzlich erhöht. Unsere Fahrer sind zudem angewiesen angemessenen Abstand bei der Übergabe unserer „heißen Ware“ zu halten und möglichst vorher kurz durchzurufen, wenn sie angekommen sind. Leider kann aktuell auch niemand direkt bei uns im Restaurant essen, aber das ändert sich hoffentlich bald wieder.

Welche Produkte sind eure Bestseller?

[ … ]

Was möchtet ihr darüber hinaus euren Kunden mitteilen?

Wir bedanken uns an dieser Stelle herzlich bei jedem bisherigen Besteller und natürlich bei unserem gesamten Team! Unser Ansporn ist größer denn je weiterhin so leckere Gerichte für euch zu zaubern und sie euch bis zur Haustür zu liefern. Und falls ihr uns noch nicht getestet habt, holt das sehr gerne nach!

Das gesamte Interview findet ihr in unserer Print-Ausgabe an über 2.000 Verteilerstellen oder online in unserem E-Paper hier

News aus dem Klinikum Osnabrück

Plötzlicher Schlaganfall
41-Jährige hat wieder Schlucken gelernt

Zdravka Simeonova hat einen Wunsch: Die Frau aus Wildeshausen, die zurzeit in der Klinik für Neurologie und neurologische Frührehabilitation des Klinikums Osnabrück behandelt wird, möchte unbedingt so bald wie möglich ein Schnitzel essen. Sehr gerne auch Sushi oder Fisch aus der Pfanne. Noch vor sechs Wochen schien es undenkbar, dass sie etwas Derartiges formuliert.

 Die 41-Jährige hat einen Schlaganfall erlitten, von dem ihr Hirnstamm betroffen ist, also ausgerechnet jener Teil des Gehirns, der wichtige Funktionen wie das Schlucken und das Atmen steuert. Einfach so, aus heiterem Himmel, berichtet Simeonova, sei sie morgens im Badezimmer ohnmächtig geworden – und nur das schnelle Eingreifen einer Freundin, habe sie, wie sie jetzt weiß, gerettet. Nach dem Schlaganfall wurde Simeonova zunächst im Krankenhaus in Westerstede versorgt und musste anfangs im Rahmen einer intensivmedizinischen Behandlung sogar für mehrere Tage künstlich beatmet werden. Seit Anfang Dezember, etwa vier Wochen nach dem Schlaganfall, befindet sie sich zur Rehabilitation – also zur Anschlussbehandlung – im Klinikum Osnabrück.

Neue Behandlung macht Hoffnung

Wie Prof. Dr. Rainer Dziewas berichtet, der das Team der Klinik für Neurologie und neurologische Frührehabilitation seit kurzem als neuer Chefarzt neben Prof. Dr. Florian Stögbauer verstärkt, wird bei ihr ein neues Verfahren zur Behandlung von schweren Schluckstörungen (Dysphagien) eingesetzt, das er gerade erst in dem Haus auf dem Finkenhügel etabliert hat. Bei der sogenannten „Pharyngealen Elektrischen Stimulation“ (PES) bewirken winzige elektrische Impulse, die an den Nervenbahnen im Rachenraum mit einer Sonde verabreicht werden, dass die Patienten wieder die Kontrolle über ihre Schlucksteuerung erhalten können – und zwar auch bei schwersten Beschwerden, wie sie bei Zdravka Simeonova vorlagen. Als die Frau in Osnabrück ankam, lagen bei ihr, wie Dziewas und die behandelnde Logopädin, Frau Isabel Brandebusemeyer, berichten, überhaupt keine Reflexe im Rachenraum mehr vor. Sie war nicht einmal mehr in der Lage, ihren Speichel herunterzuschlucken, so dass er abgesaugt werden musste. Ständiges Würgen und Husten waren die Folge und ihre Ernährung erfolgte ausschließlich über eine Magensonde.

Pfefferminztee ein großer Triumph

Nachdem es Simeonova zuerst gelungen ist, wieder Getränke und dann Wackelpudding zu schlucken, ist sie nun bereits bei pürierter Normalkost. Zuerst hat sich Simeonova am meisten darüber gefreut, dass sie wieder Pfefferminztee zu sich nehmen konnte. „Den trinke ich nämlich sehr gerne. Und was ich auch sehr gerne mag, ist das Cola-Eis, das wir bei den Heiß- und Kalt-Übungen nehmen.“ Jetzt bei der Untersuchung nutzte Simeonova einen Rollstuhl, auf den sie aber nur noch für längere Wege angewiesen ist. „Mit dem Rollator komme ich in meinem Zimmer alleine schon wieder gut voran. Mir ist klar, dass noch ganz viel Arbeit auf mich zukommt, wenn ich wieder frei gehen will – aber ich will das schaffen.“