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Dr. Michael Welling im lila-weißen Talk

„Ich schließe nichts mehr aus“

THE NEW INSIDER: Herr Dr. Welling, konnten Sie nach der Saison überhaupt durchatmen?

Dr. Michael Welling: Ein wenig schon, aber im Fußball gilt: Nach der Saison ist vor der Saison. Tatsächlich ist die Sommerpause oft die arbeitsintensivste Phase. Während der Saison gibt es feste Abläufe von Spieltag zu Spieltag. Jetzt bereiten wir den gesamten Verein auf die neue Saison vor – von der Kaderplanung über den Dauerkartenverkauf bis zur Betreuung unserer Partner und Sponsoren.

THE NEW INSIDER: Vor einem Jahr stand der VfL kurz vor der Regionalliga, heute spielt der Club wieder in der 2. Bundesliga und empfängt Bayern München im DFB-Pokal. Muss man sich manchmal kneifen?

Ja und nein. Im Fußball weiß man, wie schnell sich Erfolg und Misserfolg abwechseln können. Trotzdem bleibt es beeindruckend, wenn man die Entwicklung der vergangenen Monate und Jahre Revue passieren lässt. Von „90+6“, dem anschließenden Abstieg, der „Holzleimbinder-Geschichte“ mit dem Stadiondach, dem drohenden Abgrund zur Regionalliga, bis hin zum Wiederaufstieg – das liegt alles erstaunlich nah beieinander. Solche Erfahrungen zeigen, wie wichtig Resilienz in diesem Geschäft ist. Das ist schon sehr intensiv.

Kann Sie nach all den Jahren im Geschäft noch etwas schocken?

Man denkt immer, man hätte schon alles erlebt. Dann passiert wieder etwas Unerwartetes. Deshalb schließe ich inzwischen nichts mehr aus.

Verfolgen Sie aktuell die Fußball-WM?

Als Fußballfan schaue ich grundsätzlich gerne Spiele unseres Sports. Aufgrund der Zeitverschiebung und der Größe des Turniers verfolge ich die Partien aber nicht ganz so intensiv. Besonders interessieren mich die Spiele Schottlands, weil ich einst dort studiert habe. Die schottischen Fans sorgen immer für besondere Bilder und Geschichten. Darüber hinaus verfolge ich ausgewählte Spiele der Argentinier und natürlich die Begegnungen der deutschen Nationalmannschaft.

Erschwert das Turnier auch die Transferaktivitäten des VfL?

Solche Ereignisse beeinflussen den Markt schon. Transfers entwickeln sich häufig kaskadenartig von den Top-Ligen nach unten. Deshalb verschieben sich Entscheidungen in WM- oder EM-Jahren oft etwas nach hinten. Darauf haben wir uns jedoch eingestellt und sind mit unserer Kaderplanung bereits vergleichsweise weit.

Das gesamte Interview könnt ihr Print- oder Onlineausgabe lesen!

Insiderin des Monats: Caroline Hertel

„Live-Musik ist mehr als Unterhaltung“

Nach dem Tod des langjährigen Konzertveranstalters Carlo Korte gründete Caroline Hertel vor fünf Jahren die Veranstaltungsagentur Carlos Konzerte neu. Das Osnabrücker Unternehmen organisiert vor allem Konzerte im Hyde Park, ist aber auch in Bremen, Hannover und Münster aktiv. Im Gespräch mit THE NEW INSIDER erzählt Hertel von ihrer Leidenschaft für Live-Musik, den Herausforderungen der Branche und ihren Plänen für die Zukunft.

THE NEW INSIDER: Frau Hertel, wie begann Ihre Begeisterung für Konzerte?

CAROLINE HERTEL: Schon als Jugendliche war ich von Rock- und Metalmusik fasziniert. Als ich zum ersten Mal Led Zeppelin und die Rolling Stones hörte, war ich sofort begeistert. Mein erstes großes Konzert waren die Rolling Stones in Köln – da war ich 15 Jahre alt.

Wie sind Sie in die Konzertbranche gekommen?

Vor mehr als 30 Jahren lernte ich Carlo Korte über gemeinsame Freunde kennen und bin so in die Szene hineingerutscht. Mit der Zeit habe ich immer mehr Verantwortung übernommen und das Geschäft von Grund auf kennengelernt.

War für Sie klar, dass Sie Carlos Konzerte weiterführen würden?

Ja. Carlo und ich hatten früh darüber gesprochen, dass ich die Firma eines Tages übernehmen würde. Als er Anfang 2021 mitten in der Pandemie starb, habe ich Carlos Konzerte neu gegründet. Das war keine einfache Zeit, aber für mich der richtige Schritt.

Wie entsteht eigentlich ein Konzert?

Oft bieten Agenturen Künstler für Tourneen an. Dann prüfe ich, ob die Band zur Region passt, welche Location geeignet ist und ob die Veranstaltung wirtschaftlich darstellbar ist. Erfahrung spielt dabei eine große Rolle. Nach vielen Jahren entwickelt man ein Gespür dafür, welche Künstler wo funktionieren.

Wie hat sich die Branche verändert?

Vor allem seit der Pandemie. Besucher kaufen ihre Tickets heute deutlich kurzfristiger als früher. Das erschwert die Planung. Gleichzeitig sind die Kosten in fast allen Bereichen gestiegen – von Technik über Personal bis hin zu den Veranstaltungsstätten.

Worum kümmern Sie sich als Veranstalterin?

Eigentlich um alles. Von der Hallenmiete über Technik und Catering bis zur Betreuung der Künstler. Der größte Teil meiner Arbeit liegt allerdings im Marketing. Zwischen Konzertankündigung und Veranstaltungstermin entscheidet sich oft, ob ein Event erfolgreich wird.

Das gesamte Interview könnt ihr Print- oder Onlineausgabe lesen!

Open Air: Frauenpower im Schlossgarten

Sarah Connor & Alli Neumann

Das Schlossgarten Open Air 2026 wird alle bisherigen Rekorde brechen: Nachdem die Shows von Roy Bianco & die Abbruzanti Boys und Roland Kaiser längst ausverkauft sind, zieht auch der Vorverkauf für den Freitag mit Headliner Sarah Connor weiter an. Ein Grund: Mit Alli Neumann hat Veranstalter Goldrush noch einen weiteren Support-Act bekanntgegeben. „Es war von vornherein angedacht, noch einen Co-Headliner zu präsentieren. Mit Alli haben wir jemanden gefunden, der das Programm optimal ergänzt“, erklärte Goldrush-Geschäftsführer Chris Hengholt gegenüber TNI. Nun gibt es am Freitag die geballte Frauenpower.

Die Flensburgerin Alli Neumann ist nicht nur Musikerin, sondern auch Schauspielerin und Aktivistin. Seit ihrer ersten EP „Hohes Fieber“ ist sie aus der deutschen Musikszene nicht mehr wegzudenken. Mit Sarah Connor gibt zudem eine der erfolgreichsten deutschen Künstlerinnen ein Konzert in der Friedensstadt. Das Programm am Freitag beginnt um 18 Uhr, einen genauen Zeitplan geben die Veranstalter in den kommenden Wochen bekannt.

TNI verlost 2×2 Karten für den Schlossgarten-Freitag mit Sarah Connor und Alli Neumann!

Alle Infos findet ihr in unserer aktuellen Print- oder Onlineausgabe!

Im Test: Freibäder in der Region

Wo kann man am besten schwimmen?

Wenn die Temperaturen steigen, zieht es viele Menschen automatisch in die bekannten und schönen Freibäder in Stadt und Region. Doch im TNI-Test wollten wir diesmal bewusst einen anderen Weg gehen. Statt die City-Anlagen zu besuchen, haben wir zwei Naturbäder und zwei Freibäder aus dem Landkreis unter die Lupe genommen. Wir wollten herausfinden, wo sich ein Ausflug besonders lohnt, welche Anlagen mit Atmosphäre punkten und wo Familien, Sonnenanbeter oder Schwimmfans die schönsten Sommertage verbringen können. Für unseren Vergleich haben wir das Wellenfreibad Melle, Naturbad Hasbergen, Waldbad Schledehausen und Naturfreibad Attersee besucht. Bewertet wurden nicht nur Eintrittspreise und Ausstattung, sondern auch Sauberkeit, Aufenthaltsqualität, Familienfreundlichkeit sowie die besonderen Merkmale, die ein Freibad zu einem lohnenden Ausflugsziel machen.

In unserem Vergleich wurde schnell deutlich, wie unterschiedlich die vier Kandidaten sind. Das Wellenfreibad Melle präsentiert sich als großzügige Freizeitanlage mit einem breiten Angebot für nahezu alle Altersgruppen. Zwar ist die Anlage etwas in die Jahre gekommen, versprüht aber mit Wellenbecken, Sprungturm, großem Schwimmbecken und weitläufigen Liegewiesen echtes Urlaubsgefühl. Beim Naturbad Hasbergen steht das naturnahe Bade-Erlebnis im Mittelpunkt. Das chlorfreie Wasser, die entspannte Atmosphäre und die familienfreundliche Gestaltung verleihen der Anlage einen ganz besonderen Charme. Preislich waren das Waldbad Schledehausen und der Attersee mit 3 Euro am günstigsten. Hansefit-Mitglieder haben im Wellenfreibad und in Schledehausen sogar freien Eintritt. Der Besuch bei Letzterem glich zudem einer kleinen Zeitreise in die Freibadkultur vergangener Jahrzehnte. Eingebettet in eine ruhige Umgebung und fernab großer Besucherströme ist das Bad der Gemeinde Bissendorf ein echtes Kleinod und wird demnächst sogar mit einer Fördersumme von 500.000 Euro saniert. Das Naturfreibad Attersee setzt vor allem auf Naturverbundenheit und viel Platz. Trotz großzügiger Liege- und Spielflächen, leidet der Erholungsfaktor unter dem stets wahrnehmbaren Autobahnlärm der A1 und einem sehr matschigen Seeboden.

Aber wer hat den nun unseren kleinen Freibäder-Test gewonnen? Das erfahrt ihr im Fazit!

Welche Freibad-Spots uns am besten gefallen haben, könnt ihr in der Print- oder Online-Ausgabe lesen!

Insider des Monats: Yassine El Mesmoudi

„Der Service macht den Unterschied“

Yassine El Mesmoudi ist Franchise-Unternehmer der McDonald’s-Filialen in Hasbergen und Belm. TNI hat mit ihm über seinen beruflichen Werdegang, den Konzern und die Zukunft des Fast Foods gesprochen.

THE NEW INSIDER: Herr El Mesmoudi, wie wird man Franchise-Partner einer McDonald’s-Filiale?

YASSINE EL MESMOUDI: Der Weg dorthin ist klar strukturiert: Man bewirbt sich, durchläuft mehrere Auswahlverfahren – inklusive eines Assessments – und am Ende entscheidet sogar der Vorstand. Dann bekommt man eine Lizenz von McDonald’s und darf unter der Marke ein Restaurant betreiben. Wichtig ist: Gesucht werden keine reinen Investoren, sondern Menschen, die ihre Restaurants vor Ort aktiv führen.

Wie sind Sie zu McDonald’s gekommen?

2005 studierte ich Elektro-Informationstechnik und suchte einen Nebenjob. In Osnabrück begann ich dann im Restaurant am Bahnhof – ganz klassisch in der Küche, mit Putzen, Frittieren und allem, was dazugehört. Eigentlich wollte ich nur die Zeit bis zum nächsten Semester überbrücken.

Und dann wurde mehr daraus…

Ja, ziemlich schnell sogar. Ein Kollege hat mich angesprochen und mir geraten, mich weiterzuentwickeln. Ich hatte Gespräche mit der damaligen Geschäftsleitung und habe mich schließlich bewusst für eine Karriere bei McDonald’s entschieden – inklusive Ausbildung über die IHK. 2009 wurde ich dann Restaurantleiter.

Wie kam der Schritt zur Selbstständigkeit?

Mein Chef Christian Eckstein wollte seine Geschäftsfelder verkleinern und hat uns ermutigt, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen. McDonald’s sucht gezielt nach erfahrenen Führungskräften aus den eigenen Reihen. Ich habe mich beworben – und heute führe ich zwei Restaurants.

Haben Sie unternehmerische Freiheit?

Ich bin Unternehmer und führe meine beiden Restaurants eigenverantwortlich. Gleichzeitig gibt es klare Vorgaben von McDonald’s – etwa bei Produkten, Einkauf und Zubereitung. Da gilt: Null Abweichung! Aber beim Umgang mit Mitarbeitenden habe ich viel Freiheit – und da liegt auch der größte Hebel. Ich möchte, dass meine Mitarbeitenden gerne zur Arbeit kommen. Nur wenn das Umfeld stimmt, kann man auch Leistung einfordern. Am Ende macht der Service den Unterschied.

Welche äußeren Faktoren beeinflussen Ihr Geschäft?

Wetter, Ferien, große Events – all das hat großen und direkten Einfluss. Ein Schnee-Tag kann den Umsatz massiv drücken. Im Sommer verschiebt sich das Geschäft oft in die Abendstunden. Auch globale Ereignisse wie Corona oder Krisen wirken sich sofort aus.

Welche Abgaben zahlen Sie an den Konzern?

Es gibt mehrere Komponenten: eine Franchise-Gebühr, eine umsatzabhängige Miete und einen Werbezuschuss. Letzterer fließt in einen gemeinsamen Topf, aus dem nationale Kampagnen finanziert werden.

Das gesamte Interview könnt ihr in der Online-Ausgabe lesen!  

CITY-WLAN IM TEST

Was taugen die OSNA Hotspots wirklich?

Die Stadt Osnabrück bietet seit März 2024 – unterstützt durch eine Förderung des Landes Niedersachsen – 22 öffentliche Hotspots an. Im April dieses Jahres wurde das WLAN-Netzwerk in Zusammenarbeit mit der Uni Osnabrück um 25 weitere Standorte erweitert. Das Ziel ist klar: Bürger, Besucher und Touristen sollen einen einfachen und kostenlosen Zugang zum Internet erhalten – egal ob zum Arbeiten, für Social Media, zum Streamen oder für die schnelle Google-Suche unterwegs.

TNI wollte deshalb wissen: Wie gut funktioniert das öffentliche WLAN in der Osnabrücker Innenstadt wirklich? Wie alltagstauglich ist das Netz? Wie schnell verbindet sich das Smartphone? Und wie zuverlässig lassen sich Videos abspielen? Um das zu testen, hat sich unser Team vier Standorte in der Stadt ausgesucht: den Neumarkt direkt vor dem Zauberwürfel, den Adolf-Reichwein-Platz vor dem Grünen Jäger, den Bereich zwischen Zwiebel und Peitsche am Heger Tor sowie den Domhof vor dem Caro-Gymnasium. Mithilfe einer App haben wir Download- und Upload-Geschwindigkeit sowie die sogenannte „Latenz“ beziehungsweise den „Ping“ gemessen, der die Reaktionsgeschwindigkeit des Datenaustauschs beschreibt. Außerdem haben wir Videos auf Instagram und YouTube abgespielt.

Die genaue Beschreibung unserer Test-Orte liefert bereits einen wichtigen Hinweis auf das Ergebnis: Das WLAN-Netz in der Innenstadt ist äußerst schwankend. Während wir an einigen Orten positiv von der Geschwindigkeit überrascht waren, gab es an anderen massive Probleme. Teilweise konnten nicht einmal kurze Instagram-Reels oder YouTube-Videos flüssig abgespielt werden. In solchen Fällen war es oft sogar schwierig, sich erneut mit dem Netzwerk zu verbinden. Besonders deutlich wurde das am Neumarkt – eigentlich ein Ort, der aufgrund des hohen Publikumsverkehrs über eine besonders gute Netzabdeckung verfügen sollte. Bei unserem Test war jedoch genau das Gegenteil der Fall. Geduld brauchten wir auch am Domhof, wo unser YouTube-Testvideo erst nach ca. 30 Sekunden startete. Am Heger Tor zeigte sich die Problematik des gesamten Netzes besonders deutlich: Mit Blick Richtung Lagerhalle hatten wir nahezu perfektes WLAN, wenige Schritte weiter Richtung Wall funktionierte dagegen kaum noch etwas.

Diese Unbeständigkeit dürfte auch ein Grund dafür sein, warum viele Menschen die Hotspots gar nicht erst nutzen. Die Verbindung gleicht häufig einem Glücksspiel. Ob wir die OSNA Hotspots dennoch für sinnvoll halten oder eher von ihnen abraten, erfahrt ihr in unserem Fazit.

Ob wir die OSNA Hotspots empfehlen, könnt ihr in der Print- oder Online-Ausgabe lesen!

14 Sonderseiten zum Aufstieg des VfL

Die Spieler der Saison

Es fiel wahrlich nicht leicht, nach dieser spektakulären Saison einzelne Spieler hervorzuheben, da die VfL-Meister-Mannschaft vor allem als Kollektiv exzellent funktioniert und harmoniert hat. Wer weniger gespielt hat, brachte sich anderweitig im Training und neben dem Platz ein. Eine charakterlich einwandfreie Truppe, die durch den sportlichen Erfolg weiter zusammengeschweißt wurde. Und doch stachen einige Profis hervor: Hier sind die Spieler der Saison 25/26!

Abwehr: Jannik Müller

Der Kapitän der Meister-Mannschaft war bereits in der Rückrunde der Saison 2024/25 der absolute Garant für den Klassenerhalt. Als Abwehrchef führte der 32-Jährige die Lila-Weißen nicht nur zum rettenden Ufer, sondern unter Timo Schultz nun auch zum sensationellen Meistertitel. Durch seine Souveränität, Führungspersönlichkeit und Klarheit wurde die VfL-Abwehr zur besten Defensive der 3. Liga. Das Fachmagazin „Kicker“ kürte Jannik Müller nicht umsonst zum besten Innenverteidiger der Saison.

Defensives Mittelfeld: Bjarke Jacobsen

Bei der Verpflichtung von Bjarke Jacobsen wurden schnell Stimmen laut, die den 32-jährigen als zu verletzungsanfällig und aufgrund fehlender Spielpraxis bei seinem Ex-Club Wehen-Wiesbaden als zu riskant einstuften. Die Physio-Abteilung des VfL und vor allem Jacobsen selbst straften jedoch alle Kritiker Lügen – der Däne räumte nicht nur im defensiven Mittelfeld ab, sondern erzielte zudem sechs Tore und lieferte drei Assists. Eine tragende Säule des Meisterteams.

Offensives Mittelfeld: Lars Kehl

Der technisch wohl beste Kreative des VfL-Teams lief in dieser Saison zur Höchstform auf und bestimmte offensiv den Takt des Spiels. Mit sieben Toren und beeindruckenden 13 Torvorlagen spielte er sich in den Fokus etlicher größerer Clubs und wird wohl nicht in Osnabrück zu halten sein. Kehl ist ein echter Publikumsliebling, dessen Spielweise und Sympathiefaktor an der Bremer Brücke fehlen werden.

Angriff: Robin Meißner

In der 2. Bundesliga bei Dynamo Dresden stand Meißner auf dem Abstiegsgleis, für den VfL war seine Leihe ein echter Volltreffer! Als notenbester Angreifer der gesamten Spielklasse standen am Ende satte 23 Scorerpunkte (13 Tore, 10 Assists) auf dem Konto des technisch versierten Stürmers. Meißner war der Zielspieler Nummer 1 und ließ sich auch von der Verpflichtung von Konkurrent Julian Kania nicht aus der Startelf drängen.

Shootingstar: Ismail Badjie

Der Osnabrücker Aufstiegsheld! Ohne die Tore des VfL-Eigengewächses wäre die Meisterschaft kaum möglich gewesen. Bei seinen 31 Saisoneinsätzen wurde Badjie zwar 23 Mal „nur“ eingewechselt, erzielte dabei aber sechs Mal das wichtige 1:0 für die Lila-Weißen – vier Mal blieb es sogar bei diesem Ergebnis. Ob der 20-Jährige in Osnabrück bleibt, ist deshalb ebenfalls mehr als fraglich.

Tor: Lukas Jonsson

Der Meister-Keeper hat einen großen Anteil am Saisonerfolg des VfL. Beeindruckende 19 Mal hielt der Schwede den lila-weißen Kasten über die gesamte Spielzeit hinweg sauber. Insgesamt kassierte der 32-Jährige in 38 Partien lediglich 34 Gegentore – das ist Liga-Bestwert! Der 1,91 m große „Schnapper“ ist zudem ein echter Teamplayer, kein Schreihals und passt damit charakterlich optimal ins Osnabrücker Mannschaftsgefüge. Randnotiz: Auch beim Feiern machte Jonsson eine grandiose Figur und hielt die Biere ebenso sicher fest wie die Bälle. Skål!

Hidden Champion: Sebastian Schwermann, Head of Performance

Stellvertretend für ein sensationell funktionierendes Team hinter dem Team steht Sebastian Schwermann für die meisterliche Arbeit der Abteilung Athletik/Physiotherapie/Rehabilitation. Bereits seit Jahren sind beinahe durchgehend fast sämtliche VfL-Profis topfit – längere Verletzungspausen wie die von Robin Fabinski waren auch in dieser Saison die Ausnahme. Muskuläre Probleme oder Beschwerden an Bändern/Sehnen etc. treten dank innovativer Präventionsmaßnahmen, aktiver Belastungssteuerung und effektiver Physiotherapie nur selten auf. Dadurch konnte Chefcoach Timo Schultz personell stets aus dem Vollen schöpfen. Chapeau!

 

Impressionen des Aufstiegs, das Spiel der Saison, Statistiken u.v.m findet Ihr in unserer Juni-Ausgabe!

 

 

 

 

Interview mit Schiedsrichter Frank Willenborg

„Fehler beschäftigen mich lange“

Schiedsrichter Frank Willenborg hat nach mehr als 240 Spielen in der Ersten und Zweiten Bundesliga seine Karriere beendet. Der Wahl-Osnabrücker spricht im TNI-Interview über körperliche und mentale Belastungen, den Videobeweis, öffentliche Kritik, sein Leben nach der Referee-Laufbahn und die anstehende WM.

THE NEW INSIDER: Hallo Frank, warum hörst du nach der Saison auf?

FRANK WILLENBORG: Diese Entscheidung habe ich schon vor zwei Jahren getroffen. Früher gab es bei Schiedsrichtern eine Altersgrenze von 47 Jahren. Für mich war immer klar: Wenn ich das schaffe, wäre das toll. Zudem war mir wichtig, nicht den Moment zu verpassen, meine Karriere zu beenden. Außerdem sind die körperlichen Anforderungen enorm gestiegen. Die Leistungstests beim DFB sind sehr anspruchsvoll, und die Messung mit Lichtschranke ist erbarmungslos. Aber auch das Mentale spielt eine große Rolle. Jahrelang immer funktionieren zu müssen, hinterlässt Spuren. Es ist also ein guter Zeitpunkt aufzuhören, auch wenn mir der Kick fehlen wird, in ein vollbesetztes Stadion einzulaufen.

Wie stark hat der Schiri-Job dein Leben bestimmt?

Schon sehr. Meine Familie hat sich jahrelang komplett nach meinem Kalender gerichtet. Lehrgänge, Trainingslager, Spiele im In- und Ausland – ohne meine Frau Silvia und meine Familie hätte ich das nicht machen können. Die Schiedsrichterei hat mich aber auch zu dem Menschen gemacht, der ich jetzt bin. Dass ich mal Bundesliga-Schiedsrichter werde, habe ich mir nicht träumen lassen und empfinde es als großes Privileg.

Wie waren die letzten Spiele?

Besonders emotional, weil ich nach einer zweimonatigen Verletzungspause es wieder auf den Platz zurück geschafft habe. Mit den Partien in Bochum, München und meinem letzten Bundesligaspiel in Gladbach habe ich einen unvergesslichen Abschluss gehabt. Dann noch als vierter Offizieller für das DFB-Pokalfinale nominiert zu werden, war die Kirsche auf der Torte.

Wie sieht dein Leben ohne Bundesliga aus?

Ganz ohne Fußball wird es nicht gehen. Erstmal möchte ich versuchen, eine Dauerkarte für den VfL Osnabrück zu ergattern. Außerdem trainiere ich seit Jahren Jugendmannschaften beim SSC Dodesheide. Und natürlich arbeite ich weiter als Lehrer an einer Realschule in Damme.

Hättest du gern auch mal bei einer WM gepfiffen?

Natürlich wäre das großartig gewesen. Aber der Weg dahin ist extrem schwer. Von 24 Bundesliga-Schiedsrichtern pfeifen nur zehn international, drei davon Champions League – und aus diesem Kreis ist einer WM-Kandidat.

Wie bereitest du dich auf Spiele vor?

Sehr intensiv. Wir analysieren über Video-Portale Standardsituationen und Spielweisen der Mannschaften. Ich kenne also häufig die jeweiligen Zielspieler. Zudem sendet mir der DFB einen sogenannten Prematch-Report. Darin enthalten sind wichtige Daten, zum Beispiel wer die meisten Fouls begeht oder am häufigsten gefoult wird, oder wer gelb vorbelastet ist. Wir reisen außerdem immer einen Tag vorher an, damit wir nicht im Stau stehen.

Was denkst du über den VAR?

Der VAR hilft definitiv, krasse Fehlentscheidungen zu verhindern. Bei den vielen Kameras im Stadion wäre es schwierig, komplett darauf zu verzichten. Aber die Kehrseite ist klar: Viele Überprüfungen dauern zu lange, Emotionen gehen verloren. Das Spiel wird gerechter, aber es fühlt sich nicht immer so an.

Wie gehst du mit Kritik und Fehlentscheidungen um?

Fehler beschäftigen mich lange. Sie sind wie eine kleine Narbe auf dem Herzen. Social Media versuche ich deshalb komplett auszublenden – das ist oft die Kloake der Meinungsbildung. Aber natürlich analysiert man jedes Spiel intensiv. Nach jedem Einsatz gibt es Gespräche mit Coaches. Für einen Schiedsrichter ist nach dem Schlusspfiff noch lange nicht Schluss.

Wann hat bei dir eigentlich alles angefangen?

1995 hab ich mit 16 Jahren mein erstes D-Jugendspiel gepfiffen. Damals gab es sieben Mark pro Einsatz. Ich bin also definitiv nicht des Geldes wegen Schiedsrichter geworden. (lacht) Dann ging es immer weiter aufwärts und irgendwann habe ich ganz oben angeklopft.

Wenn du eine Regel ändern könntest – welche wäre das?

Wahrscheinlich die Handspielregel. Die Konsequenz Strafstoß ist oft zu hart und spielentscheidend. Vielleicht könnte man manche Situationen eher mit indirektem Freistoß lösen.

Wie oft hörst du im Spiel: „Schiri – das war doch kein Foul“?

Fast so oft wie als Lehrer die Frage: „Was machen wir heute in Sport?“

Hat sich der Umgang der Spieler mit Schiedsrichtern verändert?

Ja – bei mir zum Positiven. Ich habe schnell gemerkt: Wenn du respektvoll mit Spielern umgehst, bekommst du das meistens zurück. Das gilt übrigens für jeden. Mit den Jahren entsteht dann eine Art Vertrauen und die Profis verzeihen einem auch mal Fehler.

Wie streng werdet ihr vom DFB bewertet?

Nach jedem Spiel bekomme ich eine detaillierte Analyse mit Noten und Videosequenzen. Da wird alles bewertet: Regelanwendung, Persönlichkeit, Fitness, Zusammenarbeit. Auch die Assistenten und der Videoschiedsrichter werden benotet.

Wie oft saßt du selbst im berühmten „Kölner Keller“?

Etwa 50 Mal. Aber ehrlich gesagt macht mir das Pfeifen auf dem Platz deutlich mehr Spaß. Deshalb werde ich nach meiner Karriere wahrscheinlich auch kein Videoschiedsrichter.

Könntest du dir vorstellen später – wie andere Ex-Schiedsrichter – als TV-Experte zu arbeiten?

Ich möchte dem Fußball verbunden bleiben, in welcher Rolle das sein wird, kann ich heute noch nicht sagen.

Das komplette Interview findet Ihr in unserer Printausgabe!

Highlights der Osnabrücker Maiwoche

52. Auflage des Stadtfestes steht vor der Tür

Am 08. Mai startet die Maiwoche: Oberbürgermeisterin Katharina Pötter eröffnet das Stadtfest um 18:00 Uhr traditionell mit dem Fassanstich auf dem Marktplatz. Bis zum 17. Mai werden voraussichtlich mehr als eine Million Besucherinnen und Besucher durch die Osnabrücker Innenstadt ziehen. Neben Feierlichkeiten, Bierständen, Fahrgeschäften und kulinarischen Angeboten sind es vor allem die mehr als 100 Auftritte unterschiedlichster Bands und Künstler auf fünf Bühnen, die der Veranstaltung ihren besonderen Reiz verleihen. Ergänzend dazu lädt das Alando Maidorf im Ballhaus am Pottgraben zur offiziellen Aftershow-Party mit Live-Gigs ein. Bei diesem umfangreichen Programm fällt die Auswahl nicht leicht. Deshalb haben wir für jeden der zehn Tage ein besonderes Highlight für euch herausgesucht.

Sämtliche Tages-Tipps unserer Redaktion, ein Interview mit Alexander Illenseer (Marketing OS), Facts zum Alando-Weingarten & Maidorf  sowie eine City-Umfrage findet ihr ab Seite 4 in unserer aktuellen Mai-Ausgabe!  

 

Umbau des Stadions an der Bremer Brücke

Stadionpläne werden immer konkreter

Die Planungen für den Umbau der VfL-Heimat an der Bremer Brücke erreichen eine neue Stufe. Rund 700 Mitglieder, Dauerkarteninhaberinnen und -inhaber sowie Anwohner nutzten am 16. April die Gelegenheit, sich bei einem Infoabend direkt im Stadion über den aktuellen Stand zu informieren. Veranstaltungsort war ausgerechnet die GiroLive-Nordtribüne – jener Teil der Arena, der auch im Zuge der umfassenden Sanierung bestehen bleiben soll. Von hier aus wurde sichtbar, was sich in Zukunft verändern wird. Denn während die Nordtribüne erhalten bleibt, sollen die übrigen drei Tribünen vollständig neu entstehen. Entsprechend groß war das Interesse an den weiterentwickelten Entwürfen, die Nils Dethlefs von ppp architekten + generalplaner präsentierte.

Die neuen Visualisierungen stießen auf positive Resonanz und werden immer konkreter Ziel ist eine Lösung, die sowohl den Anforderungen eines modernen Stadions gerecht wird als auch die besondere Atmosphäre der Bremer Brücke bewahrt. Jan Jansen, Geschäftsführer der Stadiongesellschaft, betonte die emotionale Bedeutung des Stadions und unterstrich den Anspruch, den Prozess transparent zu gestalten und die Öffentlichkeit frühzeitig einzubinden. Auch VfL-Geschäftsführer Dr. Michael Welling verwies darauf, dass Faninteressen kontinuierlich berücksichtigt werden. Gleichzeitig müsse man bereits jetzt die Auswirkungen der Bauphase auf den Spielbetrieb und die Anhängerschaft mitdenken, etwa im Hinblick auf den kommenden Dauerkartenverkauf.

Den kompletten Artikel findet ihr auf Seite 25 in unserer aktuellen Mai-Ausgabe!