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Ernährungs-Expertin Johanna Seifert im TNI-Talk

Insider des Monats: Johanna Seifert, Ökotrophologin

Name: Johanna Seifert
Beruf: Ökotrophologin
Geburtsdatum: 11. Februar 1991
Geburtsort: Mettingen
Lebensmotto: Finde einen Job, den du liebst und du musst niemals arbeiten
Lieblingsort in Osnabrück: Café in der Buchhandlung Thalia
Lieblingsessen: Porridge mit Nussmus und Leinöl, Popcorn

„Evolution geht vor Revolution“

THE NEW INSIDER: Frau Seifert, viele starten ins neue Jahr mit dem Anspruch, ihr Leben komplett umzukrempeln: gesünder essen, abnehmen, fitter werden. Funktioniert das überhaupt?

JOHANNA SEIFERT: Der Jahresanfang ist psychologisch nicht schlecht – wir Menschen lieben klare Startpunkte. Trotzdem beobachte ich jedes Jahr das Gleiche: Im Januar sind alle hochmotiviert, im Februar wird’s schwierig und ab März ist vieles vergessen. Eigentlich wäre der Frühling der bessere Zeitpunkt, weil Sonne und Natur automatisch mehr Energie bringen. Aber egal wann: Wichtig ist es, realistisch zu bleiben und nicht in radikale Programme zu rutschen.

Warum sind die so gefährlich?

Weil alles, was sehr schnell geht, selten lange hält. Viele Detox-Kuren oder „In zehn Tagen fünf Kilo weniger“-Programme bringen kurzfristige Erfolge, aber keine dauerhafte Veränderung. Ich sage immer: Evolution geht vor Revolution. Kleine, machbare Schritte sind nachhaltiger. Aber es gibt auch Ausnahmen: Manche Menschen erhalten zum Beispiel durch eine Woche „Heilfasten“ einmal einen Motivationsschub. Das ist okay, aber danach muss ein alltagstauglicher Weg folgen.

Was wäre so ein Ansatz?

Jeder Mensch isst anders, deshalb muss ich zunächst die Person kennenlernen. Manche brauchen klare Pläne, andere nur Informationen oder Unterstützung bei Gewohnheiten. Ein Konzept, das vielen hilft, ist „blutzuckerfreundliches Essen“. Das heißt: Kohlenhydrate immer mit Eiweiß und Fett „begleiten“. Ein Vollkornbrot mit Frischkäse und Ei, Haferflocken mit Nüssen und etwas Honig oder Nudeln mit Tomatensoße, Gemüse und Parmesan – das hält länger satt und verhindert Heißhunger.

Welche Ernährungsmythen begegnen Ihnen immer noch regelmäßig?

Der Klassiker: „abends keine Kohlenhydrate.“ Das stimmt so nicht. Entscheidend ist immer die Gesamtenergie, nicht die Uhrzeit. Aber wann man isst, kann trotzdem etwas ausmachen. Einfach, weil der Körper in Bewegung mehr verbraucht. Auch denken viele: Fett macht fett. Dabei wird es oft zu Unrecht verteufelt – zu wenig Fett führt eher dazu, dass Menschen später zu schnellen Kohlenhydraten greifen und dann im Kalorienüberschuss landen.

Das komplette Interview findet ihr in unserer neuen Januar-Ausgabe auf den Seiten 8/9.