Neuer FMO-Chef im ersten Interview
Insider des Monats: Andrés Heinemann, Geschäftsführer FMO
Geburtsdatum: 05. August 1971
Geburtsort: Osnabrück
Lebensmotto: Reisen ist die schönste Art zu lernen
Lieblingsort in Osnabrück: Marktplatz
Hobbys: Rennradfahren und Reisen
Lieblingsessen: Brathähnchen
„Der Flughafen muss funktionieren – nach innen und außen“
Der neue FMO-Chef Andrés Heinemann spricht im TNI-Interview über seinen Start, neue Airlines, Saisonalität, Digitalisierung und die Zukunft des Fliegens.
THE NEW INSIDER: Herr Heinemann, Sie stehen seit Jahresbeginn offiziell an der Spitze des Flughafens Münster/Osnabrück – herzlichen Glückwunsch! Wie haben Sie die ersten Wochen erlebt?
Andrés Heinemann: Der Übergang war bewusst fließend. Intern hatten sich die Tätigkeitsfelder schon längere Zeit verlagert, aber mit der offiziellen Rolle verändert sich natürlich die Wahrnehmung nach außen. Man repräsentiert das Unternehmen gegenüber den unterschiedlichsten Stakeholdern: Politik, Wirtschaft, Airlines und Medien. Das ist intensiv, aber auch sehr spannend.
Wie möchten Sie den FMO entwickeln?
Ein zentrales Thema ist die hohe Saisonalität. Unser Sommer ist fünf- bis sechsmal stärker als der Winter. Das ist eine enorme Herausforderung, die sich nicht allein mit Personal lösen lässt. Deshalb spielt Digitalisierung eine Schlüsselrolle – Prozesse automatisieren, Spitzen abfedern, effizienter werden.
Ist diese starke Saisonalität typisch für kleinere Flughäfen?
Ja, deutlich stärker als an großen Drehkreuzen. Der Geschäftsreiseverkehr hat sich nach Corona verändert, innerdeutsche Flüge sind stark zurückgegangen. Urlaubs- und Städtereisen haben klare Peaks zwischen Ostern und Herbstferien. Diesen saisonalen Verlauf sieht man an vielen europäischen Flughäfen – in Süd- und Nordamerika dagegen kaum.
Wie entsteht eigentlich ein neuer Flugplan? Ist das ein Wettbewerb zwischen Flughäfen?
Absolut. Flughäfen stehen in intensivem Wettbewerb um Airlines und Veranstalter. Persönlicher Kontakt ist wichtig, aber entscheidend sind belastbare Zahlen. Heute wird keine Strecke „warmgeflogen“, so wie früher. Wenn Auslastung und Ertrag nach wenigen Wochen nicht stimmen, wird die Strecke direkt infrage gestellt.
Wie reagieren Sie darauf?
Wir haben uns bewusst auf volumenstarke Ziele konzentriert und diese hochfrequent angeboten. Lieber weniger Ziele, dafür viele Abflüge. Antalya oder Mallorca werden im Sommer bis zu sechs- oder achtmal täglich angeflogen. Das bietet maximale Flexibilität in Sachen Reiseplanung und macht den FMO für unsere Region und darüber hinaus extrem attraktiv.
Für den Sommer 2026 kommt mit LEAV Aviation eine neue deutsche Airline dazu. Warum ist das wichtig?
LEAV stationiert einen Airbus A320 bei uns und fliegt unter anderem Kreta, Rhodos und Fuerteventura an. Stationierungen bringen bessere Flugzeiten: morgens abfliegen, abends die Heimreise antreten. Das erhöht die Attraktivität enorm – gerade für Familien.
Wie gehen Sie mit den saisonalen Verkehrsspitzen beim Personal um?
Wir haben eine sehr loyale Kernmannschaft, viele seit Jahrzehnten am Flughafen. Über Jahresarbeitszeitkonten gleichen wir Sommer und Winter aus. Zusätzlich setzen wir Saisonkräfte ein. Langfristig müssen wir aber mehr digitalisieren – etwa beim Check-in und Gepäckaufgabe.
Das komplette Interview findet ihr auf den Seiten 12/13 im aktuellen Februar-Magazin!
