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Osnabrücker Grünkohl im TNI-Test

Osnabrücker Grünkohl: Wo ist’s am leckersten?

Er ist das klassische Wintergemüse: der Grünkohl. Die einen mögen ihn nicht, für viele ist er eine wahre norddeutsche Delikatesse, auf die sie in der kalten Jahreszeit nicht verzichten möchten. TNI wollte wissen: Wenn schon jedes Jahr ein Grünkohlkönig in Osnabrück gewählt wird, wer serviert dann wohl den besten Grünkohl in der Stadt? Um diese Frage zu klären, haben wir per Zufallsziehung vier Osnabrücker Restaurants ausgewählt. Unsere „Fee“ hat dabei das Holling, die Marktschänke, die Neumarkt Mühle und das Rampendahl aus dem Lostopf gezogen.

Eine kurze Recherche ergab: Alle Testkandidaten verfügten über eine separate Grünkohlkarte, was zeigt, dass die Gastronomen das Gericht offensichtlich als beliebt und profitabel einstufen. Bei unseren Testessen haben wir uns dann für die traditionelle Variante mit Bratkartoffeln, Kohl- und oder Mettwurst entschieden. Beim Preis herrschte große Einigkeit: Die vier getesteten Menüs kosteten um die 21 Euro. Auch die Größe der Portionen war fast identisch und würde im Volksmund unter „ordentlich“ laufen. Satt wurden wir so bei allen Tests. Etwas unterschiedlich war der Anteil des eigentlichen Grünkohls, der in der Marktschänke und Neumarkt Mühle beinah als Beilage durchging. Im Holling und Rampendahl war der Anteil wesentlich größer, was dem klassischen Grünkohl-Gericht am nächsten kam.

Am Wichtigsten für unseren Test war aber natürlich der Geschmack und dabei lag selbstredend ein besonderes Augenmerk auf dem Grünkohl selbst. Den haben wir mit klassischen Schulnoten von 1 bis 6 benotet. Der Geschmack der Beilagen, das Ambiente, die Freundlichkeit des Personals und der optische Eindruck des Menüs flossen ebenfalls in die abschließende Bewertung mit ein. Am Ende hatten alle Gerichte ihre Stärken und Schwächen. Die kleinen aber feinen Unterschiede gaben letztlich den Ausschlag und brachten einen verdienten Sieger hervor.

Den kompletten Grünkohl-Test samt Fazit und Testtabelle findet ihr in unserem Online-Magazin!

Osnabrück steht auf: Was bleibt nach der Demo?

Osnabrück steht auf: Was bleibt nach der Demo?

Für die Osnabrückerin Ulrike S. ist es eine Premiere: „Ich bin zum ersten Mal auf einer Demo“, erklärt die 68-Jährige, während sie den Rednern auf der Bühne im Schlossgarten folgt. „Aber das liegt daran, dass es bislang nicht nötig war. Jetzt ist es das aber“, sagt sie. Zusammen mit rund 25.000 offensichtlich Gleichdenkenden setzt die Seniorin am letzten Januar-Wochenende ein Zeichen gegen Rassismus. Es brechend ist voll rund um die ehemalige Bischofsresidenz.

Das Erstaunlichste und Wichtigste an diesem Samstagmorgen (28.01.2024): Die Alters- und Sozialstruktur der Demonstrierenden. Neben vielen Familien mit Kindern, Jugendlichen sind etliche Ältere dabei – gefühlt kommen sie aus allen gesellschaftlichen Schichten. „Ich hätte nicht gedacht, dass so viele kommen. Das hat mich wirklich überrascht“, erklärt eine junge Mutter, die mit ihren beiden Söhnen etwas abseits des Pulks steht. Ihr neunjähriger Filius weiß offensichtlich auch, warum er hier ist. „Weil sonst die Hälfte meiner Fußballmannschaft bald nicht mehr mit mir spielen darf“, erklärt der Nachwuchskicker im BVB-Trikot.

Es ist schwer, kurz nach Beginn der Veranstaltung überhaupt noch auf das Gelände zu gelangen. Die Sicherheitsposten haben schon ab 11 Uhr die Instruktionen bekommen, nur noch Menschen in den abgesperrten Bereich zu lassen, wenn andere ihn verlassen. Das ist den meisten allerdings egal, ihnen geht es an diesem Tag um die schlichte Präsenz und eine klare Botschaft. „Natürlich möchte ich zeigen, dass mir der Rechtsruck in Deutschland nicht egal ist“, erklärt Andre W., der auch ein Plakat angefertigt hat. „Eigentlich wollte ich das gar nicht machen, weil man schnell als Linksradikaler eingestuft wird. Aber dann habe ich mir gesagt: Scheiß drauf, was die anderen denken – tu es für dich.“ Diese Angst teilten vermutlich einige auf der Kundgebung, ohne es laut auszusprechen. Aber sie wurden auf der friedlichen und dennoch deutlichen Kundgebung eines Besseren belehrt. Es gibt auch kaum Sprechchöre abgesehen von ein paar gut gelaunten VfL-Fans, die sich auf das Duell mit dem SC Paderborn einstimmen.

„Es war gut, hierher zu gehen. Ich sehe, dass fast alle Leute hier aus der Mitte der Gesellschaft kommen“, meint ein älterer Mann.
Über den Makel, dass viele der Rednerinnen und Redner in etwas weiterer Entfernung kaum noch zu verstehen sind, können die meisten an diesem sonnigen Tag hinwegsehen. Die Stimmung ist gut. Die Frage, die in keinem Gespräch fehlt: Was bleibt von den Protesten für die Zukunft hängen? „Wenn es sein muss, komme ich jedes Wochenende hierher“, erklärt Melanie aus Hagen a.T.W. Peter D. aus Osnabrück hingegen ist skeptisch: „Ich weiß es nicht. Ich habe schon die Befürchtung, dass das hier alles schnell wieder verpufft.“ Auch Boris Pistorius, der von der Menge als einer der Hauptredner am lautesten und beinah frenetisch gefeiert wird, stellt sich in seiner Rede diese Frage. Für ihn geht es vor allem darum, in Zukunft noch mehr Zivilcourage zu zeigen. Egal, ob in der Familie, mit Freunden, beim Sport oder am Arbeitsplatz – die Menschen müssten Farbe bekennen und sich gegen rechtsradikale Äußerungen und Ausgrenzung klar zur Wehr setzen. Denn: „Schweigen ist ab heute vorbei! Es reicht!“

Die gesamte Story sowie ein Interview mit Prof. Dr. Christoph A. Rass (Professor für Neueste Geschichte und Historische Migrationsforschung an der Uni Osnabrück) lest ihr in unserer Online-Ausgabe!

Osnabrücker Ausblick aufs Eventjahr 2024

Regionale Event-Highlights im Jahr 2024

Ossensamstag

Das Jahr 2024 beginnt fröhlich. Am Ossensamstag, 10. Februar, wird es naturgemäß närrisch und laut in der Stadt. Der große Karnevalsumzug startet wieder um 11.11 Uhr und wird auf seiner Reise bis zum Ziel auf dem Rathausplatz von Zehntausenden verkleideten Osnabrückern begleitet. Feiern und Singen ist an diesem Tag ausdrücklich erwünscht, Kinder dürfen sich vor allem auf eins freuen: Kamelle! Im Anschluss an den traditionellen Rathaussturm der Jecken folgt eine große Party auf dem Rathausplatz und natürlich wird in den umliegenden Kneipen und einigen anderen Locations weitergefeiert.

Popsalon

Fernab des Mainstreams und der großen Festivals hat sich der Popsalon einen Namen gemacht. Beim Clubfestival vom 18. bis 20. April holt die Agentur Zukunftsmusik wieder einige interessante Shootingstars in die Osnabrücker Clubs. Bei den Auftritten in der Lagerhalle, im Haus der Jugend, im Hyde Park, im Rosenhof, im Bastard Club und in der Kleinen Freiheit werden unter anderem Adam Angst, DITZ, Ennio, il Civetto, Lawn Chair, Madeline Juno, Nothhingspecial, Team Scheisse, Tristan Brusch und Walking On Rivers ihre musikalischen Fußabdrücke hinterlassen. Karten gibt es im Ticketshop von Zukunftsmusik an der Dammstraße oder online unter www.pop-salon.de.

Horses & Dreams

„Horses and Dreams“ ist auch ein Treffpunkt der „Schönen und Reichen“. So gehörten beispielsweise die Fußball-Profis Manuel Neuer und Thomas Müller schon zu den illustren Gästen des großen internationalen Dressur- und Springreitturniers in Hagen. Aber das Reitsportspektakel auf dem Hof Kasselmann zeichnet sich auch durch eine familiäre Atmosphäre aus. Davon können sich Besucher vom 24. bis 28. April selbst ein Bild machen. Zudem zeigt die internationale Pferdesport-Elite ihr Können. In diesem Jahr ist Portugal das Partnerland des Events. Karten gibt es im Ticketmaster Onlineshop. Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt.

XXL-Maiwoche

Die Fans der Maiwoche kommen in diesem Jahr voll auf ihre Kosten: Der Verwaltungsausschuss der Stadt hatte dem Antrag auf eine XXL-Maiwoche stattgegeben. So findet Osnabrücks größtes Stadtfest vom 08. bis zum 20. Mai statt – und damit drei Tage länger als üblich. Mit der Erweiterung soll das traditionelle Fest noch größer und bunter werden. Welche Bands bei der 50. Auflage auftreten, wird zwar noch geheim gehalten, sicher ist, dass viele „Serientäter“ wieder mit dabei sind und die kostenlose Veranstaltung einmal mehr eine Reise durch etliche Musikgenres bieten wird.

Die Fortsetzung dieser Titelstory lest ihr in unserem Online-Magazin!

Quo vadis, VfL Osnabrück?

Quo vadis, VfL?

Schaut man auf die nackten Zahlen, so ist der VfL zur Winterpause weit weg von einer realistischen Chance auf den Verbleib in der 2. Bundesliga. Der Aufsteiger ist mit 9 Punkten abgeschlagen Tabellenletzter, hat in den bisherigen 17 Spielen die meisten Gegentore der Liga kassiert (38) und selbst die wenigsten Treffer erzielt (15). Und doch brennt das lila-weiße Licht noch – und es ist in den vergangenen Wochen sogar wieder etwas heller geworden. Nach dem vieldiskutierten Abgang von Aufstiegscoach Tobias Schweinsteiger, wurde der zweitligaerfahrene Uwe Koschinat verpflichtet.

Koschinat will Teamfitness steigern

Es folgten eine herbe Klatsche beim schwächelnden FC Schalke (0:4) sowie zwei mutmachende Auftritte gegen die Topteams Sankt Pauli (1:1) und Hertha BSC (0:0). Koschinat hauchte dem Team neues Leben ein, intensivierte die Trainingsarbeit deutlich, legt großen Wert auf eine Führungsspieler-Achse und defensive Stabilität. Gegen Pauli und Hertha war davon bereits viel zu sehen – einzig offensiv handeln die Lila-Weißen aktuell noch wie das Kaninchen vor der Schlange. Chancen sind Mangelware, Standardsituationen wurden zuletzt mitunter kläglich hergeschenkt und Konter wenig zielstrebig ausgespielt. Die kurze Winterpause will der neue Chefcoach nun vor allem dafür nutzen, das Team auf ein neues Fitnesslevel zu bringen und – in enger Abstimmung mit Sportdirektor Amir Shapourzadeh – personell zu verstärken.

Den gesamten Artikel zur aktuellen Lage beim VfL Osnabrück lest ihr in unserem Online-Magazin.

Im Test: Fitness-Discounter in Osnabrück

Fitness-Discounter in Osnabrück

Freundliche Beratung, viele Optionen

Das neue Jahr hat begonnen, aber euer Sixpack ist plötzlich verschwunden, oder der Weihnachtsspeck hängt noch auf den Hüften? Zu den beliebtesten Vorsätzen fürs neue Jahr zählt ein Klassiker: mehr Sport zu treiben! Eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio kann da sicherlich ein erster Schritt sein. In Osnabrück gibt es mehr als genug Fitnessstudios und damit auch genug Möglichkeiten, etwas Passendes zu finden. Wir haben für euch zum Start ins neue Jahr vier klassische Fitness-Discounter in der Innenstadt unter die Lupe genommen und deren Einsteiger-Angebote gecheckt. Mit dabei sind das Benefit (Huxmühlenbach 13), FitX (Grosshandelsring 8), McFit (Hannoversche Str. 39) und das All-Inclusive-Fitnessstudio (Petersburger Wall 37).

Erfreulich war bei allen Tests die Freundlichkeit, mit der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter uns in den jeweiligen Studios empfangen haben. Ein weiterer Pluspunkt: Trotz nachvollziehbarem Druck, uns eine Mitgliedschaft „andrehen“ zu wollen, empfanden wir das Werben der Mitarbeiter zu keinem Zeitpunkt aufdringlich. Fragen wurden ausführlich beantwortet. Preislich unterscheiden sich die verschiedenen Studios nur geringfügig.

Den gesamten TNI-Test samt Tabelle findet ihr in unserem Online-Magazin!

Klinikum führt neues Verfahren ein

Herzklappen-Behandlung: Klinikum führt neues Verfahren ein

Das Klinikum Osnabrück hat sich im Bereich der interventionellen Kardiologie noch weiter spezialisiert. Erstmals ist in der Klinik für Kardiologie, Rhythmologie, Angiologie und Intensivmedizin (Medizinische Klinik I) des Hauses jetzt bei der Behandlung einer schwergradigen Funktionsstörung der Herzklappe zwischen dem rechten Herzvorhof und der rechten Herzkammer (sogenannte Trikuspidalklappeninsuffizienz) ein neuartiges minimalinvasives Verfahren angewandt worden: Dabei werden zwei Stents mit integrierter Herzklappe – jeweils einer in die obere und einer in die untere Hohlvene – eingesetzt, die anschließend die Funktion der geschwächten Herzklappe ersetzen.

Erstes Haus mit neuer Behandlungsoption
Wie Chefarzt PD Dr. Carsten Schneider und der geschäftsführende Oberarzt Dr. Mathias Lange erklären, die den kathetergestützten Eingriff durchgeführt haben, ist das Klinikum Osnabrück das erste Haus in der Region, das diese neue Behandlungsoption anbietet. Nach ihren Angaben kommt das Verfahren für Erkrankte mit Insuffizienzen der Trikuspidalklappe infrage, die aus anatomischen oder funktionellen Gründen nicht mit anderen Therapien wie einer Rekonstruktion der rechten Herzklappe behandelt werden können. Trikuspidalklappeninsuffizienzen sind nach ihren Worten eine häufige Erkrankung, die mit zunehmendem Alter und mehr bei Frauen auftritt. Nach ihren Worten sind rund 4 Prozent der Patienten über 75 Jahren davon betroffen. „Und es gibt nicht wenige Fälle, bei denen andere Behandlungen nicht infrage kommen“, macht Schneider deutlich.

Symptome mindern sich sofort merklich
Wie er beschreibt, ist das neue Verfahren – der sogenannte heterotope Trikuspidalklappenersatz – auch jetzt in einem Fall eingesetzt worden, der vorher als „nicht mehr operabel“ gegolten habe. „Diese Insuffizienzen sind eine schwere Erkrankung, die mit ausgeprägten Symptomen wie Luftnot, einer geringen Belastbarkeit und Wassereinlagerungen verbunden sind, die im Verlauf weiter zunehmen und lebensbedrohlich für die Erkrankten werden können“, so Schneider. „Es entsteht ein hoher Leidensdruck, nicht selten sind häufige Krankenhausaufenthalte damit verbunden. Nach einem Ersatz der Klappe mindern sich die typischen Symptome sofort wieder merklich und durch die minimalinvasive Technik kommen die Erkrankten nach einer solchen Behandlung schnell wieder auf die Beine.“

Eingriff dauert nur 45 Minuten
Wie Lange erklärt, wird bei dem Eingriff ein Katheter über die Leiste vorgeschoben, mit dem die beiden Stents jeweils in die obere und in die untere Hohlvene direkt am Herzen eingesetzt werden. Der Eingriff dauert nach seinen Angaben nur etwa 45 Minuten und ist mit so geringen Belastungen verbunden, dass er auch für ältere Menschen mit Begleiterkrankungen infrage kommen könne. Das Behandlungsverfahren ist nach den Worten von Lange erst seit dem Vorjahr zugelassen und werde bisher nur in großen Herzzentren angeboten. An der Entwicklung der Stents und der Eingriffstechnik waren nach seinen Worten Spezialisten aus Jena beteiligt. Jetzt beim ersten Eingriff in Osnabrück war ein Spezialist aus Madrid anwesend. „Das war eine sehr schöne Zusammenarbeit, mit der wir uns dieses Verfahren bereits zu diesem frühen Zeitpunkt angeeignet haben. Es passt ideal zu unserem Behandlungsspektrum und vor allem kann es für einige Erkrankte eine gute Therapieoption sein.“

Bild: PD Dr. Carsten Schneider (r.) und Dr. Mathias Lange zeigen am Modell eines Herzens, wo die Stents bei dem minimalinvasiven Eingriff eingesetzt werden. Die Stents bestehen aus einem Nitinolgeflecht und sind etwa fünf bis sechs Zentimeter lang.

Baustellen in OS: Der ganz normale Wahnsinn

Der ganz normale Wahnsinn

Jeder Stadt- oder Verkehrsplaner dürfte sich bei einem Spaziergang durch die Osnabrücker Innenstadt verwundert die Augen reiben, ob der aktuellen Verkehrssituation rund um den Neumarkt. Etliche Baustellen, provisorische Bushaltestellen, versperrte Bürgersteige und Absperrungen verschmelzen mit von Baunetzen verhüllten Gebäuden zu einem optischen und verkehrstechnischen Trauerspiel. Ja, die Neugestaltung des in der Zukunft von Autos und Bussen befreiten Neumarkts ist beschlossen. Doch in der Übergangsphase – wie lange sie auch dauern mag – müssen Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger mit Behinderungen, Verzögerungen und vor allem Gefahren rechnen, wenn sie im Herzen Osnabrücks unterwegs sind. „Dass die Verkehrssituation hier derzeit ein Desaster ist und auch gefährlich, das wissen alle“, erklärt ein Geschäftsinhaber am Neumarkt gegenüber THE NEW INSIDER.

Aber der Neumarkt ist nicht das einzige Problem, auch an den anderen Baustellen spielt sich im Berufsverkehr täglich der übliche Wahnsinn ab. Die Krönung war die Baustelle am Neuen Graben, wo sich während der ersten Bauphase mit der Einbahnstraßen-Regelung der Verkehr auf den umliegenden Straßen staute. In der zweiten Bauphase, in der der Verkehr einspurig in Richtung Neumarkt rollen durfte, dauerte es bei unserem TNI-Versuch bis zu zehn Ampelphasen, ehe sich Autofahrer vom Neumarkt in Richtung Heger-Tor-Wall durchkämpfen konnten.

Unterschiedliches Vorgehen

Zu den unterschiedlichen Varianten der Stadt erklärt Sprecher Simon Vonstein: „Die zweispurige Einbahnstraßenregelung während des ersten Bauabschnittes ermöglichte zwar ein Fließen des Verkehrs in Richtung Martinistraße, machte jedoch weiträumige Umfahrungen in die entgegengesetzte Richtung erforderlich. Deshalb wurde nach einer intensiven Abwägung entschieden, den Verkehr während des zweiten Bauabschnittes einspurig in beide Richtungen zu führen.“ Grundsätzlich liege es bei einer solch umfangreichen Maßnahme auf einer zentralen Achse „in der Natur der Sache“, dass der Verkehr beeinträchtigt werde, so der Stadtsprecher, der betont, dass die Großbaustelle wie ausgeschrieben Ende November fertig geworden sei.

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Die gesamte Story findet ihr in unserem Dezember-Magazin auf den Seiten 04/05.

Im Test: Eislaufen in OS Stadt und Land

Eislaufen in und um Osnabrück

Weihnachtsgefühl auf Schlittschuhen

Früher kamen für das Eislaufen entweder nur – nach Dauerfrost – der nächstgelegene See oder an anderen Tagen die Eishalle in Frage. Mittlerweile bieten aber auch vermehrt mobile Eisbahnen die Möglichkeit, dem Kufenspaß in der Weihnachtszeit zu frönen. Wir haben in diesem Monat vier Plätze in und um Osnabrück getestet, an denen man Eislaufen kann. Im Test waren dabei der Eiszauber am Nikolaiort, GMHütte on Ice in Oesede, Ibbenbüren on Ice am dortigen Neumarkt und das Eissportcenter an der Vehrter Landstraße. Natürlich haben wir bei unseren Recherchen auch das jeweilige Gastro-Angebot unter die Lupe genommen und uns die Besonderheiten der einzelnen Locations angeschaut. Unsere kürzeste Anreise zum Eiszauber am Nikolaiort wurde mit einem weihnachtlichen Gefühl belohnt, denn die Kunsteisfläche bietet mit der angeschlossenen Weihnachtshütte einen Vorgeschmack auf den nahegelegenen Weihnachtsmarkt. Während der Spaß beim „Eislaufen“ auf der Kunstbahn bei unserem Test zu wünschen übrig ließ, waren die Wettbewerbe im Eisstockschießen dort sehr stimmungsvoll.

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Den gesamten Test inkl. Zahlen, Daten und Fakten zum Thema lest ihr in unserer aktuellen Ausgabe auf den Seiten 14/15.

Klinikum: 87-Jährige erfolgreich operiert

Schwerverletzte 87-Jährige erfolgreich operiert

Sohn pflegt seine demenzkranke Mutter nun zuhause weiter

Glück im Unglück ist ein schwieriges Bild, wenn ein Mensch bei einem Unfall schwerste Verletzungen davongetragen hat und noch einen langen Weg bis zur Genesung bewältigen muss. Aber auf die 87-jährige Eva Oliinyk trifft es zu: Nicht nur, weil es gelungen ist, ihr Leben zu retten und sie einer erfolgreichen Behandlung zu unterziehen, nachdem sie, wie ihr Sohn Petro Oliinyk berichtet, bei dem Unfall u.a. eine Fraktur des Beckenrings und offene Brüche am rechten Unterschenkel erlitt. Sondern vor allem deswegen, weil sich der 47-Jährige mit in die Behandlung seiner schwer demenzkranken Mutter im Klinikum eingebracht hat und nun nach der Entlassung für sie sorgt. Die Unterbringung in einer Kurzzeitpflege-Einrichtung kam für ihn nicht in Betracht.

Wie Maria-Elena Vera-Céspedes, die Ärztliche Leiterin des Zentrums für Alterstraumatologie und Orthogeriatrie (ZATO) am Klinikum, erklärt, kommt es selten vor, dass sich Kinder so umfänglich in die Versorgung und Pflege ihrer erkrankten Eltern einbringen. Vera-Céspedes und Pflegefachkraft Deborah Schürmann berichten, dass sich Petro Oliinyk während des dreiwöchigen Krankenhausaufenthalts seiner Mutter das Zimmer mit ihr geteilt habe und sich während dieser Zeit alle Kenntnisse zur Weiterversorgung daheim angeeignet habe. „Herr Oliinyk hat uns bei allen pflegerischen Tätigkeiten unterstützt und sich alles von uns zeigen lassen“, sagt Schürmann. „Wir sind überzeugt,“ so Vera-Céspedes, „dass die Mutter bei ihnen zuhause super versorgt ist und haben es deswegen so eingerichtet, dass sie an ihrem Wohnsitz alle erforderlichen Hilfsmittel erhalten.“ Im Zweifel sei es die bessere Variante für Eva Oliinyk, weil in einer Pflegeeinrichtung kaum eine so umfassende Betreuung geleistet werden könne.

Die Oliinyks flohen im Oktober 2022 aus der Ukraine. Nachdem sich die Symptome der Demenzerkrankung seiner Mutter im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg immer weiter verschlimmert hatten, suchte Sohn Petro eine ruhigere Umgebung für seine Mutter und kam bei einem Freund in Alfhausen unter. Wegen der Sprachbarriere und des durch die Demenz ausgeprägten Bewegungsdrangs seiner Mutter, kam für Petro nur das sogenannte „Rooming In“ in Frage, also die Begleitung von Erkrankten durch Angehörige. Dies gehört laut Maria-Elena Vera-Céspedes zum Behandlungskonzept des ZATO für alte und stark verwirrte Menschen. In dem Haus besteht seit 2015 ein gerade neu von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zertifiziertes Zentrum für Alterstraumatologie, das auf komplexe Behandlungen von geriatrischen verunfallten Erkrankten spezialisiert ist. Gleichzeitig hat sich das Klinikum als „demenzsensibles Krankenhaus“ besonders gut auf den Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen eingestellt.

Das ZATO verfügt über eine eigene Station mit 16 Betten. Mehr als 400 ältere Menschen werden hier jährlich versorgt. Diese sind oft von schweren und komplexen Verletzungen oder Brüchen betroffen und bei ihrer Versorgung bestehen vielfach besondere Herausforderungen. „Bei Demenzerkrankten muss jede Behandlung so individuell wie möglich abgestimmt werden. Um ihnen bei uns im Krankenhaus die Orientierung und den Umgang mit unserem Team zu erleichtern, spielt die Einbindung der Angehörigen eine ganz wichtige Rolle“, verdeutlicht Maria-Elena Vera-Céspedes. Ein Sohn, der sich so liebevoll um seine Mutter kümmere, sei ihr dabei noch nicht untergekommen. „Herr Oliinyk macht das toll – darin liegt ein großes Glück für die Mutter.“

Im Bild: Eva und Petro Oliinyk mit dem Orthopäden-Team um PD Dr. Jan-P. Graßmann (l.), Chefarzt der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, sowie Maria-Elena Vera-Céspedes (r.) und Deborah Schürmann vom Zentrum für Alterstraumatologie und Orthogeriatrie.

Foto: Jens Lintel

Osnabrücker Kriegsreporter berichtet aus Israel

Osnabrücker Kriegsreporter Festim Beqiri: „Man muss das Leid zeigen“

THE NEW INSIDER: Hallo Festim, vor einigen Jahren haben wir dich als Blaulicht-Reporter in Osnabrück kennengelernt. Nun bist du in den schlimmsten Krisengebieten der Welt unterwegs. Wie kam es dazu?

Festim Beqiri: Das resultierte aus einer Mischung aus Fleiß und Zufall. Ich habe ja bereits zuvor etliche Blaulicht-Beiträge für die großen deutschen Fernsehsender umsetzen dürfen, sodass diese auf mich aufmerksam geworden sind. Daraufhin wurde ich auch im Ausland als Reporter eingesetzt. So auch im Zuge des Russland/Ukraine-Konflikts, noch vor Kriegsbeginn. Als wir dann mit einem Team vor Ort waren, wurde ich am 24. Februar 2022 quasi über Nacht zum Kriegsreporter.

Was ist die Motivation hinter deiner Arbeit in der Ukraine oder aktuell aus Israel/Gaza?

Mir geht’s dabei nicht ums Geld. Ich möchte den Leuten die realen Bilder aus diesen Gebieten liefern. Das ist natürlich kein besonders schöner Einsatz, aber dafür umso wichtiger. Mein Ziel ist es, das Leid der Menschen so zu zeigen wie es ist und damit weltweit möglichst viele Zuschauer zu erreichen, damit das irgendwann ein Ende hat.

Deine Familie und Freunde haben sicher große Angst um dich. Wie nimmst du ihnen diese Sorge?

Wir wurden natürlich vorab entsprechend geschult und wissen größtenteils, wie wir in bestimmten Situationen reagieren müssen. Vor Ort arbeiten wir als Team, haben Dolmetscher und ortskundige Experten an der Hand. Es wird alles Menschenmögliche getan, um für unsere Sicherheit zu sorgen. Einige aus meiner Familie und von meinen Freunden finden es schlichtweg wahnsinnig, dass ich mir das antue. Andere sehen den Wert dahinter und schicken mir die besten Wünsche.

Würdest du nicht auch lieber über positive Themen berichten?

Natürlich! Ich würde als Fußballfan auch lieber von einer Weltmeisterschaft berichten, aber Kriege sind nun einmal die traurige Realität und solange unschuldige Menschen massenhaft sterben, muss auch jemand darüber berichten.

Du selbst warst zwei Wochen lang in Israel/Gaza. Wie kommt man in den Schlaf, wenn stündlich Raketen einschlagen?

Manchmal ist das nicht einfach. An einem Tag lag ich nach einem 15 Stunden-Tag gerade im Bett als der Alarm losging. Ich sah dann vom Balkon aus, wie der Beschuss in Sichtweit von meinem Hotel größtenteils von den israelischen Raketenabwehrsystemen abgewehrt wurde. Dadurch habe ich mich etwas sicherer gefühlt, aber ein mulmiges Gefühl bleibt immer und man schläft definitiv unruhiger.

Wie wirst du als Pressevertreter angesehen vor Ort?

In Israel konnten wir relativ frei arbeiten und drehen, aber ein gesundes Misstrauen seitens der Behörden bleibt natürlich immer. Man muss einfach offen und gut kommunizieren, damit alles klappt.

Du bist über Jordanien wieder zurück nach Frankfurt geflogen. Wie geht es für dich jetzt weiter?

Eine genaue Planung ist schwer, aber jetzt muss ich erst einmal Abstand gewinnen. Ich war ja auch nach den Erdbeben in der Türkei und in Marokko für eine Reportage. Wenn eine neue Anfrage kommt, wäge ich ab, ob ich mich dafür bereit fühle.

Fotos: privat