Im Talk: 11FREUNDE-Herausgeber Matthias Hörstmann
Insider des Monats: Matthias Hörstmann,
Herausgeber 11FREUNDE & Inhaber PRAISE MEDIA
Geburtsdatum: 23. Mai 1968
Geburtsort: Melle
Erlernter Beruf: Staatlich gepr. Landwirt mit Ausbildereignung/Meister
Lebensmotto: „Don’t think about it, do it!“
Lieblingsort in Osnabrück: Stadion an der Bremer Brücke
Lieblingsessen: Rievkooche/Reibekuchen (knusprig frittiert, aber nicht öltriefend)
„Einen Businessplan gab es nicht“
Matthias Hörstmann steht im deutschen Sportjournalismus selten selbst im Rampenlicht – und hat ihn doch maßgeblich mitgeprägt. Als Herausgeber von 11 FREUNDE hat er ein Magazin etabliert, das seit 25 Jahren spannende Geschichten jenseits der üblichen Schlagzeilen erzählt. Doch dies ist nur eins der vielen Projekte, die der aus Melle stammende Publizist erfolgreich aufgebaut hat. Bereits als Gründer des Popkultur-Magazin „INTRO“ und Festival-Veranstalter von Lollapalooza, Melt oder Splash bewies Hörstmann neben der Liebe zu Musik und Sport auch Unternehmergeist. THE NEW INSIDER hat mit ihm über die Anfänge in Osnabrück, sein Leben in Köln und die Pläne für die Zukunft gesprochen.
THE NEW INSIDER: Hallo Matthias, was denkst du heute, wenn du auf die Anfänge mit INTRO zurückblickst?
Es waren aufregende, ereignisreiche und wundervolle Jahre. Kaum zu glauben und schwer zu erklären, wie es einem Team aus Autodidakten und Idealisten allein mit dem unermüdlichen Antrieb aus Liebe zur Musik gelingen konnte, aus dem anfangs oft belächelten und nur regional in Eigenregie unters Volk gebrachten Fanzine, eines der markt- & meinungsführenden Popkulturorgane in Deutschland zu entwickeln. Neben meinem Mut zum Risiko trug sicher auch die Bereitschaft „ehrenamtlicher Tätigkeit“ der Mitarbeiter mit Engagement bis zur Selbstausbeutung dazu bei. Denn, dass sich alles so erfolgreich entwickelt hat, war lange Zeit nicht absehbar. Wir haben einfach nur gemacht und nicht groß über Risiken nachgedacht. Einen Businessplan gab es nicht. Der Weg war das Ziel, kein Aufwand dafür zu groß.
Du hast das Pop-Magazin 1991 gegründet und aufgebaut. Wie traurig warst du, als im Mai 2018 die letzte Ausgabe erschien?
Als ich den Mitarbeitern erklären musste, dass die dramatischen Rückgänge aus Vermarktungs-Erlösen zum unvermeidbaren Ende führten, begann ich mit den Worten: „Heute ist der schlimmste Tag seit dem Tod meiner Eltern.“ Parodie des Schicksals: INTRO befindet sich nach seinem „Tod“ in illustrer Gesellschaft des „Club 27“ mit Legenden wie Cobain, Hendrix, Morrisson oder Winehouse. Der Blick zurück macht mich melancholisch, erfüllt mich aber vor allem mit Stolz und Demut. Ich betrachte es als riesengroßes Glück und Privileg und bin allen, die zum Gelingen beigetragen haben, auf ewig dankbar. Insbesondere, da INTRO den Grundstein für die „HUG“ (Hörstmann-UnternehmensGruppe, Anm. d. Red.) und damit spannende Projekte wie 11 FREUNDE, SNEAKER FREAKER, die Festivals LOLLAPALOOZA, MELT & SPLASH sowie die Turnschuh-Convention SNEAKERNESS gelegt hat.
Und die Zeit danach?
Das traurige Ende von INTRO führte für mich zum buchstäblichen „Burnout“ samt Ausstieg aus dem Live-Entertainment-Bereich. Ich brauchte eine sehr lange Zeit, um mich von meinem 27 Jahre andauernden Marathon zu erholen, aber stehe jetzt glücklicherweise wieder voll im Saft.
Du warst früher auch als DJ im Hyde Park aktiv – welche Erinnerungen verbindest du noch mit Osnabrück?
Never forget where you come from. Und: „Ich komm‘ zum Glück aus Osnabrück“. Ich wuchs auf einem Bauernhof in Dratum (Kreis Melle) auf und damals war Osnabrück für mich die Großstadt mit Dom, Zweitliga-Fußball, meinen ersten Konzertbesuchen in der Stadthalle, dem Hyde Park oder der Halle Gartlage.
Das gesamte Interview mit Matthias Hörstmann findet ihr auf den Seiten 6/7 in unserem Online-Magazin.
